Hardheim

Schenkung an die Gemeinde Hardheim Harald Götzelmann und Beate Kilian übergaben Bürgermeister zwei Erbstücke aus dem Besitz der Familiendynastie Barth

Diorama ein einzigartiges Zeitzeugnis

Zwei Familienerbstücke ganz besonderer Art schenkten die Geschwister Beate Kilian und Harald Götzelmann der Gemeinde Hardheim: ein altes Gemälde vom Schloss und ein Diorama.

Hardheim. Bei einem Diorama handelt es sich um einen Schaukasten mit Modellfiguren und -landschaften. Beeindruckend detailgetreu bis in die kleinste Einzelheit zeigt die Miniatur aus dem Nachlass des früheren Hardheimer Kaufmanns Franz Alois Barth die Erftalgemeinde im Jahr 1875.

"Mit einer Träne im Auge, aber voller Freude" übergaben die Geschwister diese heimatgeschichtlich einzigartigen Zeitzeugnisse an Bürgermeister Volker Rohm. Und zwar mit dem Wunsch, sie gut zu sichern, angemessen zu präsentieren und allen Hardheimern und deren Gästen im Rathaus zugänglich zu machen.

Von beiden Kunstwerken sind die Namen der Künstler nicht bekannt. Das Ölgemälde vom Schloss - auf Pressholz gemalt und danach lackiert - stammt Götzelmanns Ausführungen zufolge aus dem Besitz seines Großvaters Karl Barth (1875 bis 1923), einer der örtlichen Honoratioren. Gemalt ist es im damals modernen Stil des Impressionismus.

Das Bild zeigt die hintere Fassade des Schlosses mit Altane und einem Aufbau. Die Pflanzen ringsum blühen, eine Frau in Tracht pflegt diese.

Signiert ist das Gemälde mit "in Hardheim HR 00", was auf das Entstehungsjahr 1900 hinweist. "Möglicherweise war der Maler auf Durchreise und der Kaufmann Karl Barth hat ihm das Bild abgekauft", mutmaßte Harald Götzelmann.

Das zweite Unikat, das in den Besitz der Gemeinde überging, war ein Erbstück von Götzelmanns Urgroßvater Franz Alois Barth (1832 bis 1897). "Ein befreundeter Architekt schenkte es ihm zum Amtsantritt als Bürgermeister von Hardheim 1875", so die Erläuterung. Das aufwendig hergestellte Diorama zeigt einen Blick vom Wurmberg und seinen Weinbergen aus auf den damals kleinen und in sich geschlossenen Ort. Selbst winzige Personen sind am Marktplatz zu erkennen. Daneben die alte Kirche mit dem Kirchturm nach Osten zugewandt. Auch Marstall und Zehntscheune, Schloss und Steinerner Turm heben sich von der sonstigen Wohnbebauung deutlich ab, äußerst detailgetreu und räumlich exakt hintereinander - dreidimensional - platziert. Das Alte Rathaus existierte noch nicht. Liebevoll sind die Natur und die kleinparzellige Landschaft nachmodelliert.

Bürgermeister ganz begeistert

Bürgermeister Rohm war ganz begeistert von der Schenkung. Er war beeindruckt von der Detailfinesse, in der sich die Zeitentwicklung deutlich widerspiegelt. "Damals war alles noch heimelig, kleinräumig und beschaulich." Hardheim hatte (1871) zusammen mit dem Weiler Rüdental lediglich 2289 Einwohner. Das veränderte sich nach den beiden Weltkriegen und dem Zuzug der Heimatvertriebenen rasant.

Auch ist sehr schön an dem Diorama zu erkennen, dass es damals kaum Wald um Hardheim gab. "Dieses Diorama ist etwas, was nicht jede Gemeinde hat und das auch von der Darstellungsform sehr ausgefallen ist", schwärmte Rohm.