Handball

Handball Dem TSV gelingt in Oedheim ein historischer Sieg / Buchen jetzt Tabellenführer / Huddelbätz-Party und Topspiel gegen Neckarsulm

Kollektiver Jubel flutet die ganze Halle

Man sollte mit Superlativen, in einer Zeit in der vorschnell alles zum Skandal oder positiv zum größten Allerzeiten hochstilisiert wird, nicht leichtfertig hantieren. Was aber am Sonntagnachmittag in der Oedheimer Heimspielstätte der SG Degmarn/Oedheim stattfand war ohne Zweifel historisch.

Das die Saison für die Herren des TSV ganz gut läuft, konnte man schon vor Anpfiff der Partie leicht mit einem Blick auf die Tabelle feststellen. Dass es für den TSV keine „Angstgegner“ mehr zu geben scheint, auf diese Idee könnte man nach Siegen in Neckarsulm und in Hardheim auch kommen. Bewusst an eine Sieg in der dortigen Halle erinnern könnte sich weder ein Spieler des TSV noch einer der vielen mitgereisten Zuschauer.

Erst einmal ziemlich zäh

Mit Spielbeginn klappte die erhoffte Entspannung dann weder auf den Rängen noch auf dem Spielfeld. Zäh und uninspiriert agierten beide Teams. In dieser kreativen Dürrephase beider Teams konnten die Oedheimer allerdings auf ihren „go-to-guy“ Max Odenwald vertrauen, der nach zwölf Minuten für drei der vier Heimtore verantwortlich zeichnete. Coach Wiener hatte somit genug gesehen und rief seine Herren per Team Time-Out zum Rapport, und er fand dem Anschein nach die richtigen Worte. Die nächsten zwölf Spielminuten sollten nämlich den Gästen gehören. In den nächsten gut 180 Sekunden machte man aus dem 4:1 ein 5:4, und mit fünf BCH-Toren in der weiteren Folge zog man davon. Während der TSV jetzt wie aufgedreht spielte und in Defensive und Offensive eine schwindelerregend schnelle Beinarbeit ablieferte, wussten sich die Hausherren kaum noch zu helfen. Einzig die Oedheimer Nummer 21 netzte für die Gastgeber und feuerte aus allen Lagen auf Buchener Gehäuse von Fabian Nirmaier.

Mit auslaufender Uhr zur Halbzeitpause und angezeigtem Zeitspiel, konnte Simon Röckel nur noch unfair gestoppt werden. Dies bescherte den Buchenern zwar keinen weiteren Treffer mehr, jedoch eine zweiminütige Überzahl zum Start in den zweiten Durchgang. Eine Kleinigkeit, die jedoch noch eine Entscheidende Rolle spielen sollte. Nach extrem holprigem Start war der TSV im Spiel, doch die 9:12-Pausenführung war alles andere als ein Ruhekissen.

Nach einer Halbzeitpause in annähernd Champions League Länge, in der die Hausherren wohl deutlich mehr zu besprechen hatten als die Gäste, versammelten sich die Akteure wieder auf der Platte. Die mitgereisten Buchener und auch die Anhänger aus Degmarn und Oedheim trauten in den folgenden Minuten ihren Augen nicht. Innerhalb von knapp 90 Sekunden klaute sich der TSV dreimal den Ball und schickte die linke Seite auf die Reise. Zweimal Omrcanin und einmal Weimer sorgten für den Blitzstart. Und die Odenwälder hatten noch nicht genug. Noch nicht einmal zehn Minuten waren in der zweiten Hälfte gespielt, da leuchtete bereits der Zehn-Tore Vorsprung von der Anzeigetafel. Beinahe ungläubig, ob der Leichtigkeit mit der alles von der Hand ging, spielten die Buchener weiter ihr hohes Tempo und mit Beginn der Schlussviertelstunde war der Endstand quasi hergestellt, 14:26 – zwölf Tore in Führung, in Oedheim. Mittlerweile durfte jeder Spieler eine kleine Pause nehmen und auch von der Bank des TSV kam noch einiges an Feuerkraft. Janik Weis nahm sich ein Vorbild an seinen Pendants auf Rückraum links und zirkelte die Harzkugel am Torhüter der Hausherren vorbei in die Maschen.

Das Spiel endete, wie es begann, mit einem Treffer von Max Odenwald. Nur dass die Odenwälder aus Buchen in Führung lagen. Kollektiver Jubel der Gäste flutete die Halle an diesem historischen Abend. tsv