Handball

Handball "Wölfe" setzen ihre Erfolgsserie auch beim Tabellenzweiten fort und hätten in Bietigheim sogar fest gewonnen

Rimpar wiederum ein Favoritenschreck

SG BBM Bietigheim - DJK Rimpar Wölfe 26:26

Rimpar: Brustmann (Tor), Kraus, S. Schmitt, Schömig (5 Tore), Böhm (1), Gempp, Schäffer (3), P. Schmidt (3/davon 1 Siebenmeter), Kaufmann (5), Siegler (4), Meyer, Brielmeier (3), Herth (2/1), Sauer.

Mitte Oktober hatte man bei den Rimparer Wölfen die "Big Five" ausgerufen. Gemeint waren damit die fünf damals bevorstehenden schweren Spiele in Wilhelmshaven, Lübeck-Schwartau und Bietigheim sowie die beiden Heimspiele gegen die Erstligaabsteiger BHC und Balingen. Wer nun prognostiziert hätte, dass man mit einem positiven Punktekonto diese Phase überstehen könnte, wäre wohl eher milde belächelt worden. Noch nie hatten die Wölfe in Wilhelmshaven, Lübeck oder Bietigheim auch nur einen einzigen Punkt ergattern können. Und gegen die beiden Liga-Schwergewichte BHC und Balingen war man zu Hause auch eher nur "chancenloser Außenseiter". Doch am Ende der "Big-Five-Phase" standen sechs Punkte, davon fünf auswärts.

Auch der Punkterfolg beim Tabellenzweiten Bietigheim gehörte zu den eher am wenigsten erwarteten Ausbeuten. Es wäre also aller Grund zum Jubeln gewesen, doch wieder war man sich am Ende nicht sicher, ob man weinen oder lachen sollte. Klar, Benjamin Herth hatte in den letzten zehn Sekunden ziemlich abgezockt den 26:26-Ausgleich besorgt, so dass die verbleibenden vier Sekunden den Gastgebern nicht ausreichten, einen Sieg einzufahren. Da hatte man wohl einen Punkt gewonnen. Wenn man andererseits zur Pause mit sieben Toren vorne liegt, wären berechtigte Hoffnungen, so einen Vorsprung bis zum Ende nicht allzu stark abschmelzen zu lassen, durchaus berechtigt gewesen. Doch wenn man dann dem Gastgeber einen Fünf-Tore-Lauf zwischen der 33. und 37. Minute erlaubt, kann man nicht alles richtig gemacht haben.

Dabei hatte alles geradezu bilderbuchmäßig angefangen. Die Wölfe spielten mit einem in den Anfangsminuten bärenstark beginnenden Lukas Siegler souverän auf, während hinten ein Max Brustmann zur Glanzform auflief. Ganze 21 Würfe versuchten die Gastgeber in der ersten Hälfte im gegnerischen Tor unterzubringen, zwei verwarfen sie, nur acht mal waren sie erfolgreich, den Rest vereitelte Rimpars Torwart.

Die Bietigheimer hätten sich nicht beklagen dürfen, wenn der Pausenstand noch höher für die Gäste ausgefallen wäre. Doch auch Jürgen Müller, der den glücklosen Domenico Ebner im Tor der Gastgeber abgelöst hatte, lief zu einer großen Form auf. Besonders die zweite Hälfte stand dann ganz wesentlich in seinem Zeichen.

In dieser sahen die Zuschauer dann nämlich ein völlig anderes Bild. Eine offensive Abwehr stand nun den Wölfen gegenüber. Einige technische Fehler, frei vergebene Würfe auf das Tor und auf der Gegenseite schnörkellose Gegenstöße brachten die hohe Führung der Wölfe rasch in Gefahr. Auch waren die Abschlüsse der Gastgeber jetzt deutlich konsequenter. 25 Mal donnerten sie den Ball in Richtung Max Brustmanns Gehäuse - und dieses Mal netzte man 18 mal ein. das war natürlich eine deutliche Steigerung, auch wenn Rimpars Torwart noch sieben Mal Hand oder Fuß an das Spielgerät bekam. So kippte das Spiel in den Schlussminuten - zumindest fast. Fast nämlich hätte das 26:25 durch Gerdas Babarskas 40 Sekunden vor Schluss das Aus eines Traums bedeutet, wenn Benjamin Herth nicht in einem Herzschlagfinale der mehr als verdiente Ausgleich gelungen wäre.

Insgesamt darf Rimpar mit dem zurückliegenden Monat mehr als zufrieden sein. Matthias Obingers Mannschaft hat bewiesen, dass sie auch mit Spitzenteams auf Augenhöhe mithalten kann. Genau das gilt es nun in den nächsten Wochen zu bestätigen. at