Grünsfeld

Naturata Logistik Beim Nabu-Projekt „Blühende Gärten – damit es summt und brummt“ erfolgreich

Die biologische Vielfalt fördern

Archivartikel

Grünsfeld.„Blühende Gärten – damit es summt und brummt“ – unter diesem Motto steht ein Projekt des Naturschutzbundes Baden-Württemberg (Nabu). Beworben hat sich auch die Firma Naturata Logistik dem Industriepark ob der Tauber auf dem Waltersberg – und gewonnen. Als Preis gab es eine von 50 Beratungen inklusive 500 Euro Pflanzgutschein.

Die Realität ist erschreckend: Immer seltener sind hierzulande einst häufige Insekten- und Vogelarten anzutreffen. Wissenschaftler fanden heraus, dass knapp die Hälfte aller Insektengruppen, hierzu gehören zum Beispiel Wildbienen und Schmetterlinge, in ihrem Bestand rückläufig sind. Deutlich weniger als die Hälfte aller Brutvogelarten Baden-Württembergs können zudem als „ungefährdet“ eingestuft werden.

Das Projekt „Blühende Gärten“ will dem entgegenwirken. Unterstützt wird es vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg und läuft bis April 2020. Ziel ist es, die biologische Vielfalt im Siedlungsbereich auf privaten Flächen zu fördern.

„Für uns war es selbstverständlich mitzumachen“, erklärte Jürgen Sauer bei der Preisverleihung. Das Vorstandsmitglied von Naturata Logistik wies darauf hin, dass das Nabu-Projekt der ganzheitlichen Unternehmensphilosophie entspricht. Ökologie und Nachhaltigkeit seien wichtige Elemente des firmeneigenen Wertesystems. „Aus diesem Bewusstsein heraus betreiben wir ein umweltfreundliches, energiesparendes Lager-, Logistik- und Bürozentrum.“ Als einziges Unternehmen im gesamten Industriegebiet auf dem Waltersberg habe man zudem alle Begrünungsauflagen in vollem Umfang erfüllt.

Für die Teilnahme am Projekt punktete Naturata Logistik mit weiteren ökologischen Aspekten. So hat man vor wenigen Jahren ein Rebhuhnbiotop auf dem firmeneigenen Gelände angelegt. Das rund 5000 Quadratmeter große Areal enthält darüber hinaus Streuobstbäume wie Apfel, Birne und Zwetschge. Steinriegel, Totholzbereiche und Deckungsmöglichkeiten für die Rebhühner gehören dazu. Ein kleiner Unterstand für die Staub- und Sandbäder der Tiere ist ebenfalls vorhanden.

Das Rebhuhnbiotop ist ein Gemeinschaftsprojekt. Unternehmen, Naturschutzverein, Stadtverwaltung und Dorothea-von-Rieneck-Schule arbeiten zum Wohle der Natur zusammen. Sichtbares Symbol der Kooperation ist ein überdimensionales Insektenhotel. Für Alois Reinhart ist es ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz. „Es bietet Brutstätten für Insekten aller Art“, betonte der Vorsitzende des Naturschutzvereins. Zu seiner großen Freude sind etliche Behausungen schon belegt. „Das zeigt, dass das Insektenhotel gut angenommen wird.“

„Auf dem Gelände der Naturata Logistik sind die ökologischen Bedingungen bereits recht gut“, machte Angelika Bonin-Schmitt deutlich. Die Landschaftsgärtnerin trug im Rahmen der Preisverleihung vor, welche Maßnahmen in ihren Augen die ökologische Vielfalt noch erhöhen können. Zum Beispiel, indem die Hecken auf dem Gelände abschnittsweise beschnitten werden. Um die vorhandenen Flächen mit blühenden Arten anzureichen, schlug sie außerdem vor, möglichst selten zu mähen. „So können sich die Wiesenblumen stärker entwickeln und blühen.“ Ziel sei es, möglichst viele Blüten anzubieten, die Nektar und Pollen enthalten, damit sie auch Raupen als Nahrung dienen können.

Detaillierte Vorschläge unterbreitete Angelika Bonin-Schmitt zu verschiedenen Flächen auf dem Gelände. Je nach Lage sollten ihrer Meinung nach unterschiedliche Gehölze oder Stauden gepflanzt werden. Trockenmauern, Pyramiden aus Lesesteinen oder Holzstapel böten weiteren Lebensraum für viele Insekten. Mit einer speziellen Blumenmischung könnten sogar bestehende Schotterflächen aufgewertet werden. Von der umfassenden Beratung waren die Verantwortlichen von Naturata Logistik sehr angetan. Co-Vorstand Reinhold Hollering sprach von „vielen wertvollen Anregungen“. Die Teilnahme bei dem Nabu-Projekt habe sich allein schon aus diesem Grund gelohnt. Viola Hechinger von der Firma Holle, dem größten Naturata-Kunden, erklärte die Bereitschaft, bei dem Rebhuhnprojekt mitzumachen. Prokuristin Doris Maag freute sich, dass auch künstlerische Ideen einfließen dürfen. Mit den Azubis will sie demnächst eine Gemeinschaftsaktion veranstalten. feu