Hardheim

Wiedersehen in Hardheim Mike Bussell und Mike Monroe, einst in der Nike-Stellung stationiert, bewiesen ihre tiefe Verbundenheit zum Erftal

Amerikaner besuchten „zweite Heimat“

Archivartikel

Vor rund 40 Jahren waren Mike Bussell und Mike Monroe in Hardheim stationiert. Jetzt kamen sie im Rahmen einer Europareise zurück, um den Ort und speziell ihren Freund Kurt May zu besuchen.

Hardheim. Am 13. Februar 1992 endete in Hardheim die Ära der US-amerikanischen Streitkräfte – kein Jahr später wurde ihre als „Nike-Stellung“ bekannte Kaserne in die noch heute bestehende Unterkunft für Asylbewerber umgewandelt.

Zahlreiche junge Männer aus den „Staaten“ waren bis dahin in Hardheim stationiert und durchaus präsent im Leben der Erftalgemeinde. Zwei von ihnen – Mike Bussell („Bussard“) und Mike Monroe – besuchten Hardheim Anfang der Woche und hatten eine Überraschung mit dabei.

Seit 40 Jahren in Verbindung

Im Rahmen ihrer mehrtägigen, bereits seit drei Jahren geplanten Tour durch Mitteleuropa besuchten sie nicht zur Zürich, das Matterhorn, das Münchner Oktoberfest und Heidelberg, sondern auch ihren alten Freund Kurt May in Hardheim, mit dem sie seit fast 40 Jahren in Verbindung stehen.

Die mit einem Empfang bei Bürgermeister Volker Rohm verbundene Visite war für Mike Bussell und Mike Monroe unterdessen ihr erster Hardheim-Besuch seit fast 40 Jahren: Zwischen 1977 und 1980 waren die beiden für zwei Jahre und acht Monate in Hardheim stationiert. Ihre Freizeit verbrachten Bussell und Monroe seinerzeit längst nicht nur in der Kaserne. So fand der heute im kleinen, nördlich von New York liegenden US-Bundesstaat Rhode Island lebende Mike Bussell rasch im damaligen Hardheimer Motorradclub „MC Pegasus“ Anschluss und gute Freunde, zu denen unter anderem Kurt May zählt.

Eine sehr tiefe Freundschaft entwickelte sich in dieser Zeit auch zu dem bereits 2013 verstorbenen, im DRK-Ortsverein über Jahrzehnte hinweg mit großem Einsatz tätigen Bernhard Stolzenberger.

Mit ihm stand auch das erste „Gastgeschenk“ der beiden US-Amerikaner in direkter Verbindung: Mike Bussell und Mike Monroe spendeten 250 Euro an den DRK-Ortsverein Hardheim, was Bernhard Stolzenbergers im Verein überaus aktive Kinder Vera und Tim entgegen nahmen.

Die zweite Geldspende hatte ebenfalls eine Wurzel in der Vergangenheit – weitere 250 Euro gingen an das Krankenhaus. „Unser Motorradfreund Jürgen Lehr erlitt damals einen sehr schweren Unfall. Danach wurde er im Hardheimer Krankenhaus medizinisch sehr gut versorgt“, blickte Kurt May zurück.

Im „MC Pegasus“, dessen Mitglieder sich in der Regel am Brunnen auf dem heutigen „Platz der Begegnung“ zwischen dem früheren Café „Nickert“ und der Firma Beuchert trafen, war auch der inzwischen 60-jährige Mike Monroe aktiv.

Er lebt mittlerweile in Florida und pflegt trotz der großen räumlichen Distanz zwischen dem „Sunshine State“ und Rhode Island einen regen Kontakt zu Mike Bussell.

„It’s a deep friendship and Hardheim is our second home“, sagte er – zu Deutsch: In der Zeit bei der US Army entwickelte sich nicht nur die tiefe Freundschaft zu „Bussard“, sondern auch eine große Verbundenheit zu seiner „zweiten Heimat“ im Erftal.

Poloshirt entworfen

Diese demonstrierten er und sein Freund mit extra für den Besuch erstellten Polohemden mit aufgedrucktem Hardheimer Wappen nach außen hin. Zwei dieser Shirts gab es zur Erinnerung für den sichtlich erfreuten Bürgermeister Volker Rohm sowie für Kurt May, der während des Empfangs übersetzte und den Dank des Gemeindeoberhaupts für diese Begegnung der nicht alltäglichen Art erfuhr. „This shirt is a nice sign for our friendship“, erklärte Mike Monroe.

Und auch wenn Mike Bussell herzlich klar stellte, selbstverständlich nicht nur auf ein Glas Bier mit Kurt May nach Hardheim gekommen zu sein („I couldn’t come to Hardheim to drink only one beer with Kurt“), fanden sich die drei Freunde, nachdem Kurt May ihnen das Areal am Triebweg zeigte, abends im „Bierbrunnen“ ein: Ganz wie in alten Zeiten!