Grünsfeld

Gemeinderat Umbau der Dorothea-von-Rieneck-Schule in einen Kindercampus schreitet weiter voran

Mensa ist das nächste Puzzlestück

Archivartikel

Die Umsetzung des Kindercampus geht weiter. Nachdem der Schulhausumbau gut voranschreitet, kann in Kürze mit der Mensa gestartet werden.

Grünsfeld. Der Umbau des Schulgebäudes der Dorothea von Rieneck-Schule geht voran. Die Grundschule kann im neuen Schuljahr ihre künftigen Räume beziehen. Das war eines der Themen der fast dreistündigen Gemeinderatssitzung im Rienecksaal, die auf großes Interesse bei den Bürgern stieß.

Bis Ende Juni sollen, so Bürgermeister Joachim Markert bei der Sitzung, die Arbeiten abgeschlossen sein und der Umzug kann erfolgen. Nun steht im zweiten Bauabschnitt für einen Kindercampus der Umbau des bisherigen Schulgebäudes an. Als erste Maßnahme soll dabei die Mensa entstehen. Dafür ist geplant, Klassenräume im Erdgeschoss umzubauen. Den Lärm will man, so Bürgermeister Markert, in Grenzen halten. Doch ganz ohne werde es nicht gehen. Laut Bürgermeister kann in den Pfingstferien begonnen werden. Sportlich sei das Ziel gesteckt: „Mit Beginn des neuen Schuljahres soll die Mensa bereits den Betrieb aufnehmen.“

Arbeiten vergeben

Den Auftrag für die Erd-, Mauer, Betonarbeiten sowie die Abbruch- und Rückbauarbeiten erhielt bei einer Gegenstimme von Franz Ködel die Firma Johann Stumpf aus Bad Mergentheim. Das Angebot beläuft sich auf 430 785 Euro.

Aufgehoben wurde das Gewerk Gerüstbauarbeiten. Von den drei Angeboten konnten zwei nicht gewertet werden, das dritte lag deutlich über der Kostenberechnung. Die Schreinerarbeiten für Garderobe, Verkleidung und Sitzbank übernimmt die Firma Dieter Ertl in Igersheim zum Preis von 19 913 Euro.

Für die Ausstattung der Grundschule soll einiges an Mobiliar angeschafft werden. 13 358 Euro wurden einstimmig vergeben. Zudem werden zwei Active-Boards für 8905 Euro von der VS Vereinigte Spezialmöbelfabriken aus Tauberbischofsheim in den Klassenzimmern der Klassen 3 und 4 eingeplant. Zusätzlich werden sie mit klappbaren Kreidetafeln versehen, die 3169 Euro kosten.

Nach Informationen von Markert sei Grünsfeld die erste Einrichtung, die solche Boards in der Grundschule nutze. Deshalb wolle man erst einmal Erfahrungen sammeln und könnte dann nachsteuern. „Das war der Wunsch der Schule“, erklärte der Rathauschef.

Diskutiert wurde im Gremium über das Für und Wider der „alten Kreidetafeln“, aber auch die Robustheit der digitalen Boards. Schließlich fiel die Entscheidung für zwei Active-Boards einstimmig.

Die Außengestaltung des Areals ist ebenfalls im Blick. Zusammen mit dem Verein „Naturspur“ wurde kürzlich bei einer Veranstaltung für Eltern, Lehrer und Gemeinderat die Konzeption besprochen, gab Markert bekannt. Der Gemeinderat stelle für das Projekt 60 000 Euro zur Verfügung. Er freute sich, dass sich spontan rund 40 Helfer für die Umsetzung gefunden hätten. Im Juli könnte bereits ein Projekttag dazu stattfinden.

„Beund“ wird erschlossen

Erschlossen werden soll das Areal „Beund“ in Grünsfeld. Der Bereich grenzt an den derzeitigen Kindergarten St. Marien an. Hans-Jürgen Heisler vom Ingenieurbüro Jouaux erläuterte die geplante Abwasserentsorgung über ein Trennsystem. Dabei wird das Regenwasser direkt in den Krensheimer Graben geleitet, Schmutzwasser geht in die Kläranlage. Der bisherige lange Hauswasseranschluss soll ausgetauscht und durch eine öffentliche Wasserleitung ersetzt werden. Erschlossen werden damit auch der Kindergarten als Nachnutzung durch eine Praxis mit Wohnung, sowie ein Grundstück, auf dem in Kürze eine Arztpraxis entstehen soll. Aus dem aktuellen Spielplatzareal kann ein weiterer Bauplatz werden. Die Erschließungsarbeiten übernimmt die Firma Konrad Bau zum Preis von 107 779 Euro. Das Angebot basiere auf den Einheitspreisen aus der Erschließung des Baugebiets „Höhri II“, machte der frühere Hauptamtsleiter Heinz Ulzhöfer deutlich.

Bevor der Gemeinderat der Vergabe zustimmte, gab es noch einige Fragen zu klären. Gemeinderat Salvatore Boccagno wollte wissen, warum man keine öffentliche Ausschreibung durchgeführt habe. Ulzhöfer führte die Kosten ins Feld, die bei einer Ausschreibung nicht so günstig ausgefallen wären. „Man sollte nicht das Haar in der Suppe suchen, das es nicht gibt“, so Ulzhöfer.

Thomas Heer erkundigte sich nach der geplanten Einbahnstraßen-Regelung. Überhaupt waren die enge Straße und ein Fußweg für die Nutzer der Praxen, der über das Privatgelände führen soll, Diskussionspunkte. Franz Ködel sprach sich dafür aus, die Planung so umzusetzen, dass geordnete Verkehrsverhältnisse für Autofahrer und Fußgänger herrschen. Es müsse klar sein, was privater und öffentlicher Bereich sei. Und Gemeinderat Jürgen Hofmann schlug vor, den Weg zur Arztpraxis komplett neu zu planen statt den bisherigen auszubauen.

Der Bürgermeister meinte, dass die Frequentierung am Kindergarten wohl derzeit höher sei als künftig bei den Arztpraxen zu erwarten.

Neu geordnet und gestaltet werden soll auch der Platz in der Lindenstraße in Paimar. Dazu muss ein marodes Gebäude weichen. Nun wurde der Auftrag an die Firma Pfeuffer aus Zimmern zum Preis von 21 658 Euro vergeben. Zunächst will der Ortschaftsrat das Gebäude mit musealen Zügen räumen. Danach kann die Abrissbirne kommen.

„Damit wird das Areal deutlich aufgewertet.“ Zum Fest „Unter den Linden“ hoffen Bürgermeister und Ortsvorsteher, dass der Platz fertig gestellt ist. Geplant ist dort eine Sitz- und Aufenthaltsfläche für die Bürger. Der kleine Brunnen wird durch ein Wasserspiel ergänzt. Aus dem Förderprogramm Entwicklung Ländlicher Raum stehen 56 000 Euro dazu zur Verfügung.