Hardheim

Open Stage und Konzert im Bahnhof 1910 Karolina Trybala gastierte auf Initiative von Dani Arnold wieder in Hardheim / Ausschließlich Erstteilnehmer mit dabei

Diesmal dominierten Frauen den Gesangsworkshop

Archivartikel

Hardheim.Manche Dinge, sagt die Leipziger Singer-Songwriterin Karolina Trybala, erlebt man am besten in der Gemeinschaft: Zum Beispiel das Singen. Und gesungen wurde beim inzwischen sechsten, von Karolina Trybala geleiteten Gesangsworkshop im „Bahnhof 1910“ tatsächlich – erst recht am Samstag, als das Motto einmal mehr „open stage“ hieß.

Eingeleitet wurde der Abend nach kurzem, auf die Geschehnisse am als „Kraftort“ anzusehenden alten Bahnhof hinweisendem Grußwort von Organisatorin Dani Arnold durch Karolina Trybala, die gemeinsam mit dem in der deutschen Musikszene nicht ganz unbekannten Pianisten Peter Hirsch für einen wohlklingenden Start sorgte. Das gemeinsam präsentierte Chanson „Je ne veux pas travailler“ jedenfalls ging unter die Haut und bestach mit jenem Charme, den auf diese Weise eigentlich nur Kompositionen französischer Herkunft bieten können.

Mit seinem leichtfüßigen, nicht nur seinem Namen nach „verzauberten“ Piano-Instrumental war Peter Hirsch dem Publikum beim Entspannen und Zurücklehnen behilflich, ehe der aus allen zwölf Teilnehmern bestehende Projektchor „The Trybalalas From La-La-Land“ für gute Laune und starke Gefühle sorgte. Nach dem mitreißenden, in seiner Herkunft zwischen Griechenland, Zypern und Arabien, aber auf jeden Fall irgendwo zwischen Südosteuropa und dem Nahen Osten liegenden „Miserel Ou“ wurde der flotte Schlager „Mucho Mambo“ dargeboten. Wer jedoch angesichts des mit mediterraner Lebensfreude daherkommenden Klangteppichs von einem sanften Sommerhit für laue Abende ausging, wurde enttäuscht: Der spanisch-englische Text entpuppte es als melancholische und zugleich sinnliche Hymne zum Nachdenken.

Nach dem Chor gehörte die Bühne all jenen, die das Publikum unterhalten und mit mancher klanglichen Kostbarkeit verwöhnen wollten. Den Anfang machte Dani Arnold, auf deren positiv stimmende und natürliche Präsenz die Gastspiele von Ulrike Wolter, Paula Rooke, Christiane Busch, Carina Deutscher, Susa Stegmann, Jutta Schmieg und Andrea Heidfeldt folgten. So unterschiedlich sie auch im Kern waren, so überzeugend gestaltete sich jeder der Auftritte.

Und als besonderes „Special“ trumpften Jutta Schmieg und Andrea Heidfeldt mit dem Klassiker „Summertime“ der 2012 verstorbenen Soul- und Gospel-Legende Etta James auf: Sicher war dieser Titel auch eine klare Hommage an die selbst zu fortgeschrittener Stunde nicht nur mit Goodwill als „lauschig“ zu bezeichnenden Außentemperaturen.

Wie Organisatorin Dani Arnold den Fränkischen Nachrichten noch am Abend mitteilte, handelte es sich bereits um den zweiten derartigen Workshop innerhalb vier Wochen. „Dieser Termin erschien als nötig, nachdem der erste Workshop Anfang Mai bereits binnen zwei Stunden restlos ausverkauft war und wir weiteren Interessenten eine Plattform geben wollten“, erklärte sie und freute sich über eine „dieses Mal vollkommen neue Erfahrung“: Zum Einen waren es ausschließlich Erstteilnehmer, zum Anderen fanden sich heuer ausschließlich Frauen im „Bahnhof 1910“ ein, um nach intensiven Gesangs-, Stimm- und Atemübungen unter fachkundiger Anleitung von Karolina Trybala auf der Bühne zu stehen, die ebenfalls nur positive Worte fand.

„Es war ganz anders als beim letzten Mal – aber wieder ganz toll“, bemerkte sie und verwies auf einen kleinen, aber feinen Unterschied: Während der letzte Workshop eher gitarrenlastige Klänge bot, sorgte dieses Mal Peter Hirsch am Klavier für einen weicheren, gediegeneren Habitus der Musik. ad