Grünsfeld

Caritasverband Tauberkreis Familienzentrum in der Stadtmitte eingeweiht / „Tragfähiges Konzept für ein lebenswertes Grünsfeld“

„Ort der Gemeinschaft für ratsuchende Bürger“

Begegnungsstätte für alle Generationen unter einem Dach: Das will das Familienzentrum sein. Bei einer Feierstunde wurde der neue Treffpunkt jetzt offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Grünsfeld. „Das Familienzentrum Grünsfeld ist ein Ort der Gemeinschaft für ratsuchende Bürger“, erklärte Beate Maier. Beim Caritasverband leitet sie den Bereich Beratung und moderierte die Einweihungsfeier. Die generationsübergreifende Anlaufstelle in der Stadtmitte bietet ihren Angaben zufolge vielfältige Unterstützungs- und Beratungsmöglichkeiten bei unterschiedlichsten Anliegen.

Auf rund 100 Quadratmetern sind in den Räumen der ehemaligen Schlecker-Filiale in der Hauptstraße ein Gemeinschaftsraum mit Küchenzeile, ein Büro beziehungsweise Besprechungsraum sowie Toiletten entstanden.

Das Familienzentrum ist, so Maier, als „Ort der Begegnung“ konzipiert. Familien und Einzelpersonen aller Altersgruppen sollen sich künftig hier treffen. Vereine und Gruppierungen können Freizeit- und Bildungsangebote nutzen. Drei Frauen stehen als Ansprechpartner zur Verfügung, um dem Anspruch gerecht zu werden. Sie bieten eine kostenfreie, konfessionsunabhängige und vertrauliche Beratung an.

Die Leitung des Familienzentrums liegt in den Händen von Cornelia Renk. Zweimal pro Woche – montags und mittwochs – wird sie vor Ort sein, um Menschen zu empfangen und ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. „Ich stehe denjenigen zur Verfügung, die sich für ein Angebot bei uns interessieren, aber auch denen, die Ideen und eigene Vorschläge einbringen möchten.“ Zu Renks Aufgaben gehört es auch, individuelle Anliegen von Menschen – unter dem Siegel der Vertraulichkeit – entgegenzunehmen und diese bei Bedarf mit den internen Möglichkeiten der Caritas-Geschäftsstelle oder anderen Einrichtungen aus dem Bildungs- und Sozialbereich zu vernetzen.

Nadja Hildebrandt vom Caritassozialdienst bietet montags eine Sprechstunde an. Dabei informiert sie über sozialrechtliche Ansprüche wie Arbeitslosengeld II, Grundsicherung im Alter oder Wohngeld, hilft, Anträge zu stellen oder Ansprüche zu klären. „Ich bin auch ansprechbar in Krisen, zum Beispiel bei der Existenzsicherung nach Trennung, Tod eines Angehörigen, in Pflegesituationen oder für Migranten und Geflüchtete.“

Mit im Boot ist auch der Kindergarten St. Marien. Dessen Leiterin Katja Baumann versprach ein abwechslungsreiches und ansprechendes Angebot für alle Bürger und speziell für Familien. „Wir möchten die vorhandenen Ressourcen nutzen, um gute Netzwerke aufzubauen“, betonte Baumann.

Als „Leuchtturmprojekt“ bezeichnete Matthias Fenger das neue Familienzentrum in seinem Grußwort. Der Vorstand des Caritasverbandes blickte nicht ohne Stolz auf das Geleistete zurück: „Wir haben entschlossen angepackt und ausprobiert, was es so noch nicht gibt.“ Jetzt gelte es, das Haus mit Leben zu erfüllen. Sein Appell an alle Beteiligten: „Wir müssen die Grünsfelder überzeugen, dass es sich lohnt, hierherzukommen.“

Von einem „Glückstag für Grünsfeld“ sprach Sozialdezernentin Elisabeth Krug und lobte den „innovativen Ansatz“ des Familienzentrums. Er richte sich nach den zeitgemäßen Herausforderungen vieler Familien und stärke die Elternselbsthilfe.

In Krugs Augen handelt es sich um ein „tragfähiges Konzept für ein lebenswertes Grünsfeld“.

„Ein Familienzentrum hat uns noch gefehlt“, erklärte Joachim Markert. Der Bürgermeister freute sich, dass es gelungen ist, ein vom Leerstand bedrohtes Gebäude im Zentrum der Stadt zu beleben. Ein Bürgerworkshop habe Ideen für die ungewöhnliche Lösung geliefert.

Das Stadtoberhaupt wies darauf hin, dass mit rund 170 000 Euro das Familienzentrum deutlich weniger gekostet habe als geplant. Finanziert wird es durch die Stadt Grünsfeld, der jährlich rund 9000 Euro aus der reduzierten Kreisumlage zur Verfügung stehen. Etwa 7500 Euro zahlt das Erzbistum Freiburg. Und die Caritasstiftung hat 4500 Euro als Anschubfinanzierung eingebracht.

Offiziell eingeweiht wurde das Familienzentrum von Pfarrer Oliver Störr. Er spendete den kirchlichen Segen. Der neue Treffpunkt ist unter einem Dach mit einer Filiale der Bäckerei Weber samt Café. Geschäftsführer Peter Weber überreichte symbolisch zwei selbstgebackene Schlüssel.

Die musikalische Gestaltung machte den generationenübergreifenden Charakter des Familienzentrums deutlich.

Die Kindergartenkinder sangen zur Einstimmung „Hereinspaziert und Willkommen“.

Anspielungsreiche Lieder trug auch der Frauenchor unter der Leitung von Regina Markert vor. Zu hören waren „Wir gehen unseren Weg“, „Gott baut ein Haus, das lebt“, „Du bist die Zukunft“ und das irische Segenslied.