Grünsfeld

Zweckverband Wasserversorgung Grünbachgruppe Vergaben von Bauleistungen für Eigenmaßnahmen im Wasserversorgungsverband „Mittlere Tauber“ bewilligt

Steuerung der Brunnen wird eingebaut

Die Vergabe zweier Baumaßnahmen waren wesentliche Tagesordnungspunkte einer öffentlichen Sitzung des Zweckverbandes Wasserversorgung Grünbachgruppe.

Grünsfeld. Unter Leitung des Verbandsvorsitzenden und Grünsfelder Bürgermeisters Joachim Markert tagte der Zweckverband Wasserversorgung Grünbachgruppe im Sitzungssaal des Rathauses in Grünsfeld.

Einstimmig fasste das Delegiertengremium der Mitgliedskommunen Grünsfeld, Großrinderfeld und Wittighausen einen Beschluss hinsichtlich der Vergabe von Eigenmaßnahmen des Zweckverbandes Wasserversorgung Grünbachgruppe für eine Fernwirktechnik im Rahmen von Verbundmaßnahmen des Wasserversorgungsverbandes „Mittlere Tauber“ (WVMT). Im Zuge der Schaffung des Roh- und Reinwasserverbundes in diesem Zweckverband werden Anpassungen und Ergänzungen in der bestehenden Netz- und Bauwerksstruktur des Wasserversorgung-Zweckverbandes Grünbachgruppe als Eigenmaßnahmen erforderlich.

Dabei handelt es sich um die Fernwirktechnik, die eine Steuerung der Wasserspeicher und Brunnen von einem zentralen Punkt aus ermögliche. Die Vergabe der erforderlichen Fernwirktechnik sei zwar funktionsabschnittsweise zusammen mit den Maßnahmen der anderen Verbandsmitglieder des WVMT ausgeschrieben worden, jedoch habe eine komplett gemeinsame Ausschreibung aus rechtlichen Gründen nicht realisiert werden können, berichtete Markert über eine entsprechende Absage seitens des Regierungspräsidiums.

Folglich habe man einzeln ausschreiben müssen, mit dem Risiko, dass verschiedene Anbieter zum Zuge kommen würden sowie eine Nichtkompatibilität der jeweilig ungleichen Steuerungssysteme gegeben sein könnte. Allerdings habe man den gesetzlichen Vorgaben Folge leisten müssen, selbst wenn die Vergabe dadurch komplizierter geworden sei. Den Zuschlag für die Vergabe der Leistungen der Eigenmaßnahmen im Bereich der Grünbachgruppe bezüglich der Fernwirktechnik bekam die Firma Siemens mit einem Angebotspreis in Höhe von rund 187 500 Euro. Zwar seien ursprünglich 2015 nur 167 000 Euro geplant gewesen, jedoch beinhalte der jetzige Betrag auch Wartungsverträge mit 11 000 Euro, teilte Verbandsrechner Manfred Maag mit.

Ebenfalls die Firma Siemens erhielt die Zuschläge für die Abschnitte FA02, FA03 und FA04 des WVMT zu einem Gesamtpreis von fast 538 000 Euro, wobei dieses Angebot von der SRP Schneider & Partner Ingenieur-Consult GmbH geprüft worden sei. Bei der Beantragung der Fördermittel vor etwa drei Jahren sei man noch 354 000 Euro ausgegangen. Indes rechne man durch Kosteneinsparungen beim Ausführen der Arbeiten noch mit einer Ausgabenreduzierung in Höhe von 80 000 Euro. Zudem seien auch hier bereits Wartungsverträge mit einem Betrag von 10 000 Euro inklusive, betonte Maag.

Erneuerung der Förderleitung

Ebenfalls einstimmig von der Verbandssitzung bewilligt wurde die Vergabe der Bauleistungen zur Erneuerung der Förderleitung der „Grünbachgruppe“ im Baugebiet „Höhri II“ in der Stadt Grünsfeld sowie für eine Umverlegung der Förderleitung zwischen den Hochbehältern „Hömberg“ und „Lai“ für den Funktionsabschnitt 02 der Eigenmaßnahmen der Grünbachgruppe in Zusammenhang mit dem WVMT. Bei der bisherigen, 36 Jahre alten Leitung habe es in der Vergangenheit bereits zwei Rohrbrüche gegeben, berichtete Markert. Die Reparatur der Förderleitung habe den Zweckverband etwa 10 000 Euro gekostet. Generell betrage die Lebensdauer von PVC-Leitungen rund 40 Jahre.

Darüber hinaus verlaufe die Leitung derzeit über Privatgrund. Mit der aktuell laufenden Ausweisung des Baugebiets „Höhri II“ sei daher zum einen die Verlegung der Leitung komplett auf öffentlichem Grund geplant sowie zum zweiten einhergehend, sie durch Zementmuffendruckrohre mit einer erheblich höheren Lebensdauer von durchschnittlich 50 bis 60 Jahren zu ersetzen, informierte Wassermeister Stefan Ludwig.

Zudem könne man bei einem Leitungsleck gegebenenfalls leichter die undichte Stelle finden als bei PVC-Rohren. Die Kosten seien vom Grünsfelder Ingenieurteam Jouaux mit 71 500 Euro kalkuliert worden. Nach der Ausschreibung dieser Arbeiten in den nächsten Wochen sei die Submission für Anfang September vorgesehen.

Bei der Vorstellung der Nitratgehalte erläuterte Ludwig, dass die ungewöhnlich hohen Werte auf die geringen Niederschläge in den letzten Monaten zurückzuführen seien. Zudem sei im Brunnen Ilmspan die Pumpe für längere Zeit defekt gewesen, so dass keine Durchmischung der Wasserschichten erfolgen habe können.

Die Wassermenge sei nach Angaben des Wassermeisters jedoch hervorragend und der Grundwasserpegel relativ hoch, wobei dieser im Laufe des Sommers in der Regel nutzungsbedingt leicht abnehme.