Hardheim

Kassen knabbern an den Betten Wer im Krankenhaus liegt, ist schließlich Kostenfaktor / Effektivere medizinische Behandlungsmethoden senken Verweildauer von Patienten

Auch im Kreis schrumpfte die Bettenzahl

Neckar-Odenwald-Kreis.Der Kostendruck liegt schwer auf der Kliniklandschaft. Effektivere medizinische Behandlungsmethoden senken die Verweildauer von Patienten, die Bettenzahl schrumpft deutschlandweit.

Seit Mitte der 1990er Jahre verringerte sich die Zahl um mittlerweile 109 800 Betten, zeigt ein Blick in die Krankenhausstatistik des Statistischen Bundesamtes.

Im Neckar-Odenwald-Kreis fällt dieser Vergleich folgendermaßen aus: Mitte der 1990-er Jahre gab es vier Krankenhäuser mit 648 Betten. Heute sind es 519 Betten (Stand 31. Dezember 2015) in vier Kliniken.

Bewegung im Krankenhaussektor

Es ist weiterhin viel Bewegung im Krankenhaussektor. Im Zuge von Zentralisierungsmaßnahmen und Neuorientierungen blieben in den vergangenen Jahren etliche kleinere Häuser auf der Strecke.

Die jüngste Reform, die zum Januar 2016 in Kraft trat, hat nun die nachhaltige Sicherung der Qualitätsniveaus der medizinischen Versorgung im Blick. Dafür wurde die qualitätsorientierte Vergütung eingeführt, sprich Krankenhäuser sollen für außerordentlich gute Qualität finanzielle Zuschläge erhalten, während unzureichende Leistungen Abschläge bedeuten. Etwas, das die Krankenkassen schon seit langem forderten. Auch Doppeluntersuchungen, Mehrfachoperationen und Wiedereinweisungen sind den Kassen ein Dorn im Auge. Kritiker der Reform hingegen fürchten, dass sie allein den Kostendruck auf die Klinken weiter erhöhe.

Mitte der 90-er Jahre gab es im Neckar-Odenwald-Kreis damals vier Kliniken; zur Verfügung standen 129 Betten mehr als heute. Deutschlandweit liest sich die Statistik so: Die Zahl der Kliniken schrumpfte seitdem um 369 Häuser (minus 16 Prozent), die Bettenzahl um rund 109 800 oder 18 Prozent.

Zuletzt schlossen bundesweit im Jahr 2015 insgesamt 24 Kliniken. Somit gab es zum Jahresende 2015 noch 1956 Kliniken mit insgesamt 499 351 Betten. Wobei der größte Anteil von der Inneren Medizin beansprucht wird (151 072 Betten), gefolgt vom operativen Bereich, also allen chirurgischen Fachabteilungen zusammen (119 493). An dritter Stelle folgen dann die Fachabteilungen Psychiatrie und Psychotherapie (72 037).

Nimmt man die Entwicklungen der vergangenen Jahre genauer unter die Lupe, zeigt sich, dass sich nicht in allen Bereichen die Bettenzahl verringerte. In der Chirurgie allerdings schon (allein minus 5600 Betten deutschlandweit seit dem Jahr 2010), demgegenüber steigerte sich nicht zuletzt als Folge der allmählichen Überalterung der Bevölkerung das Bettenangebot in der Geriatrie (Altenheilkunde) in diesem Zeitraum um plus 4300 und im Zuge dessen auch in der Neurologie (plus 3070). Auch in den psychiatrischen Fachabteilungen wurde das Bettenangebot seit 2010 deutlich aufgestockt, um rund 7540 Betten. zds