Hardheim

Neue Ausstellung im Hardheimer Erftaldom Vier Stationen thematisieren die vier Elemente im Gesamtkontext der Erde

Die Schöpfung mit allen Sinnen erleben

Hardheim.Bilder sprechen, wo Worte fehlen– und Worte erklären, was Bilder zuvor abstrahierten. Und beide ineinander verschmolzene Elemente stehen für pure Harmonie. Jenen gestalterischen Einklang und echte Lust am Leben schenkt die am Sonntag in der Pfarrkirche St. Alban eröffnete Ausstellung „Unsere Schöpfung mit allen Sinnen“ mit Fotos, Gemälden, Texten und Stationen zum interaktiven Erleben. Konzipiert wurde diese von dem aus Claudia Beger, Giulia Belliazzi, Natascha Bienert, Verena Ernst und Lena Haas bestehenden „Kunst und Kirche“-Team.

Die Präsentation fand in einem von Gemeindereferentin Claudia Beger eröffneten Rundgang statt. Nach kurzer Begrüßung informierten Giulia Belliazzi, Natascha Bienert, Verena Ernst und Lena Haas über die Hintergründe des keinesfalls leichten Unterfangens, den im Verhältnis doch eher kleinen Erftaldom mit Kunst auszufüllen. Dass sich die Mühen lohnten, bewies die Führung durch die vier Stationen, deren Erste sich der Erde widmet.

Sie gibt dem Menschen Halt zwischen auf- und untergehender Sonne, während die Gesellschaft sie auf der anderen Seite zerstört, indem sie nicht nur Tieren und Pflanzen ihren Lebensraum nimmt – sie er beschädigt auch ihr Umfeld mehr und mehr. Welche Erlebnisse für alle Sinne die Erde bietet, veranschaulicht der im Seitenschiff aufgebaute Barfußpfad auf eindrückliche Weise.

Die zweite Station richtet ihren Schwerpunkt auf das Licht der Erde, das an Stelle der Finsternis tritt: Die Rede ist vom Feuer. Faszinierend und gefährlich, kann die Urkraft Leben ermöglichen und zugleich vernichten, was Lena Haas und Giulia Belliazzi mit dem Fokus auf geläufige, mit dem Feuer in Zusammenhang stehende Redewendungen analysierten.

Lebensnotwendige Güter

Aber auch das Wasser ist wichtig: Während es im Sommer als klare, kühle Erfrischung dient, ist der Mensch ein Tropfen im Ozean, der ohne Wasser austrocknen würde. Hier wurde der achtsame Umgang mit den lebensnotwendigen Gut propagiert.

Aber wo Wasser ist, ist auch Luft, die gleichsam als Voraussetzung für die Existenz des Menschen gilt: Durchschnittlich 20 000 Atemzüge verrichtet ein jeder Erdenbürger pro Tag. Befindet er sich jedoch im „Stress-Modus“, kann hektische Atmung den Körper vergiften. Hier kann ein Atemtraining dabei behilflich sein, tiefes und voluminöses Atmen auf ein Neues zu erlernen.

Mit Gedankengängen zum Wind nach Andreas Knapp (Hettingen) endete die ereignisreiche und auf ihre ganz eigene Art als Solche bereits entspannende Führung. Dabei wurde der in sich geschlossene Charakter der Ausstellung verdeutlicht: Die Stationen zeichnen sich, so unterschiedlich sie thematisch auch sind, durch ihre mit Liebe zum Detail und Augenmaß für Mensch, Natur, Gesellschaft und Glaube gestalteten Inhalte aus. Umrahmt werden die Fühlstationen, Düfte und Texte über die „Wunder der Schöpfung“ durch auf die einzelnen Inhalte abgestimmte Fotografien von Hans-Peter Ernst, Johannes Renk und Ralf Wagner sowie Gemälde der Malerinnen Regine Greifenberg, Irmgard Anna Kraus (Hardheim) und Eva Seufert (Höpfingen).

Nach der Führung ergriff Claudia Beger das Wort, um „in staunender Dankbarkeit für das wunderbare Geschenk, das man als Erde kennt“ allen Beteiligten einen Dank auszusprechen. Mit behutsamer Wortwahl erinnerte sie an die Situation der Erde aus Sicht des seiner Ressourcen beraubten „blauen Planeten“ und lobte neben „ihrem“ Team besonders n Antonia Schiller und Ulrike Kröll für die stilsicheren Blumengedecke und Duftnoten.