Grünsfeld

Taubertäler Saatgutfestival Die vierte Auflage findet am Sonntag, 8. April, in der Grünsfelder Stadthalle statt / Informations- und Tauschbörse

Die regionale Vielfalt erhalten

Archivartikel

„Vielfalt in aller Munde“: So lautet das Motto des vierten Taubertäler Saatgutfestivals am Sonntag, 8. April, in der Stadthalle Grünsfeld. Die Veranstaltung beginnt um 12.30 Uhr.

Grünsfeld. Das vom das Aktionsbündnis Gentechnikfreie Region Main-Tauber ausgerichtete Saatgutfestival ist ein beliebter und informativer Treffpunkt für Hobbygärtner und Pflanzenfreunde . Der Eintritt ist frei.

„Das Taubertäler Saatgutfestival will die Vielfalt der Kulturpflanzen erhalten und fördern“, erklärt Isabell Noor. Die Vorsitzende des Aktionsbündnisses Gentechnikfreie Region Main-Tauber hat zusammen mit ihrem Vorstandsteam in den letzten Wochen und Monaten Anbieter von Saatgut aus der Region kontaktiert. Mehr als 20 haben ihre Teilnahme zugesagt.

Reichhaltiges Sortiment

Auf rund 500 Quadratmetern können die Gäste eine überwältigende Vielfalt von Saaten verschiedener Gemüsearten und -sorten erleben. Insbesondere solche, die im konventionellen Handel nicht angeboten werden. Alle, die Samen nicht gern selber aussäen, kommen ebenfalls auf ihre Kosten. Für ein reichhaltiges Sortiment an Jungpflanzen ist gesorgt. Besonders von Tomaten und Paprikaverwandten, die ja schon im März ausgesät werden.

Das Saatgutfestival will auch eine Tauschbörse sein. Wer selber Samen oder Jungpflanzen hat, kann diese mitbringen und sie unentgeltlich tauschen. Der Tauschbereich wird in der Stadthalle extra ausgewiesen.

Das Festival möchte auch einen Beitrag zur regionalen Vernetzung leisten. Vereine, Institutionen und Privatpersonen, die sich auf verschiedenen Ebenen für die Vielfalt der Kulturpflanzen einsetzen, sind aufgefordert zu kommen. „Der gemeinsame Austausch und das gegenseitige Kennenlernen können dabei wertvolle Synergien erzeugen“, ist Noor überzeugt. Das Saatgutfestival verheißt darüber hinaus Gaumenfreuden.

Zum Motto „Vielfalt in aller Munde“ gehört nämlich auch der kulinarische Genuss. Anbieter verschiedener regionaler kulinarischer Spezialitäten bieten ihre Waren an. Darauf freut Isabell Noor sich schon sehr: „Die Gäste können sich die Vielfalt der Kulturpflanzen auf der Zunge zergehen lassen.“

Bewusstsein schaffen

Das Saatgutfestival setzt damit Noors Angaben zufolge ein Zeichen gegen „massenkompatiblen Durchschnittsgeschmack“. „In den Supermärkten sind nur noch wenige Obst- und Gemüsesorten erhältlich“, betont die Vorsitzende. Die produzierende Industrie kann sie durchaus verstehen. „rentable“ Sorten seien gefragt.

Geringe Herstellungskosten oder gute Logistikeigenschaften spielten eine zentrale Rolle. Verkauft werde zudem, was möglichst vielen Konsumenten schmeckt. Für Isabell Noor eine fatale Entwicklung: „Unsere Geschmacksnerven drohen zu verkümmern.“

Abgerundet wird der Ausstellerkreis durch Stände mit inhaltlich verwandten Themen.

Dreimal hat das Aktionsbündnis in den vergangenen Jahren ein Saatgutfestival ausgerichtet. „Das waren phänomenale Erfolge“, staunt Isabell Noor noch immer. Jeweils etwa 1000 Besucher kamen ihren Schätzungen zufolge. „Der Zuspruch hat unsere Erwartungen übertroffen“, meint die Vorsitzende im Rückblick. Der Besucherandrang hat in ihren Augen aber auch gezeigt, dass das Saatgutfestival einem Bedürfnis der Menschen entsprochen hat. „Das Bewusstsein für regionale Vielfalt ist in den Köpfen angekommen“, freut sie sich. feu