Grünsfeld

Schule für Musik und Tanz im Mittleren Taubertal Vorweihnachtliche Veranstaltung in der Grünsfelder Stadthalle erfährt eine große Resonanz

Ein faszinierendes Gesamtkunstwerk

Bis Weihnachten ist’s nicht mehr weit. Besinnliche Veranstaltungen verkürzen die Zeit und steigern die Vorfreude. Wie das Konzert der Schule für Musik und Tanz im Mittleren Taubertal.

Grünsfeld. Rund 100 Akteure bereiteten den zahlreichen Zuschauern in der Stadthalle eine vorweihnachtliche Bescherung.

Eine „außergewöhnliche Veranstaltung“ versprach Schulleiter Edgar Tempel zu Beginn. Und er sollte Recht behalten. Erstmals traten Instrumentalisten, Sänger und Tanzensembles gemeinsam auf. Die verschiedenen Darbietungen fügten sich harmonisch zusammen und ergaben ein faszinierendes Gesamtkunstwerk. Deutlich wurde dabei auch, wie viele junge Talente es in der Region gibt.

Musikalischer Auftakt

Den musikalischen Auftakt bildeten die Streicher des Vororchesters. Unter der Leitung von Manja Huber spielten sie mit dem „Italienischen Trompeter“ und „Minuetto Classico“ zwei Stücke aus Sheila Nelsons „Italienischer Suite“. Bei „Away in a manger“ handelte es sich um ein traditionelles englisches Weihnachtslied.

Überhaupt Weihnachtslieder: Ohne sie kommt kein Konzert in der Vorweihnachtszeit aus. Die Klassiker gab es auch beim Vorspielnachmittag in Grünsfeld zu hören. Verschmitzt kündigte Antonia Koke die Ankunft des Weihnachtsmannes an. „Santa Claus is coming to town“, hieß es im Lied von Haven Gillespie. Den Verkündigungsengel zitierte Ute Witte. Am Klavier begleitet von Joanna Kleibe sang sie „Hark, the herald angel sings“, eine Komposition von Felix Mendelssohn-Bartholdy, arrangiert von Charles Wesley.

Das „Farbenspiel des Windes“ besang Belinda Kuhn mit Alan Menkens gleichnamigem Lied. Die synästhetische Klangkomposition aus dem Disney-Film „Pocahontas“ passte mit ihrer getragenen Grundstimmung gut in die Vorweihnachtszeit. Leonhard Cohens „Halleluja“ gilt mittlerweile als ein religiös inspirierter Klassiker der Moderne. Maren Daubs Akkordeon-Version war ein ungewöhnlicher Ohrenschmaus.

Vielseitigkeit bewiesen

„Swing-Weihnachten“ hieß es dann. Michelle Trifonov brachte bei Mel Tormes „Christmas Song“ ihre stimmliche Vielseitigkeit zur Geltung. Christopher Butler trug heiter-beschwingt Johnny Marks’ Weihnachts-Hit „Rudolph the red-nosed reindeer“ vor.

Am Klavier begleitete ihn im Übrigen Sonja Freitag-Nied. Gar rockige Klänge waren von Aurelia Böhner zu hören. Bei Joel Beals „Jingle Bell Rock“ präsentierte sie sich als Doppeltalent, das nicht nur den Gesang, sondern auch die Trompete beherrschte.

Einen wesentlichen Anteil am Erfolg der Veranstaltung hatten die zauberhaften Darbietungen der Tänzerinnen. Inspiriert waren sie von Peter Iljitsch Tschaikowskys „Nussknacker-Suite“. Das Ballett entführte die großen und kleinen Zuschauer in eine märchenhafte Welt voller Fantasie. Die von Erika Binder und Stefanie Goes entworfenen Choreographien erzählten eine faszinierende Geschichte zwischen Illusion und Realität, von nächtlichen Schatten, der erlösenden Kraft der Liebe und der Sehnsucht nach den Wundern der Kindheit.

Im Mittelpunkt des Balletts steht Clara. Sie bekommt am Weihnachtsabend einen Nussknacker geschenkt.

In der Nacht träumt sie von einer Schlacht der vom Nussknacker angeführten Spielzeugsoldaten gegen das Heer des Mäusekönigs. Mit ihrer Hilfe siegt der Nussknacker, der sich danach in einen Prinzen verwandelt und mit ihr in das Reich der Süßigkeiten reist.

Umfangreiches Werk

Aus Tschaikowskys umfangreichem Werk brachten verschiedene Ballettklassen unterschiedliche Einzelszenen zur Aufführung. Dem spanischen Tanz mit dem Titel „Schokolade“ folgte der „Tanz der Sterne“. Als bonbonbuntes Feuerwerk erwies sich der „Tanz der Zuckerfeen“. Expressive Dynamik entfaltete der „Tanz der Rohrflöten“, Eleganz und Anmut kennzeichnete den „Tanz der Schneeflocken“.

Eine schöne Ergänzung zu den Nussknacker-Szenen bildete der Walzer aus Léo Delibes’ Ballett „Coppélia“.

Luana Mota-Hehn und Paula Landwehr präsentierten sich als fein aufeinander abgestimmtes Duo. Die ansprechende Choreographie hatte Stefanie Goes entwickelt.

Ballett kann auch Pop. Dass machten zwei Auftritte mit Tänzerinnen aus Nene Röthleins Ballettklassen deutlich. „Heart Cry“ und „Heart Break“ waren Kompositionen zeitgenössischer Künstler, schwungvoll umgesetzt mit modernen Choreographien.

Mit traditionellen Weihnachtsliedern ließ das Blechbläserensemble „Tauberbrass“ unter der Leitung von Jochen Rothermel den außergewöhnlichen Vorspielnachmittag ausklingen. „Kling Glöckchen“, „Winter Wonderland“ und „We wish you a merry Christmas“ versetzten die Zuhörer in eine beschwingte vorweihnachtliche Stimmung.