Grünsfeld

Jubiläum In zwei Jahren blickt Grünsfeld auf eine 700-jährige Geschichte als Stadt zurück

Werkstatt bringt viele neue Ideen

Archivartikel

2020 blickt Grünsfeld auf eine 700-jährige Geschichte als Stadt zurück. Jetzt gab es eine Ideenwerkstatt.

Grünsfeld. „Fakt ist, ohne schlechtes Gewissen können wir im Zusammenhang mit dem Bezugsdatum 1320 im Jahr 2020 unser 700-jähriges Stadtjubiläum feiern“, trat Bürgermeister Joachim Markert allen Zweiflern entgegen, die eine ältere Erwähnung von Grünsfeld in Erinnerung haben.

Bezeichnung existiert nicht

Die Bezeichnung Grünsfelds als „Oppidum“ 1280 existiert nicht, noch nicht einmal der Ortsname Grünsfeld komme in der Urkunde vor, hatte das Staatsarchiv Würzburg bei einer Prüfung des Sachverhaltes an Kreisarchivarin Claudia Wieland mitgeteilt. So will man das nachweisbare Jahr der Stadterhebung vor 700 Jahren am 22. Juni 2020, dieses Datum ist in einem Vertrag, der heute im Generallandesarchiv in Karlsruhe aufbewahrten Urkunde zwischen Markgraf Rudolf von Baden und dessen Onkel Ludwig dem Älteren von Rieneck – dem damaligen Herrn von Grünsfeld – erwähnt, gebührend feiern. Doch nicht nur an diesem besagten Datum soll sich die Stadt präsentieren, am besten ein ganzes Jahr lang.

Aus diesem Grund veranstaltete die Verwaltung eine erste Ideenwerkstatt im Rienecksaal mit vielen Vertretern von Vereinen und Verbänden, sowie fast allen Gemeinderäten. Die große Resonanz freute den Rathauschef, zeigt es doch, dass die Bürger an der Geschichte ihrer Stadt und an der Weiterentwicklung interessiert sind. Er gab einen geschichtlichen Rückblick auf die Stadtgeschichte. Natürlich sei die Stadt älter – erste Keramikfunde deuten auf die Zeit 4500 bis 1500 vor Christus hin –, aber man sei eben erst seit 1320 offiziell eine Stadt mit allen Rechten und Pflichten, wie dem Marktrecht, den Handwerkszünften, der niederen Gerichtsbarkeit der teilweisen Selbstverwaltung der inneren Angelegenheiten und vielem anderen mehr.

Dem Rathauschef waren schon selbst einige Ideen für das Jubiläumsjahr. Fest steht bis jetzt, dass man vom 20. bis 22. Juni 2020 ein großes Fest veranstalten will, inklusive der Eingemeindungen und der Partnerstädte. Wie genau dieses Fest ablaufen soll, war ein Aspekt der Ideenfindung an den fünf Zehnertischen. Weitere Themen waren: Veranstaltungen im Jubiläumsjahr 2020, Ideen, Vorträge und Ausstellungen, Jubiläum aller Generationen und Ortsteile und Grünsfeld früher – heute – morgen.

Die Bürger machten sich gleich ans Werk und brachten ihre Ideen zu den Themenkomplexen zu Papier. Natürlich durfte jeder zu jedem Thema seine Gedanken einbringen, so dass es ein abwechslungsreicher und intensiver Abend im Rienecksaal wurde.

Bürgermeister Markert hatte schon mal eine „weiße Wein-Nacht“ ins Spiel gebracht oder einen klassischen Silvesterball, wie er früher regelmäßig in der Stadthalle stattfand – „das wäre mein Traum“. Ob der Ball das Jubiläumsjahr beginnen oder beschließen soll, muss noch geklärt werden, ebenso wie die möglichen Veranstalter aus Vereinskreisen. Der Bürgermeister kann sich sehr gut vorstellen, dass hier mehrere Vereine zusammenarbeiten. Auch ein Konzert mit der Grünsfelder Sängerin Helena Goldt, die erst vor kurzem einen vielbeachteten Auftritt im Rienecksaal absolvierte und ihre grundsätzliche Bereitschaft schon signalisiert hat oder auch Gottesdienste an besonderen Plätzen in Stadt und Eingemeindungen könne er sich vorstellen.

Das gefiel Pfarrer Oliver Störr sehr gut, wird doch die Pfarrkirche in Grünsfeld 2020 wahrscheinlich renoviert und steht damit nicht als Gotteshaus zur Verfügung.

Nicht zu viel planen

Viele Vereinsvorsitzende gaben zu bedenken, dass man nicht zu viele Jubiläums-Veranstaltungen planen solle, um die eigenen Fest nicht zu gefährden und in den Hintergrund treten zu lassen. Einen Fixtermin gibt es bereits, die Serenade mit der Musikkapelle Grünsfeld und der Musikkapelle Pfreimd am 18. Juli 2020. Dieser Termin sei schon geblockt.

Der Heimat- und Kulturverein will sich ebenso in die Festlichkeiten des Jubiläumsjahres einbringen, wie der Nabu oder die Wanderfreunde, um nur einige Vereine zu nennen. Die Bereitschaft ist groß, das Stadtjubiläum gebührend zu feiern, nun geht es bei den Vereinen um die Ausarbeitung der Ideen. Die will man bei einem weiteren Treffen am 15. November konkretisieren und dann Stück für Stück vorangehen bei der Umsetzung der vielen Ideen des Abends. „Wir haben viel zu bieten, mehr als manche Großstadt“, lobte Bürgermeister Markert „seine“ Vereine. Zusammen mit der Stadtverwaltung werde man ein buntes Programm für das ganze Jubiläumsjahr finden, in dem sich alle Bürger wiederfinden und das den Namen der Stadt Grünsfeld noch weiter in die Welt tragen wird.

Dazu soll auch die Aktion „700 gute Taten für 700 Jahre Stadtrecht“ beitragen. Hier könne sich jeder Bürger direkt einbringen und mit seiner guten Tat die Welt ein bisschen menschlicher machen.