Hardheim

Fünftägige Studienreise der VHS Hardheim Eisenach, Erfurt, Eisleben und Torgau

Auf den Spuren Martin Luthers unterwegs

Hardheim/Buchen.Eine anspruchs- und gehaltvolle Studienreise der VHS-Außenstelle Hardheim führte "Auf den Spuren von Martin Luther" zu allen wesentlichen Lebensstationen des Reformators und zu den in diesem Zusammenhang kulturell bedeutsamen Städten. Beleuchtet wurde dabei dessen Leben, Wirken und Theologie.

Den 35 Teilnehmer aus dem Main-Tauber- und Neckar-Odenwald-Kreis wurde deutlich, dass Luther bei der Veröffentlichung seiner 95 Thesen gegen den Ablasshandel noch nicht an den endgültigen Bruch mit der katholischen Kirche dachte und dass er alles verwarf, was nicht in der Bibel steht.

In der 900 Jahre alten Wartburg über Eisenach ging es zu Beginn der Reise zunächst um die höfische Kunst des Mittelalters. Dort lebte und wirkte die heilige Elisabeth und Martin Luther übersetzte als reformatorischer Wortakrobat die Bibel für alle verständlich in die deutsche Sprache. Der sächsische Kurfürst Friedrich der Weise hatte ihn zur Sicherung seines Lebens entführen und auf die Wartburg bringen lassen. Am Nachmittag wurde die Stadt Eisenach bei einer Führung erkundet, die die Teilnehmer auch zum Bach- und Lutherhaus führte.

In Erfurt als nächstem Ziel und Übernachtungsort führte der Weg zu Dom und Severikirche sowie zu der berühmten Krämerbrücke. In dem Augustinerkloster, in dem Luther als Mönch jahrelang lebte, gab es weitere aufschlussreiche Erläuterungen zu Leben und Wirken des Reformators.

In Eisleben als einer der ältesten Städte zwischen Harz und Elbe wurden am nächsten Tag die Taufkirche St. Petri-Pauli, die St. Annen- und St. Andreas-Kirche sowie Geburts- und Sterbehaus besucht, die zum Weltkulturerbe der Unesco gehören.

Auch in Wittenberg wandelten die Fahrtteilnehmer auf Luthers Spuren. Sie erlebten die eindrucksvolle Schlosskirche, an deren Tür die 95 Thesen angeschlagen wurden, und die Bedeutung des wortgewandten Melanchthon in dieser Stadt. Dort wurde auch das Leben und Wirken von Luthers Frau Katharina im Lutherhaus und das Schaffen der Familiendynastie der Cranachs und deren Bedeutung für den Reformator deutlich gemacht.

Der Besuch des Wörlitzer Parks mit dem zum Unesco-Weltkulturerbe zählenden Gartenreich Dessau-Wörlitz mit romantischen Schlössern und traumhaften Parkanlagen am Nachmittag diente zur Erholung. Begeistert zeigten sich die Teilnehmer der Studienreise schließlich von der Stadt Torgau mit ihren Denkmälern der Spätgotik und Renaissance sowie deren imposantem Schloss. Das Grab von Luthers Frau Katharina von Bora befindet sich in der Stadtkirche St. Marien. Dort an der Elbe trafen Amerikaner und Russen zum Ende des 2. Weltkriegs zusammen.

Luthers bedeutsames Wirken und sein Weg zum Reformator wurde im Verlauf der vielen Führungen und Besichtigungen in sehr ansprechender Form verdeutlicht. "Ohne ein Netzwerk von Freunden und Verbündeten hätte Luther seine Theologie nicht entwickeln können. Er hätte als geächteter und verbannter Ketzer nicht überlebt und die Reformation hätte sich nicht mit dieser Wucht entwickelt", erfuhren die Besucher.

Als bedeutendste Begleiter wurden der Augustiner-Eremit Johann von Staupitz als väterlicher Ratgeber, der wortgewandte Professor der Universität Wittenberg, Philipp Melanchthon, Luthers Mann am sächsischen Hof Georg Spalatin, der Maler Lucas Cranach als einer der angesehensten und wohlhabendsten Bürger Wittenbergs geschildert sowie Katharina von Bora als entflohene Nonne, selbstbewusste und unermüdlich tätige Ehefrau Luthers, die sechs Kinder gebar und Luthers Weg eine entscheidende Wende gab. Z