Grünsfeld

Frühschoppenkonzert Workshop mit Wilfried Rösch und „Blechintakt“ führte zu einem eindrucksvollen musikalischen Erlebnis

Melodienvielfalt der böhmischen Blasmusik

Das Frühschoppenkonzert von „Blechintatk“ wurde zur glanzvollen Demonstration böhmerischer Blasmusik.

Grünsfeld. Keine Frage, all jene die sich am Sonntagmorgen für das Frühschoppenkonzert des Blasmusikorchesters „Blechintakt“ in der Stadthalle von Grünsfeld entschieden haben, hatten eine gute Wahl getroffen. Denn dieses Konzert, als musikalisches Finale des Workshops an gleicher Stelle, wurde wieder zu einer glanzvollen Demonstration der böhmischen Blasmusik. Zum zweiten Mal leitete Wilfried Rösch, bekannt durch sein Orchester „Wilfried Rösch und seine Böhmischen Freunde“, diesen Workshop.

Sein Hauptaugenmerk legt der Vollblutmusiker aus dem Schwarzwald vornehmlich auf sein „Projektorchester“, sowie auf die Aus- und Weiterbildung von Musikern, die sich der böhmischen Blasmusik verschrieben haben. Sein Stil ist progressiv, seine dynamische Körpersprache scheint sich förmlich auf die Musikerinnen und Musiker zu übertragen. Er interpretiert die traditionelle Blasmusik ganz neu als „böhmischen Groove“. Bestes Beispiel dafür der Traditionsmarsch „Alte Kameraden“ im Marsch-Swing-Rhythmus als Zugabe, der die Zuhörer förmlich von den Stühlen riss. Die Musiker um ihren musikalischen Leiter Oliver Flach haben sich das Motto „Böhmisch ist unsere Leidenschaft“ auf die Fahnen geschrieben. Wilfried Rösch vermittelt gerade diese Leidenschaft mit ganzem Körpereinsatz.

Musikalischer Leckerbissen

Die Grünsfelder Narrengesellschaft „Hasekühle“ als Ausrichter dieses musikalischen Leckerbissens erwiesen sich als gut organisierte Gastgeber. Als aufmerksamer Zuhörer war übrigens auch als Norbert Gälle, Chef der „Scherzachtaler Blasmusik“ und Komponist der berühmten Polka „Böhmischer Traum“, in der Stadthalle.

Auf den wortgewandten und unterhaltsamem Moderator Wilfried Rösch, mussten die Konzertbesucher aufgrund einer starken Erkältung leider verzichten. Dass er dennoch selbst dirigierte, spricht für seine professionelle Berufsauffassung.

Schon beim einleitenden Konzertmarsch „Imperium Romanum“, der den ersten Beifall der Zuhörer herausforderte, war die klare und stilsichere Rösch-Handschrift zu erkennen. Was dann folgte, war ein Konzert, das eindrucksvoll die ganze Kreativität und Melodienvielfalt der böhmischen Blasmusik wiedergab, man denke nur an die bekannten Stücke von Ernst Mosch und anderer Komponisten. Als da wären das Potpourri „Böhmische Perlen“, die „Polka für 2“, eine Polka für Tenor- und Flügelhorn, die „Oster-Polka“, die Stücke „Egerländer Feiertag“, „Im schönen Prag“ und der Walzer „Abschied vom Liebchen“, nur um einige wenige Stücke aus dem schier unerschöpflichen Repertoire der böhmischen Blasmusik zu nennen. Beim flotten Marsch „Lieblingstrommler“ hatte dann Blechintakt-Chef Oliver Flach seinen großen Auftritt als virtuoser Meister der Perkussion.

Bezeichnenderweise mit der Polka „Bis bald auf Wiedersehen“ bogen die Musiker auf die Zielgerade des Konzerts ein, um den Zuhörern mit der Polka „Kannst Du Knödel kochen“ noch einen musikalischen Tip mitzugeben, was für das verspätete Mittagessen auf den Tisch kommen könnte.

Danach durften die Blechintakt- Akteure und Dirigent Wilfried Rösch den langanhaltenden Beifall der restlos begeisterten Zuhörer über sich ergehen lassen.