Grünsfeld

Zeltlager der Kreisjugendfeuerwehr Neben dem Spaß stand auch die Abnahme der „Jugendflamme“ beim Treffen in Grünsfeld an

Nachwuchs stellte Fachwissen unter Beweis

Archivartikel

Auf den Ernstfall bereiteten sich junge Floriansjünger beim Zeltlager der Kreisjugendfeuerwehr vor. Die Abnahme der „Jugendflamme“ war der Höhepunkt der viertägigen Veranstaltung.

Grünsfeld. Rund 150 Mädchen und Buben von Feuerwehren aus dem ganzen Landkreis tummelten sich auf dem Bolzplatz bei der Stadthalle am Wochenende.

Bastian beeilte sich. Schnell knüpfet er einen Knoten am Seil, dann ging es weiter zur nächsten Station. Dort musste er die stabile Seitenlage demonstrieren, bevor er am nächsten Hydranten einen Wasseranschluss legte.

Diese und noch andere Aufgaben gehörten zum Wettbewerb der „Jugendflamme“, Teil der Ausbildung, die die Mitglieder der Jugendfeuerwehren zu absolvieren hatten. Sie soll sicherstellen, dass die Teilnehmer über grundlegende Kenntnisse und Fertigkeiten verfügen, die man bei der Feuerwehr benötigt.

Unterschiedliche Stufen

Während Bastian die Anforderungen der ersten Stufe souverän meisterte, kämpfte eine Gruppe mit den Aufgaben der zweiten Stufe. Sie hatten Fragen zur Fahrzeugkunde zu beantworten, mussten einen Wasserwerfer bedienen oder einen Schaumangriff durchführen. Kreative Ideen waren gefragt, wenn es darum ging, eine Schlauchüberführung zu bauen. Sportlichkeit war beim Hindernisparcours und beim Staffellauf nötig.

Die Kinder und Jugendlichen im Alter von zehn bis 17 Jahren waren mit Eifer bei der Sache. Wenn eine Antwort nicht sofort kam, halfen die Betreuer nach. Am Ende bestanden alle die Prüfung und erhielten eine Urkunde samt Abzeichen.

Die erste Stufe der „Jugendflamme“ haben erfolgreich absolviert: Tobias Borst, Manuel Grein, Moya Hammer, Bastian Hehn, Mauro Link, Tobias Metzger, Leon Ohmüller, Nina Richter, Linus Schanzenbächer, Jannis Schiefermayer, Leon Schell, Fiona und Sarah Vollrath, Jan und Tim Winkler sowie Philipp Zipf.

Mit der Jugendflamme II wurden ausgezeichnet: Lukas Bandel, Felix Geiger, Maximilian Herbst, Arne Rehberg und Bastian Retzbach.

Von einer „tollen Geschichte für Grünsfeld“ und einer „großen organisatorischen Herausforderung“ sprach Helmut Retzbach. Der Kommandant der Abteilung Grünsfeld war mit seinen Kameraden für die Organisation der Großveranstaltung verantwortlich. Vor neun Monaten haben die Planungen seinen Angaben zufolge bereits begonnen, seit sechs Wochen wurde intensiv gearbeitet. Unterstützung erhielt Retzbach von Jugendwart Tilo Sobotta. Auch die Feuerwehrabteilungen aus den Ortsteilen halfen mit. „Ohne den großen Zusammenhalt und die starke Kameradschaft wäre das nicht möglich gewesen“, betonte Retzbach.

Damit die 150 Kinder und Jugendlichen samt ihren Betreuern spannende Tage in Grünsfeld verbringen konnten, musste an einiges gedacht werden. Auf dem Bolzplatz nahe der Stadthalle hatten die verschiedenen Jugendabteilungen ihre Zelte aufgeschlagen. Sieben Jugendfeuerwehren aus dem ganzen Main-Tauber-Kreis von Freudenberg bis Niederstetten waren gekommen.

Für die Logistik stand die Stadthalle kostenlos zur Verfügung. Dort wurden die Teilnehmer auch verpflegt. Dank zahlreicher Sponsoren musste niemand hungern oder dursten.

Spaß kam nicht zu kurz

Spaß und Geselligkeit kamen beim Zeltlager nicht zu kurz. Wasserspiele sorgten für Abkühlung bei den hochsommerlichen Temperaturen. Nervenkitzel bot eine Nachtwanderung rund um Grünsfeld. Ein Grillfest war ebenfalls geplant. Sogar an eine Lagerdisco hatten die Verantwortlichen gedacht.

Die Veranstaltung in Grünsfeld bezeichnete Kreisjugendfeuerwehrwart Jochen Herrschlein als „Pilotprojekt“. Erstmals habe eine Feuerwehrabteilung die Organisation vor Ort vollständig übernommen. Zusammen mit seinem Fachgebietsleiter Stefan Bartelt vom Kreisjugendfeuerwehrverband unterstützte er die Grünsfelder Kameraden nach Kräften.

Von dem, was er gesehen hatte, war Herrschlein begeistert. „Eine starke Feuerwehrabteilung und eine starke Kommune können einiges auf die Beine stellen“. Die erfolgreiche Premiere war nach Ansicht des Kreisjugendfeuerwehrwarts beispielgebend für künftige Veranstaltungen.

In die Vorbereitungen war auch Bürgermeister Joachim Markert involviert. Der freute sich darüber, dass das Zeltlager reibungslos über die Bühne ging. Bei der offiziellen Eröffnung wünschte er den Teilnehmern viele schöne Erlebnisse und interessante Kontakte. Das Zeltlager biete Gelegenheit, Menschen zu treffen, die demselben Hobby nachgehen. Es stärkte in Markerts Augen die Motivation der Kinder und Jugendlichen, bei der Feuerwehr mitzumachen. „Die Veranstaltung macht Spaß und man lernt viel.“ Seine nicht ganz uneigennützige Hoffnung: „Wer dabei war, bleibt dabei.“ feu