Grünsfeld

Schlepperfreunde Treffen der Oldtimer rund um die Stadthalle und Festumzug lockten zahlreiche Besucher

Technikgeschichte wurde lebendig

Archivartikel

Traktoren, Technik, Tradition: Beim Oldtimer-Schleppertreffen kamen Liebhaber alter Landmaschinen auf ihre Kosten.

Grünsfeld. Die Schlepperfreunde Grünsfeld hatten rund um die Stadthalle ihr Oldtimer-Schleppertreffen veranstaltet. Ein abwechslungsreiches Programm gab den vielen Besuchern einen Einblick in das nicht immer einfache bäuerliche Leben in früherer Zeit.

„Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, bäuerliches Brauchtum und Traditionen zu pflegen und zu erhalten“, erklärte Kilian Barthel. Der Vorsitzende der Schlepperfreunde hat einen Bewusstseinswandel festgestellt. „Wer vor 30 Jahren einen Traktor restaurieren wollte, ist für verrückt erklärt worden“, berichtete er. Heute sei das ganz anders.

Die Grünsfelder Schlepperfreunde zählen seinen Angaben zufolge nicht nur 50 engagierte Mitglieder, mittlerweile gebe es auch eine Menge Fans. „Viele von ihnen besitzen selbst einen Oldtimer“, freute er sich.

Maschinen im Einsatz

Nicht nur einen besitzt Sebastian Bundschuh. Der stellvertretende Vorsitzende nennt insgesamt zwölf sein eigen. Die alten Landmaschinen im Einsatz zu erleben, ist in seinen Augen ein Teil der Faszination. Als gelernter Industriemechaniker stellt es für ihn auch kein Problem dar, die Maschinen selber zu reparieren.

Zum Schleppertreffen kamen Teilnehmer aus nah und fern. Die meisten ihrer mit großem Einsatz hergerichteten Exponate stammten aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Marken wie Güldner, Fendt, Deutz, Lanz, Hanomag, Porsche, Kramer oder Massey Ferguson ließen die Augen der Kenner aufleuchten. Sachkundig erläuterte Manfred Kehl die Besonderheiten einzelner Exemplare.

Ein Großteil der zahlreich auf dem Stadthallenparkplatz versammelten Traktoren nahm am sonntäglichen Festzug durch die Stadt teil. Erstaunlich viele junge Fahrer waren zu sehen, Beleg dafür, dass das Hobby auch bei der Jugend gut ankommt.

„Der Verein ist mit hohem Engagement und Leidenschaft dafür verantwortlich, dass das Schleppertreffen eine attraktive Veranstaltung ist“, lobte Bürgermeister Joachim Markert in seinem Grußwort. Seiner Meinung nach machte das Schleppertreffen Technikgeschichte lebendig.

Vorführungen

Verschiedene Vorführungen gaben einen Einblick in landwirtschaftliche Tätigkeiten. Die Getreideernte stand dabei im Mittelpunkt. Alte Ackerschlepper aus den Anfängen des Maschinenzeitalters mit ihren verschiedenen Anbauten wie Pflüge, Mähwerke oder Garbenbinder waren zu sehen. Viele ältere Besucher gerieten dabei ins Schwärmen, fühlten sie sich doch in frühere Zeiten zurückversetzt. Die junge Generation staunte über die ihr zumeist unbekannte Technik.

Eindrucksvoll wurde der technische Wandel deutlich. Was einst mühselig Handarbeit war, die Stunden, wenn nicht gar Tage in Anspruch nahm, wird heute in Sekundenschnelle durch hochleistungsfähige Maschinen erledigt. Außerdem wurde die Wetterabhängigkeit drastisch vor Augen geführt. Ein paar Regentropfen genügten, sodass die Geräte nachjustiert werden mussten.

Die Vorführungen zeigten auch, dass es viel Idealismus braucht, um dieses Hobby auszuüben. Kilian Barthel sprach trotzdem von einer „schönen Aufgabe“. Seinen Mitstreitern bescheinigte er jedenfalls große Bereitschaft, weiterhin Kultur und bäuerliches Brauchtum zu pflegen, indem sie alte Landmaschinen restaurieren.

Zum Rahmenprogramm gehörte auch ein Bauernmarkt, der selbstgemachte Spezialtäten für Leib und Seele im Angebot hatte. An die kleinen Besucher hatten die Organisatoren ebenfalls gedacht. Die jüngsten Schlepperfreunde konnten sich in der Strohhüpfburg austoben, sich schminken lassen oder im Sand spielen. feu