Grünsfeld

Grünsfelder "Hasekühle" Stimmungsvoll in die fünfte Jahreszeit gestartet / Prinzenpaare inthronisiert

Milena I. und David I. sind jetzt am Ruder

Grünsfeld.Jetzt ist es wieder soweit: Die Narren schwingen das Zepter in der ehemaligen Gauhauptstadt. Milena I. und David I. übernahmen mit ihrer Inthronisation als Prinzenpaar am Sonntag die Regierungsgeschäfte. Das Kinderprinzenpaar Madlen I. und Charly I. unterstützt die närrischen Tollitäten bei ihrer Tätigkeit. Bürgermeister Joachim Markert trug die freundliche Übernahme mit Fassung. Nachdem er den Schlüssel an die neuen Regenten übergeben hatte, verabschiedete er sich in den (vorläufigen) Ruhestand.

Ungeduldig waren die "Hasekühle" offensichtlich. So früh wurde schon lange kein Prinzenpaar mehr inthronisiert. Da spielte es auch keine Rolle, dass es in Strömen regnete, als das neue Prinzenpaar sich der Öffentlichkeit vorstellte. "Hasekühle", das wurde einmal mehr deutlich, sind hart im Nehmen und bereit, Opfer für ihr Hobby zu bringen. Die Musikkapelle unter der Leitung von Steffen Beetz gab zudem ihr Bestes, um das Publikum in gute Laune zu versetzen.

Nach der Verabschiedung des alten Prinzenpaares (Janina I. und Lucas I. mit Kinderprinzenpaar Shamila I. und Matteo I.) stellten die neuen Regenten sich vor. Der närrische Nachwuchs präsentierte sich als eingespieltes Duo. Das ist nicht weiter verwunderlich. Madlen Förster und Charly Köstner besuchen dieselbe Klasse in der Grundschule. Dort wollen sie für närrischen Schwung sorgen. "Wir schlagen vor, das Fach Fasnacht einzuführen", erklärten die beiden verschmitzt.

Fasnacht ist in dieser Saison in Grünsfeld eine Familienangelegenheit. Prinzessin Milena König ist Madlens ältere Schwester und hat sich von ihr, die in der Kindergarde schön länger das Tanzbein schwingt, mit dem Narrenvirus infizieren lassen. Ihren Prinzen David Eckert kennt sie ebenfalls seit der Schulzeit.

Unverzichtbarer Bestandteil der Grünsfelder Fasnacht ist der "Niedermeyer Hannes". Bernd Kuhn glossierte mit seinen Verlautbarungen in der Uniform eines ehemaligen Ordnungshüters das örtliche Geschehen der zurückliegenden Monate auf närrische Weise.

So sei aus moralischen Gründen die Idee verworfen worden, am Angelsee einen FKK-Strand einzurichten. Eine andere Innovation habe nicht die gewünschte Wirkung erzielt. Ein kostenloser Bücherschrank sollte am Stadtbrunnen dem Lärm zu später Stunde Einhalt gebieten. "Die Leute lesen mehr und ratschen weniger", habe sich der Gemeinderat davon versprochen. Ein Trugschluss.

Seinen Augen glaubte auch Joachim Markert nicht zu trauen. "Ihr seid zwei Monate zu früh dran", wunderte der Bürgermeister sich. Die "Hasekühle" hätten ihn aus dem Beamtenschlaf geweckt, meinte er schmunzelnd. Im Nachthemd und mit Zipfelmütze trat er vor die Narrenschar. Bevor Markert den Rathausschlüssel herausrückte, unterbreitete er den neuen Regenten einen ziemlich langen Aufgabenkatalog.

Sie sollten sich beispielsweise überlegen, wie man mit dem Biber umgehen soll. Der vermehre sich prächtig und richte durch seine Aktivitäten zunehmend Schäden an. Markert hatte selber auch schon eine Idee. Warum den Biber nicht als Karpfen deklarieren und ihn als Fastenspeise verzehren.

Mit dem "Bildungscampus" steht ein Großprojekt an. Grundschule und Kindergarten sollen zusammengelegt werden. Die "Hasekühle" überreichten Joachim Markert schon einmal einen "Doktorhut". Sitzungspräsident Christian Leue-Huband erklärte: "Der Bürgermeister ist nicht nur stressgeplagt, sondern auch leidgeprüft."

Bis Aschermittwoch ist noch lange hin. 94 Tage haben die närrischen Regenten Zeit, das Schuldenloch der Kommune zu stopfen. Zunächst ist aber feiern angesagt. Am 3. Februar kommenden Jahres steigt im Übrigen die große Prunksitzung in der Stadthalle.