Handball

Handball MTV Ingolstadt sagt Teilnahme an der dritten Runde in Wertheim kurzfristig ab

Das Match hat es in sich

Archivartikel

Main-Tauber – Bad Neustadt 22:24

HSV Main-Tauber: Schack (Tor); Kunzmann, Michel, Lejic, Akbulut, Eichelbrönner, Witt, Wießler, Julian Enzfelder.

„Natürlich sind wir ein bisschen enttäuscht, gerade weil es so knapp war. Ich hätte mir vorher im Traum nicht vorstellen können, dass wir soweit kommen und dann selbst gegen den Topfavoriten Siegchancen haben. Letztendlich können wir sehr stolz auf das sein, was wir in dieser Pokalsaison geleistet haben“, so Spielertrainer Konrad Michel nach der Partie gegen den HSC Bad Neustadt.

Dies war leider das einzige Match, das am Sonntag in Wertheim im Rahmen der dritten Runde des Molton Cups ausgetragen wurde, da der MTV Ingolstadt seine Teilnahme recht kurzfristig abgesagt hatte.

Rollen klar verteilt

Dafür hatte es dieses Aufeinandertreffen in sich. Die Rollen waren vor dem Spiel klar verteilt. Auf der einen Seite der Drittligaabsteiger und Tabellenführer in der Bayernliga HSC Bad Neustadt. Auf der anderen Seite der Bezirksligaaufsteiger (siebte Liga) aus Wertheim. Doch von diesem vermeintlichen Klassenunterschied war wenig zu sehen, im Gegenteil. Die abgesehen von einigen Verletzten in Bestbesetzung angetretenen Bad Neustädter hatten gehörige Startschwierigkeiten. Man merkte sichtlich, dass der HSC mit dem für sie ungewohnten Harz-Verbot zu kämpfen hatte.

Dazu kam, dass der Gastgeber eine ordentliche Abwehr stellte und auch Torhüter Maximilian Schack glänzend aufgelegt war. Man selbst schaffte es immer wieder sich gegen die kompakte HSC Defensive gute Chancen heraus zu spielen. So musste man sich schon die Augen reiben, als die Anzeigetafel nach 13 Minuten ein 7:2 für die Hausherren anzeigte.

Doch die Gäste kamen nun besser ins Spiel. Den Wertheimern fehlte jetzt etwas das Glück im Abschluss, und so gelang es dem Favoriten bis zur Halbzeit auszugleichen.

Die erste Hälfte hatte Selbstvertrauen gegeben, und so war die Partie auch nach dem Seitenwechsel völlig offen. In der 40. Minute schaffte es der HSV sogar wieder, mit 14:12 in Führung zu gehen. In Folge kam es jedoch zu einem zeitweiligen Einbruch.

Diesen nutzten die Gäste im Stil einer Spitzenmannschaft. Angeführt von ihren Topscorern Singwald und Hines gelangen den Bad Neustädtern sieben Tore in Serie. Doch der Underdog steckte nicht auf. Im Gegenteil schien es, als ginge noch mal ein Ruck durch die Mannschaft, das Unmögliche möglich zu machen. Man kämpfte sich Tor für Tor heran und schaffte es beim 21:23, nach 54 Minuten wieder in Schlagdistanz zu gelangen.

Ausgleich möglich gewesen

Am Ende wäre vielleicht sogar der Ausgleich drin gewesen, als man kurz vor Schluss die Chance hatte, auf einen Treffer zu verkürzen. Hier zeigte sich jedoch die Abgebrühtheit des Favoriten, welcher diese Möglichkeit vereitelte und im Gegenzug wieder auf zwei Tore erhöhte. Letztlich siegte der HSC Bad Neustadt knapp, aber verdient mit 22:24.

Zwei Gewinner

Dennoch gibt es an diesem Nachmittag zwei Gewinner. Der HSC zieht ins „Final Four“ um den Gesamtsieg ein, der HSV hat jedoch gezeigt, dass Handball in Wertheim wieder lebt. Sensationell bezwang man höherklassige Teams und war selbst dem haushohen Favoriten aus Bad Neustadt zeitweise ebenbürtig. Unter diesen Voraussetzungen darf man gespannt sein, was für den Aufsteiger in der in zwei Wochen beginnenden Bezirksligasaison möglich ist.

Der Kader hat auf jeden Fall das Potenzial, um oben mit zu spielen. Vor allem hat man jedoch gesehen, wieviel Einsatz und Leidenschaft die Michel-Truppe im Pokal gezeigt hat, welcher von vielen anderen Mannschaften einfach abgeschenkt wird. Dieser Meinung ist auch Trainer Konrad Michel: „Ich denke, wir haben ein großartiges Spiel gezeigt. Die Jungs machen mir es zurzeit wirklich leicht. Man sieht jedem die Lust und den Spaß am Spiel an, und mit diesem Einsatz kann man auch gegen stärkere Mannschaften mithalten. Hier wächst gerade richtig etwas zusammen. In zwei Wochen starten wir dann in die Runde. Ich hoffe, das wir diese Eigenschaften beibehalten können, ernsthafte Sorgen mache ich mir da jedoch nicht.“