Hardheim

Gemeindeverwaltungsverband tagte in Hardheim Verbandsumlage steigt um 2,66 Euro / „Historisch niedrige Personalstärke“ / Für Thomas Withopf wird erst im Juni ein Nachfolger eingestellt

Der GVV will 2019 eine „schwarze Null“ erwirtschaften

Archivartikel

Hardheim/Walldürn.Die vor den Kommunalwahlen am 24. Mai letzte Verbandsversammlung des Gemeindeverwaltungsverbands Hardheim-Walldürn tagte am Donnerstag im Sitzungssaal des Hardheimer Rathauses. Trotz umfangreicher Tagesordnung war der öffentliche Teil nach einer guten Stunde beendet.

Nachdem Verbandsvorsitzender Bürgermeister Markus Günther die Sitzung eröffnet hatte, informierte Geschäftsführer Roland Frank über den Haushalt des Jahres 2019 und gab bekannt, dass dem GVV durch die frühe Umstellung auf das doppische Verfahren – der Gesetzgeber nannte 2020 als spätestmöglichen Zeitpunkt – die Vorreiterrolle zuteil werde, als einer der ersten großen Verwaltungsverbände Baden-Württembergs das Rechnungswesen umgestellt zu haben.

Weiter ging es mit Zahlen und Fakten: Sowohl die Erträge als auch die Aufwendungen liegen bei 2 527 410 Euro. Der vorgesehene Zahlungsmittelüberschuss summiert sich auf 121 000 Euro. Die Tilgungsrate beträgt 60 000 Euro, die vorgesehene Verbandsumlage liegt bei 943 620 Euro.

Hierzu konnte Roland Frank Positives vermelden: „Die Erträge entsprechen den Aufwendungen, so dass eine schwarze Null erreicht wird“, freute er sich. Die Verbandsumlage stieg von 41,88 Euro im Jahr 2018 auf nunmehr 44,54 Euro um, was Frank mit der leicht zurückgegangenen Einwohnerzahl des GVV-Gebiets begründete.

Zu beachten seien früher „spitz abgerechnete“ Kosten für das Verbandsbauamt, die künftig von der Verbandsumlage abgedeckt werden.

Am Rande gab Frank bekannt, dass das nach dem Ruhestandseintritt des langjährigen Verbandsbauamtsleiters Thomas Withopf erst ab Juni ein neuer Mitarbeiter eingestellt werde: „Er soll die beim GVV verbleibenden gesetzlichen Aufgaben so gut wie möglich wahrnehmen“, ließ er wissen und spannte den Bogen zur allgemeinen Personalsituation: Die Personalaufwendungen liegen bei 1 258 500 Euro und damit 88 700 Euro über dem Vorjahreswert, was mit Freistellungsphasen der Altersteilzeit zu erklären sei. Dem gegenüber steht die derzeit „historisch niedrige Personalstärke“ des GVV mit lediglich 14,5 besetzten Stellen.

Nicht ganz einfach gestalte sich unter diesem Vorzeichen das Kommende: „Die Neuaufstellung des Flächennutzungsplans 2030, aber auch die Flächennutzungsplan-Fortschreibung ’Windkraft’ und der Bebauungsplan ‚VIP III’ mit weiteren Bebauungsplanänderungen werden uns das ganze Jahr über begleiten und unsere Mitarbeiter einmal mehr an die Grenzen der zumutbaren Belastungsgrenzen bringen“, mahnte Frank an. Er erläuterte, dass die Zuweisungen und Umlagen die Landeszuweisung für Baurechtsbehörde und Untere Verwaltungsbehörde (142 000 Euro), Zuwendungen zur Unterhaltung von Gemeindeverbindungsstraßen (219 180 Euro) und die allgemeine Verbandsumlage mit 943 620 Euro beinhalten.

Nur als Anhaltspunkt versteht sich unterdessen der die aufgelösten Investitionsbeiträge bezeichnende Betrag von 49 700 Euro: „Die Vermögensbewertung wurde noch nicht endgültig abgeschlossen“, räumte Roland Frank ein.

Kompakt umriss er die Auszahlungen aus der Investitionstätigkeit des GVV: Diese Sparte dominieren der Bau eines Löschwasserbehälters im Verbands-Industriepark (VIP II) mit 120 000 Euro und der Austausch von Blitzeinrichtungen/Messanlagen mit rund 7000 Euro. „Sobald man sich mit den Eigentümern handelseinig wird, sollen zudem Grundstücke im VIP-III-Gebiet über weitere 400 000 Euro erworben werden“, rechnete Frank vor und verwies auf vorgesehene Einnahmen: Zu 327 500 Euro aus dem Verkauf erschlossener Grundstücke kommen 266 000 Euro für das veräußerte Anwesen in der Walldürner Marsbachstraße und die Übertragung der Abwassereinrichtungen mit rund 690 000 Euro. „Außerdem steht der Verkauf der VIP-Straße zwischen den Concad-Grundstücken bevor“, schilderte er und sprach hier von einem Betrag über 50 000 Euro.

Der aktuelle Schuldenstand des GVV von 4,97 Millionen Euro „dürfte sich bis Ende 2019 auf etwa 4,91 Millionen reduziert haben“, wie der Geschäftsführer betonte. Rund 350 000 Euro der im VIP erzielten Steuern konnten den Mitgliedsgemeinden ausbezahlt werden: 50 000 Euro an Höpfingen, 115 000 Euro an Hardheim und 194 000 Euro an Walldürn.

Kreditaufnahmen, so Frank, seien auch heuer nicht vorgesehen. Mit Hinweisen auf die solide Entwicklung der Baurechtsbehörde, die 2018 mit 205 000 Euro Gebühreneinnahmen das zweitbeste Ergebnis der letzten zwei Jahrzehnte erwirtschaftete, und die gute Bilanz der Unteren Verwaltungsbehörde beendete der Geschäftsführer seine Ausführungen. ad