Hardheim

Herbstabschlussübung am Dietz-Bau in Hardheim Vorbildliche Kooperation zwischen Feuerwehr und den Helfern vor Ort / Große Herausforderung

20 Kinder mussten „gerettet“ werden

Hardheim.Für die Herbstabschlussübung am Dienstag in Hardheim hatte Feuerwehrkommandant Hermann Schwinn ein anspruchsvolles Übungsobjekt und eine besonders brisante Aufgabe für die Freiwillige Feuerwehr und den DRK-Ortsverein zum Nachweis ihrer Leitungsfähigkeit ausgewählt: Feuerwehr und Atemschutzträger mussten in enger Kooperation mit den „Helfern vor Ort“ des DRK über die im Schulhof positionierte Drehleiter und über eine weitere Leiter über 20 Personen aus dem Obergeschoß des sogenannten Dietzbaus der Schule aus einer „lebensgefährlichen Situation“ heraus „retten“ und in Sicherheit bringen.

Es handelte sich laut Übungslage in erster Linie um Kinder, und zwar um die Teilnehmer eines zweitägigen Kochkurses in der früheren Schulküche mit Übernachtung im Gebäude. Durch das Überhitzen einer Pfanne erlitten diese Rauchvergiftungen und Verbrennungen und benötigten dringend Hilfe.

Rettung mit Hilfe der Drehleiter

Das Fehlen eines durchgehenden Treppenhauses erschwerte die Situation, so dass die Einsatzkräfte vor einer besonders schwierigen Aufgabe standen. Die Feuerwehr war mit einem beachtenswerten Fahrzeugaufgebot und mit der benötigten Manpower im Einsatz. Die Rettungsaktion gelang in überzeugender und souveräner Weise unter den Augen einer großen Anzahl aufmerksamer und auch kompetenter Beobachter.

Zunächst Personensuche

Mit Hilfe der Drehleiter wurden Helfer (Atemschutzträger und Helfer vor Ort des DRK) nach oben und die zu rettenden Personen nach unten befördert, von wo aus der Transport zu den DRK-Rettungsfahrzeugen erfolgte. Die Feuerwehr hatte insbesondere die Aufgabe, dem DRK die Hilfsbedürftigen nach erfolgreicher Personensuche zur Betreuung zuzuführen.

Positive Nachbetrachtung

Die abschließende Übungsbesprechung fand im Feuerwehrgerätehaus statt. Dazu hieß Kommandant Hermann Schwinn neben den Beteiligten unter anderem Bürgermeister Volker Rohm, Manfred Böhrer als Repräsentant der Gemeinderäte, Kreisbrandmeister Jörg Kirschenlohr, Hauptmann Andreas Hofmann vom Materiallager der Bundeswehr, Oberleutnant Neutert (Carl- Schutz-Kaserne) und den stellvertretenden DRK-Vorsitzenden Klaus Farrenkopf willkommen.

In Verbindung mit seinen Betrachtungen zur Übung stellte Schwinn die damit verbundene beabsichtigte enge Zusammenarbeit zwischen den Aktiven der Hilfsorganisationen heraus. Er war stolz darüber, dass alle an der Übung Beteiligten ihre Aufgaben „im Schweiße ihres Angesichts“ erfolgreich bewältigt hatten.

Michael Seyfried (Feuerwehr) wies darauf hin, dass es wichtig war, sich zunächst über die in verschiedensten Räumen versteckten Kinder einen Überblick zu verschaffen. Er sprach die dabei erfolgreich praktizierte Koordination von Feuerwehr und DRK an, machte aber auch deutlich, das man bei dieser Art von Übung an Grenzen gestoßen sei.

Helfer an ihre Grenzen gestoßen

Tim Stolzenberger vom DRK trug seine aus gewisser Entfernung gemachten Beobachtungen vor. Kreisbrandmeister Jörg Kirschenlohr würdigte Leistungsfähigkeit und Einsatzbereitschaft sowie die harmonische Zusammenarbeit der Rettungskräfte. Allerdings sei im Ernstfall eine größere Zahl von Einsatzkräften erforderlich.

Positiv fiel auch die Bilanz von Bürgermeister Volker Rohm aus, der Idee und Mut lobte, solch eine anspruchsvolle Übung abzuhalten. Diese habe gezeigt, dass bei einem Unglück in dieser Größenordnung die Alarmierung weiterer Hilfskräfte unbedingt vonnöten sei.

Ersichtlich werde, so der Bürgermeister weiter, dass die Gemeinde hinter ihrer Feuerwehr stehe.

Außerdem nutzte Rohm die Gelegenheit, sich bei den Aktiven mit Hermann Rossmann, Stefan Weimann, Josef Grimm, Paul Beuchert und Carlo Freudenberger an der Spitze für die Organisation und Durchführung der Oldtimer-Trecker-Ausstellung beim Wendelinusmarkt sowie den von Hermann Rossmann angeregten Verkauf alter Zeitschriften und Schnitzereien zu bedanken. Es kam dabei ein beträchtlicher Erlös zusammen, der der Jugendfeuerwehr übergeben wurde.

Hauptmann Andreas Hofmann vom Materiallager lobte die harmonische Zusammenarbeit und die jahrelangen guten Kontakte zwischen den Hilfskräften und den Einrichtungen der Bundeswehr, speziell dem „Depot“, in Hardheim. Er zeigte sich im Materiallager von der Feuerwehr gut betreut.

Depot vor der Auflösung

Wegen der Auflösung des Materiallagers zum 31. Dezember verabschiedete sich Hauptmann Hofmann offiziell von der Feuerwehr, auch wenn er in der künftigen „Liegenschaft“ bis zu seiner Pensionierung noch tätig sein werde. Zum Abschied überreichte er eine Urkunde und eine Erinnerungsgabe an die Feuerwehr und erwähnte die vorübergehende Nutzung von vier Hallen auf dem Wurmberg durch das Logistik-Bataillon in Walldürn.

Feuerwehrkommandant Hermann Schwinn dankte Hofmann seinerseits für die gute Kooperation. Z