Grünsfeld

Kommunalwahl „Grünsfelder Liste“ stellt sich als neue Gruppierung dem Wählervotum

Mehr Transparenz im Grünsfelder Gemeinderat das Ziel

Archivartikel

Grünsfeld.Frischen Wind in den Gemeinderat bringen, will die „Grünsfelder Liste“. Die neu gegründete Interessengemeinschaft tritt zum ersten Mal bei den Kommunalwahlen am 26. Mai an. „Wir sind meinungsstark und diskussionsfreudig“, erklärt Viola von Brunn. Ihr Name ist der bekannteste auf der „Grünsfelder Liste“. Die 48-jährige Diplomverwaltungswirtin saß zehn Jahre für die CDU/Freie Wählervereinigung im Gemeinderat. Mit der neu gegründeten Interessengemeinschaft wagt sie einen Neuanfang.

14 Personen stehen auf der Liste, sechs davon sind Frauen. Mit einem Durchschnittsalter von rund 43 Jahren ist die „Grünsfelder Liste“ auch die jüngste Formation. Der 21-jährige Jonas Brückner, der sich in Zimmern hat aufstellen lassen, ist der jüngste Kandidat.

„Wert legen alle darauf, dass unabhängig sind und keine wirtschaftlichen Interessen haben“, heißt es in der Pressemitteilung. Die „Grünsfelder Liste“ sei als Interessengemeinschaft konzipiert, die den Bürgern eine Plattform bieten wolle. Im Dialog wolle man gemeinsam gute Lösungen finden, um sie im Gemeinderat zu vertreten. Meinungsfreiheit sei ein hohes Gut. „Wer eine andere Meinung äußerte, hatte keinen leichten Stand im Gemeinderat“, so die Erfahrung von Viola von Brunn. „Bislang wurden zu viele Tagesordnungspunkte im nichtöffentlichen Teil debattiert, hier braucht es einen Bewusstseinswandel und dafür neue Leute im Gemeinderat“.

Die „Grünsfelder Liste“ setze sich für eine neue Debattenkultur ein. Mehr Öffentlichkeit und Transparenz in den Gemeinderatssitzungen habe man sich auf die Fahnen geschrieben.

Die Bürger sollten frühzeitig einbezogen und Diskussionen ergebnisoffen geführt werden, wollen die Mitglieder. Bei Projekten wie dem Bildungscampus habe sie das vermisst, sagt oManuela Sprecakovic. „Bedenken besorgter Eltern wurden ignoriert“, musste sie feststellen.

„Viele Gemeinderäte sind weit weg von der Lebenswirklichkeit junger Familien“, kritisiert Karin Kraus. Die Mutter dreier Kinder tritt im Ortsteil Paimar an. Sie hat die Erfahrung gemacht, dass belächelt wird, wer lebenspraktische Fragen stellt, die für junge Familien wichtig sind.

Den Kindern und Jugendlichen eine gesunde Umwelt erhalten, dafür setzt Isabell Noor sich ein. Die Grünsfelderin ist Vorsitzende des Aktionsbündnisses Gentechnikfreie Region Main-Tauber. Josef Lesch aus Hof Uhlberg sieht gerade für Neulinge im Gemeinderat Vorteile. Sie könnten Themen unvoreingenommen auf sich zukommen lassen.

„Die Identität bewahren – den Standort beleben“: Unter diesem Motto ziehen die Kandidaten der „Grünsfelder Liste“ in den Wahlkampf. Ein Vorschlag ist, innovative Wohnkonzepte auf dem Areal des ehemaligen Möbelhauses Seubert zu initiieren.

Der Öffentlichkeit will die „Grünsfelder Liste“ sich mit einer Radtour präsentieren. Gestartet wird am Samstag, 18. Mai, um 10 Uhr in Grünsfeld am Stadthallenparkplatz. Ab etwa 12 Uhr sind die Kandidaten am Parkplatz des Treffpunktes Zimmern und gegen 14 Uhr am Uhle-Plätzle in Kützbrunn.

Am Sonntag, 19. Mai, beginnt die Tour um 13 Uhr in Grünsfeldhausen am Spielplatz. Gegen 15 Uhr werden die Radfahrer in Paimar vor der Kirche erwartet, gegen 17 Uhr ist das letzte Etappenziel in Krensheim am alten Schulhaus. gl