Grünsfeld

Gemeinderat Grünsfeld Ab Herbst will man im katholischen Kindergarten St. Margaretha neue Wege gehen und so die Schließung verhindern

Altersmischgruppe als Alternative

Der Kindergarten in Zimmern muss nicht geschlossen werden. Kommune und katholische Kirche wollen mit einer Altersmischgruppe neue Wege gehen.

Grünsfeld. Die Schließung des Kindergartens St. Margaretha in Zimmern hing wie ein Damoklesschwert über der Einrichtung: Nur vier Kinder ab dem neuen Kindergartenjahr im September waren für den Erhalt zu wenig (wir berichteten).

Nun haben sich die Kommune und die katholische Kirchengemeinde als Träger auf ein neues Konzept geeinigt, um die Schließung abzuwenden: Künftig sollen schon einjährige Kinder betreut werden – in einer Altersmischgruppe. Das wurde dem Grünsfelder Gemeinderat bei der Sitzung am Dienstag im Rathaussaal vorgestellt.

„Solch eine Gruppe gibt es sehr selten“, machte Bürgermeister Joachim Markert deutlich. Aber um die Einrichtung in Zimmern zu halten, will man dies versuchen. Nach einer Begehung mit dem Fachberater für Kindergärten, Wilfried Frank, und dem Kreisbaumeister wolle man diese Lösung in der für zwei Gruppen ausgelegten Einrichtung weiter verfolgen.

Insgesamt sollen bis zu zehn Kinder betreut werden. Dafür habe man bei Eltern und Erzieherteam geworben und sei auf Verständnis gestoßen. „Wir werden die zehn Kinder zwar noch nicht ab September haben“, so Markert. Aber er war optimistisch, dass man die Zahl im Laufe des Kindergartenjahres erreiche.

Dafür muss sowohl das Erzieherteam um Leiter Nico Neubauer seine Hausaufgaben machen, als auch die Stadt. Weil Krippenkinder andere Bedürfnisse haben als Kindergartenkinder, werden die Pädagogen in nächster Zeit entsprechende Fortbildungen besuchen. Die Stadt zeichnet für Möbel und bauliche Veränderungen verantwortlich. Da man bis zu fünf Krippenkinder aufnehmen kann, sollen fünf Bettchen und Stühlchen für die Kleinsten, eine begehbare Wickelkommode sowie kindgerechte Spielsachen angeschafft werden. Einen Raum zum Schlafen habe man bereits ins Auge gefasst, informierte der Rathauschef.

Im Außenspielbereich ist ein abgegrenztes Areal für die unter Dreijährigen zu gestalten. Hier rechnet Markert mit Kosten von rund 6000 Euro. Zudem sind Türen auszutauschen und feuerhemmende Elemente nachzurüsten. Die rund 4000 Euro teuren baulichen Veränderungen könne der Bauhof übernehmen, so der Verwaltungschef.

Stiftungsrat am Zug

Nach der einmütigen Zustimmung des Gemeinderats am Dienstag muss nun auch der Stiftungsrat auf kirchlicher Seite sein Plazet geben. Danach folgten der Bauantrag und die Beantragung der Nutzungsänderung für die große Altersmischgruppe, erläuterte er das weitere Vorgehen.

„Ich bin gespannt, wie das Experiment verlaufen wird und welche Ergebnisse wir sehen“, sagte Markert und machte gleichzeitig deutlich, dass für das folgende Jahr die Anstrengung für das Werben der Eltern um die Kinder nicht nachlassen dürfen. Die Lage zum Treffpunkt Zimmern mit der Turnhalle zum Austoben sah er als klaren Vorteil. Und er unterstrich die Zusammenarbeit mit der Kindertagesstätte in Grünsfeld. Pfarrer Oliver Störr betonte, man werde sich als Kirchengemeinde dem Votum der politischen Gemeinde „als ausführendes Organ“ anschließen.

Als Chance sehen

Zimmerns Ortsvorsteher Dieter Schenek sprach sich deutlich für den Erhalt der Einrichtung aus. Man müsse die Gruppe auch als Puffer für die Grünsfelder Krippengruppe sehen und als Chance, wenn dort die Belegung ausgeschöpft sei. Sollte in Zimmern aber die Kinderzahl dauerhaft unter zehn sein, müsse man im nächsten Jahr das Konzept erneut überdenken, fand der Ortsvorsteher.