Hardheim

Vergnüglicher Abend Theatergruppe „Bretzinger Lachmuskel“ präsentierte das Lustspiel „Bauer sucht...“ auf der Bühne des Bürgerhauses

Alle werden fündig – nur Karl nicht

Archivartikel

Mit dem Lustspiel „Bauer sucht...“ bot die Theatergruppe „Bretzinger Lachmuskel“ dem Publikum im Bürgerhaus einen vergnüglichen Abend.

Bretzingen. Höchst erwartungsvoll sahen die Besucher der Vorstellungen des von der Theatergruppe „Bretzinger Lachmuskel“ aufgeführten Lustspiels „Bauer sucht…“ entgegen. Sie waren natürlich gespannt auf die Antwort zur Frage, wen oder was der Bauer wohl suchen werde. Denn es wäre bei diesem Stück sicherlich zu wenig einfallsreich gewesen, hätte der Autor bei seinem Werk den von ihm gewählten Titel „Bauer sucht…“ den vom Fernsehen bekannten Titel „Bauer sucht Frau“ in dergleichen Form ergänzt wissen wollen.

So konnte sich das Publikum bei der Aufführung des Lustspiels auf eine klärende Antwort freuen. Für diese sorgten denn auch die Akteure der Bretzinger Theatergruppe bei der einfallsreichen Darstellung und abwechslungsreichen Gestaltung des Stücks mit dem turbulenten Geschehen um den von Manuel Difloé einfallsreich dargestellten Bauer Karl Hofeditz. Seit acht Jahren Witwer, lässt dieser oft die Arbeit liegen und den Kühlschrank leer stehen. Das passt natürlich weder seiner couragierten Mutter Trude (Anita Bundschuh) als sachlich und kühl planendender Frau, noch seinen zänkischen Töchtern Johanna (Janine Oehring) und Theresia (Cosima Bundschuh) als hoffnungsvollen Nachwuchsschauspielerinnen oder der stets nörgelnden, etwas dröge wirkenden, aber überaus aufmerksamen und cleveren Oma Else Übrich (Anette Farrenkopf), die sich eigentlich nur mit Essen oder sonstigen Offerten verschiedenster Art aus ihrer Kammer locken lässt.

Mutter Trude fasst entschlossen den Plan, dafür zu sorgen, dass zur positiven Veränderung der Verhältnisse möglichst schnell eine neue Frau auf den Hof kommt. Dafür hat sie mit der nicht unbedingt hübschen, dafür aber praktisch veranlagten Nachbarin Emma Piepenbrink (eine für Carmen Kirchgeßner besonders reizvolle Rolle) als neue Bäuerin identifiziert. Die lässt sich mit gebührenden Überzeugungs- und Redekünsten für die Rolle der künftigen Hofbäuerin gewinnen und die entsprechenden Maßnahmen werden in die Wege geleitet.

Um allerdings Karl nicht vor den Kopf zu stoßen, soll ihm vorgegaukelt werden, dass Emma keineswegs die Einzige war, die sich auf eine von Mutter Trude angeblich aufgegebene Zeitungsannonce gemeldet hat. Karl allerdings, der vor allem „Mariakron“ und „Kirschwasser-Paula“ liebt, sieht sich dadurch zum Heiraten gezwungen, stimmt dann allerdings doch den Plänen zu. Als der raffinierte Postbote Heini Nimmich (Rolf Reinbold köstlich humorvoll agierend) dieses Vorhaben mitbekommt, sieht er mit seinem unschwer zu deutenden Namen eine Chance, auf diesem Weg über die Anzeige zu einer Frau zu kommen.

Zu dem von Mutter Trude arrangierten gemeinsamen Frühstück mit der eingeladenen und als künftige Bäuerin vorgesehenen Emma Piepenbrink artikuliert allerdings Bauer Karl seine Vorstellungen von einer üppigen Frau mit langen blonden Haaren. Als die Anzeige Wirkung zeigt und zur Überraschung von Mutter Trude tatsächlich Bewerberinnen auftauchen, kommt es zu mancher überraschenden Entwicklung.

Voller Energie

Es geht darum, das gesteckte Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Daher gilt es, die Bewerberinnen rechtzeitig vor ihrer Begegnung mit Karl abzufangen. Diese Aufgabe wird dem aus den USA zu Besuch weilenden, in köstlichem Deutsch- Englisch radebrechenden, Ronald McWatch (köstlich persifliert von Tobias Reinbold) erteilt.

Der steckt voller Energie, von der sich wiederum die auf der Suche nach der im Haus steckenden Energie befindliche Adelgunde von der Vogelweide (schwärmerisch veranlagt zeigte sich Julia Häfner) eingefangen sieht. Heini Nimmich seinerseits trifft auf die vollkommen tugendsam und züchtig wirkende Agnes Untenzu, die sich aber in kürzester Zeit durchaus verständlichen Genüssen gegenüber offen und aufgeschlossen zeigt – zu gefallen vermochte in dieser Rolle in liebenswerter Weise Sybille Geiger.

Dass Bauer Karl das Ganze mit seinem Schnapsangebot unterstützen kann, überrascht nicht, ehe er sich der verkleideten Nachbarin Emma in höchst unterhaltsamen, das Publikum begeisternden Szenen tatsächlich blond und üppig gegenüber sieht.

Die will alles tun, um sowohl die Erwartungen von Mutter Trude als auch von Bauer Karl zu erfüllen. Doch dann kommt es zur Begegnung des liebestollen Arztes Dr. Konstantin Dahlbrück (in dieser Rolle erwies sich Nico Spiesberger als rasch wandelbarer Liebhaber) mit der aufgebrezelten Emma Piepenbrink. Auf die fliegt er schließlich ebenso wie sie auf ihn.

So gibt es für die beiden auch kein Halten mehr, aber auch nicht für den Bauer Karl. Der scheint zunächst noch das von seiner Mutter inszenierte Spiel mitzuspielen und lässt die Besucher auf ein glückliches Ende hoffen, ehe sein Verzicht auf die ihm zugedachte Emma Piepenbrink mit verschiedenen Begründungen deutlich werden lässt, dass er sein Leben auf andere Weise in die Reihe zu bringen und der „Williams Christa“ treu zu bleiben gedenkt.

Schließlich lässt er nach einem Toast auf die Pärchen, die sich gefunden haben, alle wissen: „Der Bauer Karl sucht gar nichts“. Da ist Else Übrich allerdings ganz anderer Meinung, kommt mit ihrem Koffer aus ihrem Verschlag und macht sich in der Hoffnung auf die Realisierung ihrer Wünsche auf den Weg in einen Urlaub.

Dankbarer Beifall der begeisterten Besucher und Anerkennung von Rolf Reinbold als Leiter der Schauspielergruppe galt am Ende all den großartigen Mitwirkenden und darüber hinaus den Souffleusen Anja Galm und Katrin Goldschmitt sowie Renate Schuh (Maske) und Gerald Farrenkopf (Kamera). Z