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Handball Spielte der Nußlocher ohne Arbeitsvertrag in Kiel?

Zeitz greift THW Kiel scharf an

Archivartikel

Mannheim.Handballer Christian Zeitz (Bild) hat in einer schriftlichen Stellungnahme schwere Vorwürfe gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber THW Kiel und dessen Manager Thorsten Storm erhoben. „Von 2016 bis 2018 spielte Christian Zeitz ohne schriftlichen und damit insbesondere ohne einen befristeten Vertrag für den THW – anders, als dies seitens des Vereins über die Medien kommuniziert wurde. Es existierte lediglich eine schriftliche Absichtserklärung, zukünftig einen befristeten Spielervertrag abschließen zu wollen, wozu es jedoch bis zum 4. Juli 2018 nicht gekommen ist. Diese Verpflichtungserklärung wurde von ihm und einem Geschäftsführer des THW Kiel, Herrn Storm, am 14. Juli 2016 unterzeichnet“, heißt es in der Mitteilung, in der auch sein Anwalt Ullrich Beck zitiert wird.

„Wir haben von Herrn Storm zwar einen Vertragsentwurf erhalten, dieser erwies sich jedoch als absprachewidrig und insbesondere in einzelnen Passagen unter arbeitsrechtlichen Gesichtspunkten als derart einseitig zum Nachteil von Herrn Zeitz, dass dieser Vertragsentwurf unter keinen Umständen akzeptabel war“, sagte der Jurist. Man sei danach um eine Einigung mit der Geschäftsführung und dem Vertreter des Aufsichtsrates bemüht gewesen, „im Ergebnis waren die Verantwortlichen des Vereins jedoch nicht zu einer interessengerechten einvernehmlichen Vertragsgestaltung bereit“, so Beck weiter.

Wechsel nach Nußloch

Zeitz, der mittlerweile für den Drittligisten SG Nußloch spielt, machte weiter deutlich: „Obwohl die Absichtserklärung bereits ausgelaufen war und die Vertragsverhandlungen sich noch viele weitere Monate hinzogen, spielte der Welt- und Europameister ohne schriftlichen Arbeitsvertrag weiterhin für den Verein, im Vertrauen darauf, dass man sich im Ergebnis dennoch schriftlich über die genaue Ausgestaltung seines Arbeitsverhältnisses und die berufliche Perspektive nach Beendigung seiner aktiven Karriere verständigen würde.“

Das geschah nach Darstellung von Zeitz nicht. Er verklagte deshalb in diesem Frühjahr den THW Kiel, weil er die Wirksamkeit des vereinbarten Vertragsendes am 30. Juni dieses Jahres bezweifelte. Die Parteien einigten sich vor Gericht. Der Verein zahlte dem Rückraumspieler daraufhin eine Entschädigung von 75 000 Euro. „Herrn Zeitz‘ Auffassung, das Arbeitsverhältnis zwischen dem THW Kiel und ihm sei ein unbefristetes gewesen, wurde vom Arbeitsgericht ausdrücklich bestätigt“, heißt es in der Mitteilung abschließend. (Bild: dpa)