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Handball HSV Main-Tauber gewinnt gegen Heidingsfeld in der Herren-Bezirksliga Südwest

Dem Titel einen großen Schritt näher

Archivartikel

TG Heidingsfeld II – HSV Main-Tauber 25:26

HSV Main-Tauber: M. Schack (Tor), B. Schack (Tor), Kunzmann 8/7, Eichelbrönner 5, Michel 4, Rösler-Schlüter 4, Enzfelder 2, Wießler 2, Witt 1, Jamerson, Lejic.

Mehr Spannung als das Finale des Spiels TG Heidingsfeld II gegen HSV Main-Tauber hätte selbst der beste Krimi nicht bieten können. Das dieser Thriller am Ende ein glückliches Ende für die Wertheimer nehmen würde, war jedoch lange nicht abzusehen. Die Vorzeichen vor der Partie standen denkbar schlecht für den Tabellenführer. Durch die kurzfristigen Ausfälle von Felix Braunbeck, Marcel Michel, Sebastian Hingerl, Levent Akbulut und Björn Brem hatte Trainer Konrad Michel gleich fünf Spieler nicht zur Verfügung und musste ungeplant sogar selbst auf die Platte. Im Gegensatz dazu hatten die Hausherren das Luxusproblem, Akteure vom Spielberichtsbogen streichen zu müssen.

Partie zunächst ausgeglichen

In den ersten Minuten wechselte die Führung munter die Seiten. Eine zwischenzeitliche Durststrecke der Gäste von knapp sieben Minuten ohne Tor nutzte die TG,H um sich einen zwischenzeitlichen Drei-Tore-Vorsprung herauszuarbeiten. Insbesondere das schnelle Spiel der Gastgeber bereitete dem HSV Probleme, der seinerseits auch aufgrund der dünnen Personaldecke mit weniger Tempo als gewöhnlich agierte. Bis zum Halbzeitpfiff gestaltete sich die Partie wieder ausgeglichener, und so konnten die „Hätzfelder“ verdient mit 14:12 in die Pause gehen. Auch nach Wiederbeginn neutralisierten sich beide Teams weitestgehend. Auch Torhüter Maximilian Schack, der am Ende zum Helden werden würde, konnte einige gute Möglichkeiten entschärfen. Doch auch die Heimdefensive stand gut. So trat der Toptorjäger der Liga Kevin Kunzmann in diesem Spiel mehr als Assistgeber für die Kreisläufer denn als Feldtorschütze hervor und zeigte mit sieben von sieben verwandelten Strafwürfen obendrein keine Nerven. Dennoch lief man lange Zeit einem Rückstand hinterher, erst in der 49. Spielminute konnte der erst 20 Minuten vor Ende eingewechselte Konrad Michel erstmals seit der 15. Minute wieder zum 20:20 ausgleichen. Wenig später gelang es dem Tabellenführer sogar, mit zwei Toren in Führung zu gehen. Nun sollte ein Finale anbrechen, welches an Wahnsinn kaum zu überbieten war. Beim Spielstand von 23:24 und weniger als vier Minuten auf der Uhr kassierten die Wertheimer drei Zeitstrafen innerhalb von 14 Sekunden. Doch was im Gegensatz zur körperlichen Zermürbtheit nicht sichtbar war, war der unbändige Siegeswille des Tabellenführers. Obwohl die Hausherren nun doppelt so viele Feldspieler auf der Platte hatten wie der HSV, gelang es die Unterzahlsituation nur mit 2:1 zu verlieren und beim 25:25 Ballbesitz zu haben. Nachdem beide Teams noch einen Angriff ohne Torerfolg abgeschlossen hatten, war es „Oldie“ Daniel Wießler der die Wertheimer sechs Sekunden vor Schluss mit 25:26 in Führung warf. Doch dies war noch nicht der Sieg. Wie sollte es in so einer Partie anders sein, gelang es den „Hätzfeldern“ noch einmal, durch eine schnelle Mitte zum Abschluss zu kommen. Dieser sollte am Pfosten landen. Doch wieder schalteten die Gastgeber schnell und konnten sich den Abpraller sichern und mit dem Schlusspfiff gar noch einen Siebenmeter herausholen.

Alle schauen auf Schack

Alle Augen blickten nun gespannt auf HSV-Keeper Schack, der schon wenige Minuten zuvor einen Strafwurf parieren konnte. TGH-Schütze Alexander Wagner suchte sich die rechte untere Ecke heraus, doch mit einem tollen Reflex war Schack zur Stelle und parierte den Ball, Sekunden später war er schon von einer Wertheimer Jubeltraube umgeben. Damit ist man in Wertheim dem Titel einen gewaltigen Schritt näher gekommen. In den kommenden zwei Wochen kommt es zum Showdown gegen die einzigen beiden Teams, die dem HSV bisher Punkte abnehmen konnten. Großlangheim und Randersacker. Erstere mussten am Sonntagabend eine bittere 30:31-Niederlage gegen Waldbüttelbrunn hinnehmen.Der Samstag hat jedoch gezeigt, dass der HSV Main-Tauber bereit ist für dieses Spitzenspiel. HSV-Trainer Konrad Michel war nach dem Spiel noch sichtlich euphorisiert: „Das war ein Wahnsinnsspiel, so etwas erlebt man nicht häufig. In der dreifachen Unterzahl und beim letzten Siebenmeter waren wir eigentlich zweimal ausgeknockt, und zweimal haben wir mit unheimlicher Moral dagegen gehalten. Wir wollen diesen Schub, den so ein Sieg auslöst für die kommende Woche mitnehmen, wenn es gegen Großlangheim geht.“ hsv