Grünsfeld

Gemeinderat tagte Abrissarbeiten in Innenstadtarealen vergeben / „Schwibbogen“ bleibt zunächst außen vor / Investitionsvolumenvon rund 300 000 Euro

Markanten Bereich deutlich aufwerten

Einmütig für Abbruch plädiert: Ein künftiger Investor erhält genügend Raum für Gestaltungsmöglichkeiten mitten im Zentrum der „Gauhauptstadt“.

Grünsfeld. „Hier handelt es sich um ein für uns sehr wichtiges Areal“: Mit dieser Aussage beschrieb Bürgermeister Joachim Markert die Situation, als es um eine sichtbare Verbesserungsmaßnahme im Grünsfelder Stadtbild ging. Ausführlich befasste sich nämlich der Gemeinderat in seiner mehr als zweistündigen letzten öffentlichen Sitzung dieses Jahres vor etlichen Zuhörern am Dienstagabend im Saal des Rathauses mit dem Abbruch von Gebäuden in der Hauptstraße und der Treppengasse, nachdem man diesen Punkt bereits zuvor einmal vertagt hatte.

Diesmal allerdings machte das Gremium endgültig Nägel mit Köpfen, ehe man noch weitere Komplexe als erledigt abhakte (siehe dazu weiteren Bericht).

Nach der Einleitung durch das Stadtoberhaupt mit dem Verweis auf die Kommune als Bauherr bei schon vorab geführten Gesprächen mit einem möglichen Investor und der Anmerkung von Hauptamtsleiter Heinz Ulzhöfer zu künftig nutzbaren rund 1500 Quadratmetern, gehörte das Wort dem Architekten Salvatore Boccagno.

Angebote

Wie der Experte erklärte, seien von drei Firmen detaillierte Angebote eingegangen mit dem günstigsten Bieter Johann Stumpf (Bad Mergentheim) bei einer Gesamtsumme von 471 392 Euro, unterteilt in die Abbrüche „von Brunn“ mit 94 677 Euro, „Seubert“ 85 986 Euro, „Härtig“ 112 353 Euro, „Dittmann“ 95 367 Euro und nicht zuletzt „Schwibbogen“ mit 83 009 Euro.

Schnell habe bei den Verantwortlichen breite Übereinstimmung darüber geherrscht, dass es gelingen müsse, den hohen im Raum stehenden Betrag zu reduzieren, weshalb man ein Vergabegespräch anberaumte mit dem Ziel, durch eine Bündelung der Kosten entsprechende Einsparungen zu erreichen, so der Architekt, der als Ergebnis nannte, dass man sich zuerst mal nur auf die Hauptstraße plus Umgebung konzentrieren wolle. Wie hierzu Joachim Markert anfügte, entfalle der Schwibbogen vorerst und rutsche damit in das Jahr 2019, während man das sonstige Vorhaben jedoch ab dem kommenden Januar unverzüglich in Angriff nehme – dies nach dem nunmehr einstimmigen Votum des Plenums.

Bei Summen über 41 980 Euro für die gesamte Einrichtung der Baustelle, 7372 Euro für die Entrümpelung und Rodung, 141 610 Euro für den Abriss, 30 969 Euro für die Vorbereitung des Geländes und 75 952 Euro für die Betonarbeiten belaufe sich der Gesamtaufwand letztlich auf knapp 300 000 Euro, zu rechtfertigen durch eine künftig sichtliche Aufwertung dieses markanten Bereiches inmitten von Grünsfeld. Außerdem greife hier auch das Programm Stadtsanierung III mit einer 60-prozentigen Förderung, wie der Hauptamtsleiter noch anmerkte, bevor sich die Bürgervertreter daraufhin weiteren Themen zuwandten.

So vergaben die Stadträte einmütig Ingenieurleistungen an das Grünsfelder Ingenieurteam Michael Jouaux – einmal für die dringende Sanierung der Brücke in der Eichendorffstraße und zum anderen für eine Maßnahme im Wohnumfeld in Zimmern mit Abbruch des alten Schulhauses und geplanter Ausweisung von zwei Bauplätzen. Bei voraussichtlich anrechenbaren Kosten von rund 140 000 beziehungsweise 75 500 Euro entfielen hierbei Honorare von etwa 23 500 oder 11 615 Euro netto, so die Auskunft seitens der Verwaltung, ehe im Anschluss gleich sieben Baugesuche die Szene beherrschten, jeweils ausgiebig erläutert von Heinz Ulzhöfer.

Neben sonst ausschließlich durchweg privaten Vorhaben richtete sich das Hauptaugenmerk dabei vor allem auf die kommunale Angelegenheit, und zwar die Umnutzung von Gebäuden zu einer Bedarfseinrichtung für die Stadt.

Hierbei denke man an den Aufbau eines Bürgernetzwerkes und einen Treffpunkt zentral in der Grünsfelder Hauptstraße denke, erinnerte der Rathauschef an das bereits ausführlich behandelte Projekt mit künftigem Café, dem Verkauf von Backwaren, einer Poststelle und nicht zuletzt einer Begegnungsfläche mit allen sich bietenden Möglichkeiten.

Wie es dazu hieß, reiche man nach dem einhelligen Votum nunmehr den Antrag auf Förderung durch das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum ein: „Wir rechnen hierbei mit einem Bescheid zu Ostern des nächsten Jahres.“

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