Hardheim

Ortschaftsrat Bretzingen tagte Vorerst sollen keine Leader-Mittel beantragt werden / Beschluss vertagt, bis genaue Fakten vorliegen / Aktuelles zur „Fanta-Aktion“

Bei Rathaussanierung nur kleine Lösung angedacht

Bretzingen.Wird das Bretzinger Rathaus mit Leader-Fördermitteln saniert? Diese Frage konnte in der Bretzinger Ortschaftsratssitzung vom Donnerstag nicht beantwortet werden. Beschlossen wurde lediglich, dass der entsprechende Förderantrag nicht wie geplant zum 26. September eingereicht wird und man weitere Schritte erst nach Klärung aller Eckdaten beschließt.

Ortsvorsteher Kaspar Wolf wies nach seiner Begrüßung darauf hin, dass die bisherigen Planungen zum Umbau des Rathauses in eine barrierefreie Begegnungsstätte „nicht aufgehoben, aber etwas hinausgezögert“ werden.

Grund dafür ist die erste Stellungnahme von Architekt Meinrad Haas (Hardheim), laut der die ursprünglich angedachte Lösung mit einem Raumdurchbruch im Untergeschoss, der Aufbereitung der Räumlichkeiten und dem zusätzlichen Einbau einer Behinderten-Toilette nicht ausreiche. Man sollte über eine energetische Komplettsanierung des Rathauses nachdenken, die ein neues Dach mit Dämmung, neue Fenster, den Austausch der alten Elektroheizung und einen Vollwärmeschutz der Außenfassade vorsieht. Und da das Gebäude keinen Keller aufweist, sei auch der Fußboden zu isolieren.

Im Bürgerhaus sei zudem, wie Kaspar Wolf zitierte, ein für ältere Menschen zum Erreichen der im unteren Stock befindlichen Toilette vielleicht sinnhafter Lastenaufzug ähnlich des Konzepts im Hardheimer Pfarrheim „grundsätzlich prüfenswert“.

Ebenso hielt das Gutachten fest, dass auch der Abbruch des Bretzinger Rathauses in Erwägung zu ziehen sei. Man müsse zumindest die hierfür nötigen Kosten dem Preis einer Sanierung gegenüber stellen. Das Leader-Programm würde 60 Prozent der förderfähigen Nettokosten übernehmen.

Dass das Thema einer gewissen Brisanz nicht entbehrt, verdeutlichte die angeregte Diskussion des Ortschaftsrats, in der auch einige Bürger zu Wort kamen. So erklärte Ortschaftsrätin Karin Thoma, im Lastenaufzug am Bürgerhaus keine optimale Lösung zu sehen: „Der Zugang zum Haus ist vielen älteren Leuten schlicht zu steil“, merkte sie an und fügte an, dass der Lastenaufzug das Haus auch nicht im gewünschten Sinne barrierefrei mache. Es müssten noch einige Treppenstufen bis zum Eingang bewältigt werden.

Ortschaftsrat Daniel Seitz fragte konkreter: „Warum wurde das Ganze so groß aufgezogen, wenn nur der Wunsch nach einer zweiten Sanitäranlage und einer kleinen Küche bestand?“, wollte er wissen und plädierte für eine „kleine Lösung“.

Karin Thoma erkundigte sich nach der Dringlichkeit der Dachsanierung, die Ortsvorsteher Wolf mit dem Hinweis auf Hagelschäden und Undichtigkeiten sowie dem Gedanken an die Zukunftssicherheit begründete. Gleichsam ließ er wissen, die dem Sanierungsgedanken zugrundeliegenden Umstände „genau zu klären“, wofür Ortschaftsrat Rolf Reinbold eine Expertenbegutachtung vorschlug. „Schlimmstenfalls wird das Rathaus abgerissen und aus Geldmangel nicht durch einen Neubau ersetzt“, rechnete Daniel Seitz vor.

Einstimmig ordnete das Gremium an, den Leader-Förderantrag vorläufig nicht einzureichen und auch den eigentlichen Beschluss zu vertagen. „Wenn genaue Fakten und Planungsunterlagen vorliegen und die Gesamtkosten bekannt sind, wird entschieden“, erklärte Ortsvorsteher Kaspar Wolf. Der Lastenaufzug werde in den Planungen jedoch nicht berücksichtigt: „Das eigentliche Problem wird nicht gelöst“, begründete Wolf. Kurz informierte er noch über die „Fanta-Spielplatzaktion“, in deren bis zum 30. September reichender Abstimmungsphase man sich befindet. Aktuell belegt das Bretzinger Projekt am SVB-Sportheim dem 31. Platz mit gut 1800 Stimmen, was ein Preisgeld von 1250 Euro bedeute, das bis zum 31. Juli 2019 für den Spielplatz verwendet werden müsse. Der Ortschaftsrat beschloss, die Elterninitiative mit der Planung und Bereitstellung von ergänzenden Haushaltsmitteln und der Mithilfe von Bauhofarbeitern zu unterstützen. ad