Handball

Handball In Großlangheim findet der HSV Main-Tauber am Doppelspieltag seinen Meister

Weit weg von der Bestform

TG Würzburg – HSV Main-Tauber 28:34

HSV Main-Tauber: B. Schack (Tor); M. Schack (Tor); Hingerl 8/1; Kunzmann 7/1; Merola 4; Enzfelder 3; Braunbeck 3; Michel 2; Witt 2; Eichelbrönner 2; Jamerson 2/1; Lejic 1.

TV Großlangheim – HSV Main-Tauber 26:24

HSV Main-Tauber: B. Schack (Tor); M. Schack (Tor); Kunzmann 5; Hingerl 5/1; Eichelbrönner 4; Enzfelder 4; Roesler-Schlueter 2; K. Michel 2; M. Michel 1; Lejic 1; Jamerson; Brem; Wießler; Witt.

Vier Punkte war die klare Zielsetzung des HSV Main-Tauber im Vorfeld des „Doppelspieltags“in der Handball-Bezirksliga Südwest Unterfranken. Dementsprechend enttäuscht war man in Wertheim nach der Niederlage in Großlangheim.

Eigentlich Favorit

Als eindeutiger Favorit fuhr man zum Abstiegskandidaten nach Würzburg. Doch dieser Rolle wurde man zu Beginn nicht gerecht. Die Partie gestaltete sich anfangs ausgeglichen. Zwar fand die TGW-Defensive kaum Mittel, den qualitativ deutlich überlegenen HSV-Angriff zu stoppen, jedoch machte man sich selbst in der Defensive das Leben schwer. Vielleicht hatte man schon das Spiel gegen den TV Großlangheim im Hinterkopf, auf jeden Fall verteidigte die gegen Waldbüttelbrunn noch so starke Abwehr weit unter ihren Möglichkeiten.

Dementsprechend konnten beide Teams nahezu jeden Angriff mit einem Torerfolg abschließen. Die Führung wechselte munter die Seiten, und auch als man nach 20 Minuten beim 8:10 erstmals mit zwei Toren in Führung gehen konnte, gelang es nicht sich abzusetzen. Ähnlich ging es bis zur Pause weiter, jedoch gelang es dem HSV immerhin mit einem 16:18-Vorsprung in die Pause zu gehen. Motiviert kamen die Wertheimer aus der Kabine. Die Führung wurde schnell auf 17:23 ausgebaut. Mit dem Treffer zum 21:30 in der 45. Minute war die Partie dann entschieden. Letztlich gewannen die Wertheimer verdient, wenn auch nicht überzeugend, mit 28:34.

Klar war jedoch, dass man sich in Großlangheim deutlich steigern müsse um auch dort als Sieger vom Feld zu gehen. Speziell in der Defensive nahm man sich einige Verbesserungen vor, das Resultat war allerdings ernüchternd. Die Wertheimer Abwehr agierte viel zu passiv. Die Bilanz in Eins-gegen-eins-Situationen war katastrophal, was auch daran lag, dass kaum verschoben wurde und Mitspieler oft allein gelassen wurden. Vor allem Niklas Dürr nutzte diese Passivität und avancierte mit neun Treffern zum Top-Torschützen seines Teams. Jedoch hatte auch der Gastgeber Probleme in der Abwehr. So entwickelte sich wie schon am Vortag ein regelrechtes „Wettschießen“. In diesem führten die Wertheimer zur Pause mit einem Tor. Bis zur 40. Minute fing man sich weitere fünf Gegentore, und die Großlangheimer gingen mit 20:19 in Führung. Nun änderte sich das Spiel drastisch. Während die Abwehr nun auch aufgrund einer zeitweiligen Manndeckung gegen Dürr mehr Zugriff bekam, war es nun das Angriffsspiel das lahmte. Genauer gesagt die Chancenverwertung. Nach dem 20:20 brauchten die Gäste knapp neun Minuten für den nächsten Treffer. Dabei wurden teils hochkarätige Chancen liegen gelassen.

TVG gewinnt verdient

So baute der TVG seine Führung auf 23:20 aus. Acht Minuten vor Ende hätte die Partie noch einmal kippen können, als man beim Stand von 24:22 für zwei Minuten in Überzahl war. Doch auch diese brachte nicht die erhoffte Wende. So gewann der TV Großlangheim letztlich verdient mit 26:24. Die Wertheimer waren in vielen Situationen einen Schritt zu langsam und vor allem im Abschluss zu unkonzentriert. Insgesamt legte der HSV nicht den Kampfgeist und die Leidenschaft an den Tag, die man von einem Titelanwärter in einem Spitzenspiel erwarten kann. Durch dieses Ergebnis ziehen die Großlangheimer nach Minuspunkten an Wertheim vorbei. Jedoch empfängt man den TVG am vorletzten Spieltag in eigener Halle und hat somit alles in der eigenen Hand. Trainer Konrad Michel will sich von diesem Rückschlag jedenfalls nicht einschüchtern lassen: „Wir waren in beiden Spielen weit weg von unserer Bestform. Es wäre jedoch falsch, jetzt alles schlecht zu reden und zu hinterfragen. Wir wollen jetzt möglichst schnell den Kopf hoch nehmen und aus unseren Fehlern lernen.“ hsv