Grünsfeld

Sitzung des Gemeinderats Klares Bekenntnis von Bürgermeister und Gremium mit Blick auf den Stadtwald

"Wir setzen voll auf Nachhaltigkeit"

Diesmal blieb es noch bei der Theorie: Doch im nächsten Jahr macht sich das Gremium wieder auf die Spurensuche im heimischen Wald.

Grünsfeld. "Wir setzen hier innerhalb der Kommune voll und ganz auf Nachhaltigkeit": Diese Kernaussage schickte Bürgermeister Joachim Markert voraus, als man nun trotz gewissermaßen lauter Bäume den Wald nicht aus den Augen verlor. In der fast zweistündigen öffentlichen Sitzung des Gemeinderates am Dienstagabend im Saal des Grünsfelder Rathauses stand dabei neben zusätzlichen Punkten - siehe dazu weitere Berichte - vor allem der Stadtwald im Mittelpunkt, wozu kompetente Referenten die forstlichen Bewirtschaftungspläne detailliert erläuterten.

Waldbegehung angekündigt

Wie die vom Stadtoberhaupt kurz vorgestellte Leiterin der Kreisbehörde in Tauberbischofsheim, Forstdirektorin Dagmar Wulfes, in Begleitung des Revierleiters, Forstamtmann Peter Kugler, eingangs erklärte, freue sie sich über ihren ersten Auftritt in dieser Umgebung, den man im nächsten Jahr auf jeden Fall vertiefen wolle. Sie kündigte daher für 2018 wieder einmal eine Waldbegehung an, ein notwendiger Rundgang, wie Joachim Markert bestätigte, der hierzu einen Termin noch vor der Sommerpause ins Auge fasste.

Nachdem sich die Forstdirektorin zunächst ausführlich dem derzeit laufenden Kartellverfahren gewidmet hatte, ein Prozess, der die Beteiligten noch knapp zwei Jahre beschäftige, lobte sie den Mut und die Zuversicht des Grünsfelder Gemeinderates, der sich bekanntlich darauf verständigte, zusehends verstärkt Kulturen anzulegen, um damit eine "schwarze Null" zu schreiben.

Überleitend auf den "passenden Holzmarkt", von dem Dagmar Wulfes sprach, ging es danach im Gremium aufgrund etlicher Nachfragen um spezielle Baumarten, wobei man für die früher so häufig verbreitete Fichte keine Zukunft mehr erkannte, ebenso auch für die Esche, die durch den Schädling nach und nach der Motorsäge zum Opfer falle.

Man setze dafür umso mehr auf die nur Vorteile bringende Douglasie, führte im Anschluss der Revierleiter aus, der anmerkte, dass hier der Bestand bei seinem Amtsantritt lediglich bescheidene vier Prozent betragen habe. Inzwischen sei man jedoch bereits bei zwölf Prozent angelangt, und dies mit dem 20-prozentigen Ziel, so Peter Kugler, der sich anschließend dem Vollzug für das vergangene Forstwirtschaftsjahr zuwandte, bei dem man eine fast genaue "Punktlandung" hingelegt habe.

"Schwarze Null"

Auf die einzelnen Zahlen eingehend, nannte daraufhin der Revierförster für 2016 den Einschlag von 2003 Festmetern bei Einnahmen und einem Erlös von 132 660 Euro sowie Ausgaben/Kosten von 127 903 Euro, womit man immerhin auf einen Überschuss von 4757 anstatt der geplanten 4300 Euro komme.

Nach einem Blick auf die beim Verkauf erlösten 93 259 Euro hielt dann Kugler zu diesem Jahr fest, dass man bei 126 100 beziehungsweise 125 800 Euro noch mit einem 300-Euro-Überschuss rechnen könne, ein auch 2018 mit 1860 Festmetern wohl ziemlich identisches Ergebnis, bei dem man sich dann allerdings nicht mehr in der Lage sehe, möglicherweise auf eventuelle Reserven zurückzugreifen. Die Zustimmung im Plenum fiel schließlich einmütig aus - auch im Blick auf die immer mehr an Bedeutung gewinnende Naturverjüngung.