Grünsfeld

Neujahrsempfang Bürgermeister Joachim Markert ging auf die Situation ein / Erfolgreiche Auszubildende gewürdigt

Gute konjunkturelle Lage in der Stadt

Archivartikel

Stabilität in unruhigen Zeiten kennzeichnet nach Ansicht von Bürgermeister Joachim Markert die Situation der Kommune. Der Bürgerempfang fand in der Stadthalle statt.

Grünsfeld. Die Zahlen sprechen für sich. Die gute konjunkturelle Lage macht es möglich, dass der Gemeinderat in Kürze über einen Haushalt mit einem Volumen von 13,4 Millionen Euro abstimmen kann. Davon seien rund drei Millionen Euro für Investitionen in die Infrastruktur vorgesehen. Zum 31. Dezember lag die Pro-Kopf-Verschuldung bei 297 Euro.

Geplant ist einiges. Im Sommer soll der erste Bauabschnitt des auf insgesamt etwa 4,3 Millionen Euro veranschlagten Kindercampus abgeschlossen sein. Dazu gehören die Generalsanierung des Schulhauses II und des Werkstattgebäudes. Zeitgleich will man mit dem An- und Umbau am Schulhaus I beginnen. Die Arbeiten sollen im Sommer 2020 beendet sein. Dann kann auch der Kindergarten den Kindercampus belegen.

Die große Investition ist nach Markerts Auffassung gerechtfertigt und „nachhaltig“. Er vertrat die Auffassung, dass sie die „Attraktivität der Stadt vor allem für junge Familien“ erhöhe.

Das „Familienzentrum“ wird nach Markerts Angaben in den nächsten Monaten seine Arbeit aufnehmen. Die Einrichtung in der ehemaligen Beerenbauer-Filiale soll als zentrale Informations- und Beratungsstelle für Familien, Jugendliche und Senioren dienen. Die Organisation wird in Händen von Cornelia Renk liegen. Das Stadtoberhaupt kündigte an, dass sie sich im Frühjahr bei Vereinen und Institutionen vorstellen werde.

2019 wird mit der Erschließung des Baugebiets „Höhri“ begonnen. 27 Bauplätze sind vorgesehen. Bereits jetzt zeichne sich, so Markert, eine große Nachfrage ab. „Die Stadt schafft damit die Voraussetzungen für weitere Ansiedlungen junger Familien“, war er überzeugt.

„Interessante Wohnprojekte“ kann sich Markert auf dem Gelände des ehemaligen Möbelhauses Seubert vorstellen. Die Stadt hat das Areal am Ortsausgang Richtung Zimmern im vergangenen Monat erworben. Jetzt soll es erschlossen werden. Für rund 250 000 Euro ist außerdem geplant, die Wittigbachbrücke in der Eichendorffstraße zu sanieren.

Von den Investitionen sollen auch die Ortsteile profitieren. In Paimar ist ein zentraler Veranstaltungsplatz am Aufgang zur Kirche geplant. In Kützbrunn will die Gemeinde ein Gebäude samt Scheune abbrechen, um einen attraktiven Bauplatz in zentraler Lage zu schaffen. Drei Bauplätze sollen auf dem Gelände des ehemaligen Pfarrgartens entstehen, den die Stadt von der Kirche erworben hat.

Die beiden Bauplätze auf dem ehemaligen Schulgelände in Zimmern werden demnächst vermessen und für den Verkauf vorbereitet. In Grünsfeldhausen soll der Spielplatz aufgewertet werden.

Beim Bürgerempfang in der Stadthalle zeichnete Joachim Markert zwei Auszubildende aus, die zu den Besten der Region zählen. Tobias Pfeuffer ist Innungssieger bei den Maurern in der Winterprüfung der Handwerkskammer Ulm. Er erlernte nach dem Abitur das Maurerhandwerk bei der Firma Faul und Bethäuser aus Lauda-Königshofen.

Louis Kraus aus Vilchband absolvierte die Ausbildung zum Metallbauer. Er ist Prüfungsbester in der Winterprüfung und Erster Kammersieger im Kreis im Bereich Konstruktionstechnik. Sein Ausbildungsbetrieb ist die in Grünsfeld angesiedelte Bahnbau Gruppe, DB Mobility Logistics.

Die ausgezeichneten Auszubildenden ermunterte Joachim Markert, sich nicht auf den Lorbeeren auszuruhen. Den Unternehmen bescheinigte er eine hohe Qualität der Ausbildung: „Wer den Besten ausbildet, muss zu den Besten gehören.“

Herbert Bethäuser, Ausbilder von Tobias Pfeuffer, warb dafür, dass auch Abiturienten eine Lehre absolvieren. Im Anschluss sei immer noch ein Studium möglich. „Auch ohne Abitur kann man erfolgreich eine Ausbildung abschließen“, meinte Herbert Spengler, Ausbilder der DB Bahnbau Gruppe. Auf diese Weise sicherten die Unternehmen den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Unter den zahlreichen Gästen waren auch Professor Dr. Wolfgang Reinhart, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion, sowie Bürgermeister Anton Kappl aus der Partnerstadt Leuchtenberg. Reinhart ermunterte die Zuhörer, mit Zuversicht und Gelassenheit ins neue Jahr zu gehen. „Es gibt keinen Grund zum Pessimismus“, meinte er angesichts der guten wirtschaftlichen Lage. „Wer investiert, hat Vertrauen in die Zukunft.“

Kappl freute sich, „unter Freunden“ sein zu dürfen. Im vergangenen Jahr habe man mithilfe verschiedener Begegnungen die Partnerschaft gestärkt. Das wolle man 2019 fortsetzten, versicherte Kappl und kündigte weitere Besuche an.

Grünsfelds katholischer Pfarrer Oliver Störr sprach Glück- und Segenswünsche. Für die musikalische Gestaltung sorgten der Fanfarenzug „Fränkische Herolde“ aus Kützbrunn unter der Leitung von Melanie Neckermann sowie die Krensheimer Musikanten mit ihrem Dirigenten Lucas Tatusch. Eine Abordnung der Grünsfelder „Hasekühle“ stimmte ein auf die närrische fünfte Jahreszeit. feu