Hardheim

150. Skapulierfest in Bretzingen Festgottesdienst mit Monsignore Dr. Peter Wolf / Kirchenchor führte Mozart-Messe auf / „Bruderschaften nicht veraltet“

„Auf Gottes Beistand kann man zählen“

Ein besonderer Tag für die Bretzinger Dorfgemeinschaft ist seit jeher das Skapulierfest. Am Samstag wurde es zum 150. Mal begangen.

Bretzingen. Der Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Sebastian und Vitus erwies sich nicht zuletzt durch den von Elmar Frank geleiteten, um Sänger aus Erfeld ergänzten Kirchenchor mit der „Missa Brevis in C“ von Wolfgang Amadeus Mozart und die von Monsignore Dr. Peter Wolf gehaltene Festpredigt als dem Jubeljahr äußerst würdig.

Nach dem Eingangslied „Nun saget Dank und lobt den Herrn“ verwies Pfarrer Andreas Rapp als Leiter der Seelsorgeeinheit Hardheim-Höpfingen im Madonnenland nach der Gratulation zu diesem besonderen Festtag auf seine ganz persönliche Verbindung zu Monsignore Dr. Peter Wolf. Beide wurden in Ersingen bei Pforzheim geboren und kannten sich bereits in Kindertagen. In seiner Predigt spann Wolf den Bogen von der am 4. Dezember 1867 in Bretzingen mit 204 Mitgliedern gegründeten Skapulierbruderschaft zur tieferen Bedeutung von Bruderschaften: „Sie wurden dereinst von Gläubigen gegründet, die auf der Suche nach Schutz und Halt waren“, bemerkte er.

Jenen Beistand erhofften sich auch die Einsiedler vom Berge Karmel, auf dem der Prophet Elija wirkte. „Selbst wenn man heute kein Skapulier trägt, sollte man nie vergessen, dass man auf Gottes Beistand jederzeit und überall zählen kann“, gab der Geistliche der Gemeinde mit auf den Weg und bezeichnete das Gottvertrauen als „Gewohnheit, aus der man Tag für Tag auf ein Neues schöpfen kann“.

Das tun auch die insgesamt 5776 verzeichneten Mitglieder der vor 150 Jahren gegründeten Bretzinger Skapulierbruderschaft, die durch ihre Unterschrift im noch heute erhaltenen Bruderschaftsbuch zum Ausdruck brachten, ihren Lebensweg an Gottes Seite und in tiefstem Vertrauen auf seinen Rat gehen zu wollen.

In diesem Sinne beendete Wolf seine eindrückliche, in griffiger und leicht nachvollziehbarer Wortwahl ausformulierten Predigt mit dem Hinweis auf ein „gutes Erbe, das viele Laien für sich entdeckten, indem sie sich zu Bruderschaften zusammen taten“.

Auch in der Gegenwart sei der hinter Bruderschaften und dem Bretzinger Skapulierfest stehende Gedanke keinesfalls als veraltet oder unzeitgemäß zu betrachten: Das tiefe Vertrauen auf Schutz durch die Gottesmutter könne bis heute und darüber hinaus eine erhellende und erbauliche Wirkung entwickeln, wenn man es ihm nur gestatte.

Die Fürbitten für alle, die jemals der Bruderschaft angehörten, hielt Brigitte Jakobs. Am Ende des gut besuchten Gottesdienstes ergriff Pfarrer Andreas Rapp das Wort und sprach ein herzliches „Vergelt’s Gott“ an Monsignore Dr. Peter Wolf, die Konzelebranten Pfarrer Hans Scheuermann und Diakon Franz Greulich, den Kirchenchor unter Leitung von Elmar Frank und die Solisten. Gleichsam wies er auf die unmittelbar bevorstehende Reinigung der Orgel hin, die etwa sechs bis acht Wochen in Anspruch nimmt. ad