Hardheim

„Wacholderheide“ ist wieder einen Besuch wert Naturschutzgebiet hat vielerlei Rares zu bieten

Eldorado für seltene Pflanzen und Tiere

Archivartikel

Hardheim.Auf der Hardheimer Gemarkung gibt es seit dem 31. Juli 1987 ein Naturschutzgebiet. Dieses ist etwa 50 Hektar groß und führt die Bezeichnung „Wacholderheide Wurmberg Brücklein“. Es handelt sich um ein Trockenrasen Biotop auf Muschelkalk. Außerdem gibt es noch Landschaftschutzgebiete. Diese sind der Schmalberg, das Erfatal und der Schächerstein. Weitere interessante Gebiete sind der Südhang des Kreuzberges, das Laubertal und das Gebiet um die Honerthütte.

Das Zeichen für ein Naturschutzgebiet oder ein Landschaftschutzgegiet ist der Seeadler auf einem grünumrandetem Dreieck mit der Aufschrift Naturschutzgebiet oder Landschaftschutzgebiet.

Es gibt in Baden-Württemberg über 200 Naturschutzgebiete und über 1300 Landschaftschutzgebiete.

Hardheim liegt in einer Höhe von 271 Meter über dem Meeresspiegel, und ist rings herum von sanft gewellten Hügeln umgeben. Im Westen liegt die dunkle Waldschicht des Odenwaldes, im Osten dehnen sich die freundlichen Hügel und weiten Talgründe des Baulandes. Die Landschaft ist für einen Pflanzen- bzw. Tierfreund sehr reichhaltig an Informationen. Entlang der Linie Hardheim, Höpfingen, Walldürn erstreckte sich früher der Strand eines Meeres. Der Bundsandstein des Odenwaldes bildete eine Wüste am Rande des Meeres. Dieser Bundsandstein bildete sich im Laufe der Jahrtausende von den mächtigen Dünen des Meersandes, welcher sich am Rande ansammelte. Im Frühjahr sind diese zwei Landschaften gut zu unterscheiden.

Der geologische Aufbau zeigt sich in der Talbildung. Im Bauland läßt der Kalkstein das Wasser durchdringen, wodurch unterirdische Hohlräume (Dolinen) geschaffen wurden. Eingestürzte Dolinen gibt es unter anderem in Erfeld und Waldstetten zu sehen. Früher wurde der Muschelkalk teilweise gebrannt, wie man es an den Kalköfen in Richtung Bretzingen ersehen kann.

Die Täler sind geräumig und bilden flache, weite Talauen. Im Odenwald dagegen sind die Täler tief eingeschnitten, und die Talhänge steigen steil auf. Auch in der Pflanzen- und Tierwelt unterscheiden sich das Bauland und der Odenwald. Während an den Talhängen des Erfatals meist weite Fichtenwälder aufsteigen, tragen die Hügel des Baulandes an ihren Hängen Weinberge und auf den Kuppeln helle Buchen- und Kiefernwälder.

Im Bereich des Odenwaldes finden sich seltene Pflanzen wie das Tausengüldenkraut oder die Frühlingsknotenblume (Märzenbecher). In den Fluren des Baulandes haben sich an geschützten Pflanzen unter anderem erhalten: Türkenbund, Seidelbast, Enziane, Judenkirsche, Wetterdistel, Küchenschelle, Akelei und Orchideen wie Frauenschuh, Fliegenorchis und verschiedene Knabenkräuter.

Die Vogelwelt ist reich vertreten mit Eisvogel, Roter Milan, Pirol, Würger Rotschwänzchen, Grasmücke, Fittislaubsänger, Zaunkönig, Bachstelze, Lerche, Goldammer, Buchfink, Distelfink, Gerlitz, Gimpel, Kreuzschnabel, Grünling und Kernbeißer.

An Schmetterlingen gibt es zum Beispiel Segelfalter und Schwalbenschwanz.

Nachdem seit 1995 die Wachholderheide wieder vom Strauchbewuchs befreit wird – über Jahre wurden dieser Säuberungsaktionen vom Odenwaldklub Hardheim durchgeführt – kann sich die Pflanzenvielfalt wieder entfalten. Torsten Englert