Grünsfeld

Kulturverein Neue Sonderausstellung unter dem Motto „Kunstvoll – Lebenswerk und Schaffenskraft“

„Kunst in höchster Vollendung“

Grünsfeld.„Kunstvoll – Lebenswerk und Schaffenskraft“: So lautet der Titel der neuen Sonderausstellung des Kulturvereins. Im Rahmen des Kulturherbstes sind mehr als 100 Exponate des Bildhauers Ernst Singer in der Pädagogischen Steinmetzwerkstatt und im Amtshaus zu sehen. Am Dienstagabend war Ausstellungseröffnung.

„Ernst Singer hat nicht nur künstlerische Spuren in Grünsfeld hinterlassen, sondern war auch Zeit seines Lebens mit der Stadt Grünsfeld und dem Kulturverein freundschaftlich verbunden“, erklärte Christine Kastner bei der Vernissage. Die Vorsitzende des Kulturvereins hat die Ausstellung konzipiert und mit etlichen Helfern organisiert.

Er „war ein leidenschaftlicher Bildhauer und Künstler mit einer geradezu grandiosen Schaffenskraft“, betonte Alfred Beetz. Der ehemalige Bürgermeister und stellvertretende Vorsitzende des Kulturvereins führte in Ernst Singers Leben und Werk ein.

In Ochsenfurt geboren

1934 in Hohestadt bei Ochsenfurt geboren, ließ Singer sich bei Adolf Friedrich in Würzburg zum Bildhauer ausbilden. Von 1957 bis 1962 folgte ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. Singer war Meisterschüler bei Professor Hans Wimmer und Mitarbeiter bei den Bildhauern Kröner, Ammann und Bausenwein.

Beetz lobte Singers handwerkliches Geschick, mit dem er auch größte bildhauerische Herausforderungen gemeistert habe. Singers Arbeiten bescheinigte er, „dass sie leben, dass sie Seele haben“. Beetz’ Ausführungen zufolge folgte Singer beim Arbeiten seinem Gefühl und Kunstverstand. „Nie verlor er dabei das werdende Ganze aus seinen Augen.“ Beetz bezeichnete Singer als einen Menschen, der „mit Herzblut und Leidenschaft“ seine Werke geschaffen habe. Seine tiefe religiöse Verwurzelung spiegle sich in vielen seiner sakralen Werke wider.

Als „Kunst in höchster Vollendung“ bezeichnete Joachim Markert die Werke Ernst Singers. Der Bürgermeister verwies auf die zahlreichen im Stadtgebiet anzutreffenden Arbeiten des Künstlers. So stammen Altar und Ambo in der Pfarrkirche von Kützbrunn aus seiner Hand, ebenso Kreuz und Würfel im Friedhof zu Paimar sowie das Gefallenendenkmal bei der alten Leichenhalle in Grünsfeld.

„Ernst Singer hat mit seinen Werken Grünsfeld und seine Stadtteile verschönert“, versicherte Markert. In seinen Augen adeln sie diese Orte und verleihen ihnen eine besondere Würde und Andacht. „An diesen besonderen Plätzen scheint die Zeit für einen kurzen Moment stillzustehen.“ Singer gebe den Orten mit seinen Steinplastiken ein Gesicht.

Kreis schließt sich

Mit der Ausstellung schließt sich ein Kreis. Im November 2009 widmete der Kulturverein den beiden Bildhauern Ernst Singer und Willi Grimm die allererste Ausstellung in der damals neu eröffneten Pädagogischen Steinmetzwerkstatt. Drei Jahre nach Singers Tod ermöglichten seine Verwandten nun durch großzügige Leihgaben eine Einzelausstellung. Sie will noch einmal Ernst Singers Schaffenskraft und Lebenswerk würdigen. Zu sehen sind massive Bronzeskulpturen sowie Arbeiten aus Holz und Ton. Neben sakralen Themen finden sich weltliche Figurenplastiken sowie realitätsnahe Tierdarstellungen.

Die Ausstellung ist an den beiden folgenden Sonntagen, 7. und 14. Oktober, jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet. feu