Grünsfeld

Am Grünbach Unterirdische Metallsperren wurden durch Mitarbeiter des Bauhofs Grünsfeld errichtet

Zaungeflecht soll den Biber abhalten

Grünsfeld.Der Grünbach und der Wittigbach entwickeln sich immer mehr zum perfekten Gewässer für Biber. Der breitet sich in der Gegend immer weiter aus und wird zu einer ernsten Gefahr. So hat eine Biberfamilie im vergangenen Jahr bei der Tennisanlage in Grünsfeld dafür gesorgt, dass sich durch Querstollen ein Loch von rund drei Metern Durchmesser in Ufernähe gebildet hatte, in das leicht ein Mensch hätte fallen können.

Auch im Bereich des Grünbachs bei Grünsfeldhausen hat sich eine Familie niedergelassen und schafft sich ihre eigene Welt. Bedroht davon ist auch der Angelteich. Entlang der Ufer gibt es Wohnbebauung und Privatgärten.

Zaunmatten um Obstbäume zeugen vom „Kampf“ zwischen Mensch und Kreatur um das, was sie jeweils als ihren Ertrag ansehen.

„Böse Konflikte zwischen den Parteien gibt es indes nicht“, weiß der Niederstettener Biberberater Siegfried Dehner zu berichten. Man habe sich weitgehend miteinander arrangiert, auch wenn der Mensch immer wieder staune, was so ein Biber anrichten könne. Kürzlich „überfiel“ eine Biberfamilie eine Baumschule in unmittelbarer Nähe des Grünbachs und „knabberte“ die jungen Bäume einfach um.

Jetzt rückte ein Bautrupp des Grünsfelder Bauhofes zusammen mit ehrenamtlichen Helfern an, um dem Biber das Auflockern des Bodens zu vergraulen – in Absprache mit dem Biberbeauftragten. Denn regelmäßig inspiziert Siegfried Dehner den See, die Rückhaltebecken, Bachläufe und die Flur. Er führt Gespräche mit Einwohnern und möglichen „Bibergschädigten“. Dehner versucht auszugleichen, Lösungen zu finden, wo Natur und Mensch sonst irgendwann vielleicht heftig aneinandergeraten.

Vor allem im Bereich der Tennisplätze ist ein Interessenskonflikt aufgetreten: Hier hat der Biber versucht, vom Bach aus Röhren bis weit in den Uferbereich hinein anzulegen. Und der ist nicht nur öffentlicher Grund, sondern der sensible „Grenzbereich“ dient der Stabilität der ganzen Anlage.

Bissfester Draht

Oft habe der Biber aus Naturschutzgründen mit seinen Belangen „das Sagen“, hieß es. Jetzt wurde in Grünsfeld nach einem behördlichen Abstimmungsverfahren für den Menschen und die technische Standsicherheit entschieden. An der Tennisanlage und beim See werden die beiden Bachbette mit einem speziellen, bisssicheren und widerstandsfähigen Drahtgeflecht verwehrt.

Die unterirdische Metallwand soll den Biber sicher davon abhalten, in diesem Bereich Querröhren zu bauen. Biberberater Siegfried Dehner hält fest, dass er jederzeit für Gespräche zur Verfügung steht.

Auch das Landratsamt nimmt sich Fragen und Problemen bezüglich der Nager an.

Wasser-Anrainer können beim Landratsamt des Main-Tauber-Kreises kostenfrei einen Spezial-Zaun erhalten, um wassernahe Gehölze zur schützen.