Hardheim

„Café International“ in Hardheim Nachfolger des ehemaligen „Café Connekt“ startete am Mittwoch mit vielen Besuchern

Altes Konzept, neues Gewand

Zu einem Treffen mit Menschen aller Nationalitäten lud das erste „Café International“ im Hardheimer Jugendhaus am Mittwoch ein.

Hardheim. Im Hardheimer Jugendhaus tut sich was: Im Rahmen des durch den DRK-Kreisverband Buchen geförderten Projekts „InKA“ (Interkulturelle Kommunikation und Austausch) findet nun das „Café International“ statt. Der wöchentliche Treff soll Menschen aller Nationalitäten gemütliche Stunden schenken. Die Federführung übernahm der dem Verein „Dienst am Nächsten“ angeschlossene „Kontaktkreis Hardheimer Frauen“.

Erfreut zeigte sich Sozialarbeiter Maximilian Behr beim Ortstermin am Mittwoch seitens dem als Träger fungierenden DRK-Kreisverband Buchen vor allem über die ansehnliche Besucherzahl. „Hier steht nicht nur ‚InKA’ auf der Plakette – das Projekt wird auch mit Leben erfüllt“, bemerkte er. Schulsozialarbeiter Christian Parth schloss sich den Worten an und wies darauf hin, dass der Grundgedanke für ein solches Format bereits während dem Betrieb der zum 30. September 2016 geschlossenen Bedarfsorientierten Erstaufnahmeeinrichtung (BEA) aufgekeimt sei, jedoch erst jetzt im ursprünglich angedachten Maß verwirklicht werde.

Fortsetzung der Projekte

Der weitere Hintergrund des Projekts ist schnell erzählt. „Am 11. April trafen sich neun seinerzeit in der Gemeinschaftsunterkunft sowie der BEA ehrenamtlich engagierten Frauen, um sich über die Fortsetzung der bislang in beiden Unterkünften realisierten Projekte zu unterhalten“, blickte die als Sprecherin des „Kontaktkreises Hardheimer Frauen“ aktive Hildegund Berberich zurück. Grund für diese Zusammenkunft war der, dass die bisher in der Gemeinschaftsunterkunft (ehemalige Nike-Stellung) durchgeführten Angebote wie der „Stricktreff“, die Hausaufgabenbetreuung oder das beliebte „Café Connekt“ aufgrund relativ geringer Belegung des Hauses sowie der kommunalen Anschlussunterbringung der aus der Unterkunft verlegten Familien nicht mehr erforderlich schienen. „Das konnte es aber nicht gewesen sein, zumal gerade viele Frauen sehr gern Deutsch lernen oder sich mit anderen Menschen in zwangloser Atmosphäre unterhalten würden. Springender Punkt war am Ende der, dass viele Kinder mit Migrationshintergrund den Walter-Hohmann-Schulverbund besuchen, während die Mütter nicht immer ausreichende Sprachkenntnisse haben“, schilderte Berberich. Während dem Treff kam das „InKA“-Projekt ins Spiel: Da das ehemalige Jugendhaus mit den Mitteln des Deutschen Roten Kreuzes umfangreich renoviert und in einen schönen Zustand versetzt wurde sowie zentral erreichbar am Schlossplatz liegt, erwies es sich frühzeitig als Favorit für das neue Angebot.

Wobei man im Grunde nur bedingt von einem völlig neuen Konzept sprechen könne. „Das ‚Café International’ ist im weitesten Sinne als Nachfolger des ‚Café Connekt’ zu sehen und greift dessen Ideale auf, ist jedoch nicht nur für Asylbewerber gedacht, sondern eine Anlaufstelle für jeden Menschen jeder Nationalität, dem einfach der Sinn nach einem gemütlichen Treff mit einem Plausch bei Kaffee, Tee und etwas Gebäck steht“, meinte Hildegund Berberich.

Zwar konzentrieren sich die Ehrenamtlichen auch darauf, Frauen durch lebhafte Unterhaltungen und „learning by doing“ die deutsche Sprache beizubringen, doch stehen der Gemeinschaftsgedanke und ein gepflegtes Miteinander aller Nationalitäten im Vordergrund. „Auch deutsche Frauen sind bei uns natürlich sehr gern gesehen - es handelt sich nicht um ein explizit für Asylbewerber gedachtes Angebot“, stellt Berberich klar und verweist in diesem Kontext auf das entsprechende Äquivalent zum „Café International“: Jeden Dienstagabend treffen sich junge Erwachsene aller Nationalitäten in den Räumlichkeiten.