Hardheim

„Bretzinger Lachmuskel“ Die Theatergruppe begeisterte ihre Fans mit dem Dreiakter „Spuk im Pfarrhaus“

Akteure waren in absoluter Topform

Einmal mehr in absoluter Topform zeigte sich am Wochenende das eingespielte Ensemble der Theatergruppe „Bretzinger Lachmuskel“ mit ihren Dreiakter „Spuk im Pfarrhaus“.

Bretzingen. Die Akteure der Theatergruppe „Bretzinger Lachmuskel“ sorgten mit dem vergnüglichen Lustspiel „Spuk im Pfarrhaus“ im Bürgerhaus für beste Stimmung.

Im Pfarrhaus regiert das Chaos: Nachdem der Pfarrer gestorben ist, wird das baldige Eintreffen des Nachfolgers erwartet. Die Verwunderung ist besonders bei Pfarrköchin Ilse Spukhenne (Sybille Geiger) groß, als statt des eigentlich angekündigten Geistlichen Fridolin Mondkälbchen gleich zwei Personen das Pfarrhaus betreten.

Der Kleinganove Erwin Blattschuss (Jan Erbacher) gibt sich als Pfarrer aus. Er hat seine ihm eigene Überzeugungskraft – und natürlich seine Lara (Anita Bundschuh) mitgebracht. Ob sie nun Gattin, Schwester oder Haushälterin ist? Irgendwie alles, aber nicht so richtig.

Gerüchte und Rache

Ilse sinnt auf Rache: „Bei uns gibt’s nur eine Pfarrköchin, und die bin ich“, zetert sie. Die schwerhörige Oma Agnes (Anette Farrenkopf) ist unterdessen davon überzeugt, in der Kirche ihrer Brille beraubt worden zu sein – direkt neben dem Opferstock, wie sie dem patenten Mesner Alois Drachenzahn (Manuel Difloé) anvertraut.

Als die Augengläser wieder auftauchen, weiß er hingegen, dass nur „der Winnetou“ der Dieb gewesen sein kann – der Geist des Pfarrhauses. Oder war es doch der neue Herr Pfarrer?

Von den Gerüchten lassen sich Beate (Cosima Bundschuh) und Jan (Nico Spiesberger) jedoch nicht aufhalten. So schnell wie möglich wollen sie heiraten. Jan freut sich schon besonders: „Du holst das Bier und ich die Fernbedienung“, stimmt er seine Freundin auf die Ehe ein. Da fällt es kaum mehr ins Gewicht, dass seine Mutter zu Grabe getragen werden muss. Auf das Requiem wartet auch der schrullige Totengräber Jakob Tiefleger (Rolf Reinbold), der in Frauen „den Tod eines jeden Hormonspiegels“ sieht.

Als Jutta (Carmen Kirchgeßner) sich bei Jakob erkundigt, wann er ihre Mutter beisetzen könnte, platzt ihre Schwiegermutter Agnes ins Pfarrhaus: „Der Glöckner von Notre Dame hat meine Brille geklaut, obwohl ich frische Unterwäsche trage“, flucht sie und lüftet ihren Rock.

Spukt es wirklich?

Da fällt Alois in Buch in die Hände, in dem er die Sage von Gustavio Halslos findet: Vor 700 Jahren sei er im Bretzinger Pfarrhaus geköpft worden und spukt seitdem als Geist durch die Gemäuer. Nun denkt er darüber nach, ob man diesen Gustavio Halslos nicht reaktivieren könnte – immerhin will er Ilse aufmischen. Tatsächlich stürmt am Abend ein Geist das Haus und findet die „erlösende Seele“ in Ilse. Und alle fragen sich: Spukt es wirklich?

Am Morgen steht die schwäbische Gelassenheit in Person namens Pfarrer Fridolin Mondkälbchen (Tobias Reinbold) vor der Tür und muss feststellen, dass die Statue des Heiligen Antonius gestohlen wurde. Mesner Alois macht sich seinen eigenen Reim darauf: „Die Menschheit ist gut, aber die Leute sind schlecht“, lamentiert er.

Jakob fühlt sich derweil zu Lara hingezogen: „Ich lege Sie so tief, wie Sie noch nie gelegen sind“, ruft er und küsst sie. Agnes sucht noch immer ihren „Kuttenbelästiger“, den sie in Erwin Blattschuss findet. Mit einem kräftigen Schlag auf den Kopf setzt sie ihn außer Gefecht, während Jutta versucht, Jan die Ehe zu erklären – denn zwischen Theorie und Praxis steht das Ehebett. Und die Schwiegermutter müsse mindestens 500 Kilometer von den Eheleuten entfernt wohnen, sonst sei sie so schädlich „wie der Infraschall eines Windrads“.

Fridolin und Erwin treffen aufeinander, bis Ilse dem Treiben ein Ende setzt. Sie hält sich fortan zunächst für Winnetous Gattin und dann für den Papst, Alois mutiert zu Hadschi Halef Omar, aus Totengräber Jakob wird Old Shatterhand, eher er Agnes’ Schwester wird.

Kaum rauchen sie die Friedenspfeife, kommt Alois wieder zu sich und gesteht dem Papst – oder viel mehr Ilse – seine Liebe. Nach einer Ohrfeige kommt Jakob wieder zu sich und nimmt Laras Heiratsantrag an. Erwin ist sowieso über alle Berge. Dafür ist aber der Heilige Antonius wieder da, ehe Alois das Rätsel um Gustavio Halslos löst: Den hat es nie gegeben, sichert er zu – er spielte ihn selbst.

Gemeinsam mit Ilse plant er ein neues Leben, während die erfreute Jutta die Beerdigung ihrer Mutter abbricht. „Sie ist aufgewacht, als wir den Sarg zunageln wollten“, frohlockt sie.

Nun heißt es im Dorf, der Heilige Antonius könne Tote auferwecken, und Jutta wird zur neuen Pfarrköchin. Denn Ilse kocht nur noch für ihren „stetig nickenden Ehemann“ Alois. Aber hat er nicht doch gelogen? Auf einmal steht nämlich kein Geringerer als der echte Geist des Gustavio Halslos (Jan Erbacher) in der Tür.

Die Akteure

Auf und hinter der Bühne glänzten Sybille Geiger (Ilse Spukhenne), Manuel Difloé (Alois Drachenzahn), Rolf Reinbold (Jakob Tiefleger), Jan Erbacher (Erwin Blattschuss/Gustavio Halslos), Anita Bundschuh (Lara Blattschuss), Anette Farrenkopf (Oma Agnes), Carmen Kirchgeßner (Jutta), Tobias Reinbold (Pfarrer Fridolin Mondkälbchen), Nico Spiesberger (Jan) und Cosima Bundschuh (Beate).

Souffleusen: Anja Galm und Katrin Goldschmitt; Maske: Renate Schuh; Kamera: Gerald Farrenkopf.