Handball

Handball HSV Main-Tauber schickt eine neu formierte Männermannschaft in den Spielbetrieb / Konrad Michel trainiert und spielt mit Routiniers und Talenten

Hallensportler unter freiem Himmel

Wertheim ohne aktive Handball-Männermannschaft? Das schien lange undenkbar, passierte aber allein in den vergangenen fünf Jahren bereits zwei Mal. Die Saison 2012/2013 fand ohne den HSV Main-Tauber statt, und auch in der Spielzeit 2016/2017 gab es keinen Handballsport in der Main-Tauber-Stadt. Beide Male war die schlechte Personalsituation der Grund für den "Ausstieg" aus dem Spielbetrieb.

Als Konrad Michel, Daniel Wießler und Levent Akbulut - drei Spieler aus der Zeit, in der der HSV Main-Tauber bis in die bayerische Landesliga Nord aufstieg - im Winter in Würzburg einem Spiel des Zweitligisten DJK Rimpar Wölfe zuschauten, entstand die Idee, dem Handballsport in Wertheim wieder auf die Beine zu helfen. Das Ergebnis können die Handballfreunde aus Wertheim und Umgebung bald begutachten, denn in der nun beginnenden Saison stellt der HSV Main-Tauber wenigstens wieder ein Männerteam.

"Wir hatten Lust, wieder etwas auf die Beine zu stellen", sagte Konrad Michel im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten. Der 32-Jährige, der als Spielertrainer fungiert, begann sofort damit, eine mögliche Mannschaft zusammenzutrommeln. "Das war sogar ganz leicht, denn von der Idee waren alle gleich angetan." Auch beim Vorstand des HSV Main-Tauber rannte man sozusagen offene Türen ein. "Vorsitzender Olaf Schmitt hat sofort sehr positiv darauf reagiert", erinnert sich Michel.

Keine offenen Türen gab es allerdings in der Saisonvorbereitung, denn dafür stand den Spielern des HSV Main-Tauber keine Halle zur Verfügung. Die gewohnte Trainingsstätte (Sporthalle 2 des Bildungszentrums Bestenheid) ist noch immer gesperrt, so dass die Hallen-Handballer gezwungen waren, unter freiem Himmel zu trainieren. Der "Käfig", wie das umzäunte Mehrzweck-Spielfeld neben dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium genannt wird, wurde somit in den vergangenen Wochen zum regelmäßigen Treffpunkt. "Das war eigentlich ganz gut dort", so Konrad Michel. Demnächst soll die "SH2" aber wieder soweit sein, um das Training dort stattfinden zu lassen.

16 Spieler umfasst nun der Kader für die aktuelle Saison, die der HSV Main-Tauber freilich "fast ganz unten" beginnt: In der Bezirksklasse Südwest Unterfranken. "Wir lassen uns mal überraschen, was da auf uns zukommen wird", sagte Konrad Michel, dessen Mannschaft erst einmal "wieder anfangen soll". Was dann am Ende sportlich dabei herauskommt, werde man sehen.

Interessante Mischung

Die aktuelle Männermannschaft des HSV Main-Tauber besteht jedenfalls aus einer interessanten Mischung erfahrener und talentierter Spieler. "Alterspräsident" wird Abwehrspieler Thomas Michel sein, der stramm auf die 50 Jahre zugeht. Wesentlich jünger, aber doch schon als Routiniers zu bezeichnen sind Linksaußen Daniel Wießler und Rückraumspieler Levent Akbulut.

"Uns ist wichtig, dass die ,Alten' die jungen Spieler bestmöglich unterstützen", hofft Konrad Michel auf eine gelungene Symbiose bei der Kader-Zusammenstellung.

Ziel des HSV Main-Tauber ist es in jedem Fall, wieder eine schlagkräftige Mannschaft aufzubauen. Das Team, das nun bald an den Start gehen wird, würde sich jedenfalls freuen, wenn sich auch der gewohnt gute Zuschauerzuspruch in der Heimspielstätte (SH1 in Bestenheid) wieder einstellt. "Was das betrifft, hoffen wir darauf, dass es auf den Rängen wieder so stimmungsvoll wird, wie wir das von früher kannten", so Konrad Michel.