Hardheim

Heute feiert er in Schweinberg seinen 70. Geburtstag Arbeit mit jungen Menschen sah er als seine Berufung an / Engagiert in OWK und Trachtengruppe

Über die Bundeswehr kam Peter Köhler ungewollt nach Hardheim

Hardheim/Schweinberg.Sowohl mit seinem privaten wie beruflichen Lebensweg zufrieden ist Peter Köhler, der heute in Schweinberg seinen 70. Geburtstag feiert und dem die Fränkischen Nachrichten gute Wünsche zukommen lassen. Allerdings hatte er sich diesen zunächst anders vorgestellt. Aber seine geistige Beweglichkeit, seine Einsichten und Erfahrungen sicherten ihm in verschiedensten Lebensbereichen gute Erfolge.

Geboren wurde Peter Köhler am 15. Juni 1948 in Kalbe an der Milde auf dem Bauernhof seiner Großeltern mitten in der Altmark. Dort wuchs er auf und besuchte die Schule bis zur dritten Klasse, ehe die Familie die damalige DDR verließ und über West-Berlin den Weg in den Westen wählte und dorthin übersiedelte.

Der Weg führte über Lübeck, Hamburg nach Münster /Westfalen. Dort besuchte er das Gymnasium und machte auch sein Abitur. 1967 lernte er seine spätere Frau Heide in der Tanzschule kennen. Das gemeinsame Interesse am Tanzsport und an Theateraufführungen sowie die Liebe zur Natur ließen bald schon die Hochzeitsglocken läuten, wenn auch die damals erst 20 Jahre alte Braut zunächst mal die Einwilligung der Eltern zur Hochzeit benötigte.

Peter Köhler, der eigentlich zunächst nie Soldat werden wollte, sondern schon als kleiner Junge wie seine Eltern Lehrer werden wollte, wurde 1970, gerade frisch verheiratet, zur Bundeswehr nach Hamminkeln am Niederrhein einberufen. Dort stand für ihn fest „Hier bleibst du nicht lange“. Doch das änderte sich schnell. Nach drei Monaten Grundausbildung und Unterricht bis zu zehn Stunden am Tag wurde ihm klar, dass dies in vielen Bereichen nichts anderes war als Lehrer zu sein. Diese Erfahrungen – auch später als Zugführer und Chef einer Ausbildungseinheit und der daraus resultierender Umgang mit jungen Menschen prägten ihn und brachten ihn nach kurzer Zeit zu dem Entschluss, sich bei der Bundeswehr zu verpflichten. Daraus wurden dann 36 Jahre als Berufssoldat.

Bundeswehrlaufbahn

Als Peter Köhler in Altenstadt an der Luftlandeschule der Bundeswehr gerade zum Fallschirmspringer ausgebildet wurde, erreichte den damaligen Oberleutnant im September 1977 die Nachricht von der Versetzung zum Flugabwehrbataillon 12 nach Hardheim. „Für mich als echtem Norddeutschen war der Einsatz südlich der Mainlinie undenkbar“, so Peter Köhler rückblickend. „Und dann auch noch Hardheim“ – für ihn seit jeher das Synonym für eine“ Strafversetzung“. Auf Lehrgänger in Rendsburg hatte er schon Kameraden aus der Region kennengelernt und „Ich konnte sie sprachlich einfach nicht verstehen.“

Um so überraschter war er dann von der kameradschaftlichen Aufnahme im Bataillon – „gab es jetzt dort doch auch Leute, die ich verstehen konnte“ – und von der freundlichen Aufnahme in seinem neuen Wohnort Schweinberg.

1980 zog Peter Köhler dann mit seiner Frau und drei Kindern in das eigene Haus in Schweinberg. Die Familie blieb immer in Schweinberg wohnen, was im Laufe der Zeit bei elf Versetzungen an die unterschiedlichsten Standorte in allen Teilen Deutschlands und einigen Auslandseinsätzen allerdings auch zu 17,5 Jahren Wochenendehe sowie bei den Auslandseinsätzen zu jeweils halbjährlichen Abwesenheiten führte. Dies war teilweise eine große Belastung für die Familie, zumal Ehefrau Heide immer wieder mit den Problemen heranwachsender Töchter allein fertig werden musste.

Die drei Töchter sind in Schweinberg auf dem Land groß geworden, haben sich in der Garde der FG „Lustige Vögel“ eingebracht und kommen alle drei heute noch gerne in ihr Elternhaus zurück,

Seit 2006 ist Peter Köhler im „Unruhestand“ und widmet sich verstärkt wieder der Vereinsarbeit. Dies besonders im Odenwaldklub, dem er und seine Frau seit 1992 angehören. Sein Bundeswehrkamerad Siegfried Olschewski hatte damals die Idee von der Wiederbelebung der Trachten(tanz)-Gruppe und warb Peter Köhlers Frau als Trainerin.

Die Trachtentanzgruppe war unter der Leitung von Heide und Peter Köhler über 20 Jahre bei vielen Vereins- und Gemeindefesten in Hardheim, bei Umzügen im Kreis und darüber hinaus sowie auch bei verschiedenen Deutschen Wandertagen präsent und wurde zu einem Werbeträger für Hardheim. Als dann allerdings der Nachwuchs fehlte, löste sich die Gruppe auf.

Im Odenwaldklub, in dem er seit Dezember 2017 das Amt des Vorsitzenden innehat, bereitet Köhler die Altersstruktur Sorge und die Tatsache der aus verschiedensten Gründen zurückgehenden Wanderbegeisterung. Er sieht seine soziale Verpflichtung darin, gerade älteren Wanderfreunden im OWK die Möglichkeit zur Beteiligung an Wanderungen zu bieten, wenn nötig, sogar auch mit Rollator. Erfreut zeigt er sich von der Bereitschaft der „Jugend und Familiengruppe“ im Odenwaldklub zur Übernahme und Organisation von Veranstaltungen wie dem Sonnwendfeuer am 22. Juni an der Wolfsgrubenhütte.

Mehr als 25 Jahre besonders eng verbunden ist er seinem Kegelverein, den „Neuntötern“. Einmal im Monat trifft er sich mit seinen alten Bundeswehrkameraden. Solange es seine Gesundheit zulässt, will sich der Hundefreund weiter der Vereinsarbeit widmen Z