Grünsfeld

Galerie Kirchner Ausstellung mit Bildern von Rosemarie Lux

Die Ästhetik des Magischen

Grünsfeld.Mit mehr als 40 neuen Arbeiten meldet sich die Malerin Rosemarie Lux nach neun Jahren zurück in der Galerie Kirchner, Abt-Wundert-Straße. Wer die 1961 geborene Mergentheimerin kennt, weiß, dass ihre Malerei vor allem aus der Farbe heraus empfunden und gelebt ist, in erster Linie aus der blauen Farbe, traditionell die Farbe der entfernten Orte, der jenseitigen Dimension, der Heiligkeit und Transzendenz, im diesseitigen Bereich die Farbe des Himmels und des Wassers..

„Blaue Ferne“

So heißt das Motto der aktuellen Ausstellung denn auch „Blaue Ferne“. Das heißt natürlich nicht, dass in den meist mittelformatigen, in ästhetisch reizvoller Mischtechnik geschaffenen Exponaten nicht auch andere Farbtöne kontrastierend oder ergänzend und erweiternd vertreten sind: Zum einen erscheint diese Lieblingsfarbe in vielen Schattierungen und Varianten, einmal als himmlisches Pastellblau, dann wieder als tiefes Blauviolett. Zum anderen spielt auch ein lebhaftes Grün, leicht mit Natur zu assoziieren, in vielen, meist zu Gelb tendierenden Varianten eine gelegentlich tragende Rolle. Zum anderen wird das flächige Blau –- bei Rosemarie Lux werden Blau und Grün vor allem flächig eingesetzt – durch gelbe, rote, orangene und ockerbraune Farbakzente – gleichsam als Zeichen und Spuren der Erde – aufgebrochen und aufgelockert.

Farb-Landschaften

So entstehen mitunter richtige Farb-Landschaften, weitgehend abstrahiert, farblich und formal aufs Wesentliche reduziert, und durch die spezielle Mischtechnik, bei der meist ein farblich differenzierter Acrylgrund mit Ölkreidestrukturen übermalt wird, erwecken die Bilder den Eindruck von Dichte und Tiefe, vor allem aber von starker, suggestiver Farbintensität.

Die meisten der ausgestellten Arbeiten verzichten auf einen Titel, doch gibt es Ausnahmen: „Gärten über dem Meer“, „Pool“, „Wasserpflanzen“(in stilisierter Gegenständlichkeit) oder „Tauber“ lenken die Gedanken und Assoziationen in eine bestimmte Richtung.

Kunst der leisen Töne

Auf der sehr gut besuchten Vernissage wies der Einführungsredner zunächst auf die „belebte Farbe“ als dem hauptsächlichen Element in der Malerei von Rosemarie Lux hin, hob ihre Kunst der leisen Töne beim Ausspielen ähnlicher und verwandter Farbnuancen auf der Bildfläche hervor und ihre Geschicklichkeit, durch zusätzlichen Einsatz grafischer und linearer Strukturen, auch Schriftzeichen beziehungsweise Buchstaben in Druckschrift, die dabei als zusätzliche „Assoziationsförderer“ dienten.

Abstrahierte Malerei

Bezug nehmend auf die von Rosemarie Lux bevorzugten Motive aus der Wasserwelt, zog Gunter Schmidt Vergleiche zu den Seerosenbildern Claude Monets. Der Einführungsredner zog gleichwohl das Fazit: „Das Ergebnis ist aber weit von dem entfernt, was man als Naturmalerei bezeichnen würde. Die Intention (und das geglückte Ergebnis) dieser abstrahierten Malerei ist eine Ästhetik des Magischen.“