Hardheim

Zu wenig Betreuungsplätze in Hardheim Warteliste für den Hort / Umfrage in den Kindergärten

Eltern ergriffen Initiative

Archivartikel

Hardheim.Einen Engpass bei der nachmittäglichen Betreuung der Grundschüler wird es nach derzeitiger Sachlage im laufenden und im kommenden Schuljahr geben (die FN berichteten). Die 39 Plätze im Hort reichen bei Weitem nicht aus, es existiert bereits jetzt eine Warteliste. Eltern der Vorschulkinder machten deshalb mobil und bildeten spontan eine Initiative mit Sabrina Henn als Sprecherin. Sie sprach das Thema als betroffene Mutter Mitte Oktober in einer Informationsveranstaltung der Schule für die Eltern der Vorschulkinder an und machte damit weitere Erziehungsberechtigte hellhörig, die bis dato teilweise noch überhaupt nichts von der Problematik wussten.

Parallel dazu befasste sich der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung mit dem Thema. Erweiterung des Horts um eine zweite Gruppe oder Einrichtung einer Ganztagsgrundschule?, lautet die Frage. Der Gemeinderat favorisiert Letzteres, wobei – wie ausführlich in der FN-Ausgabe vom 19. Oktober dargestellt – eine Ganztagsschule frühestens im Schuljahr 2020/21 ihren Betrieb in Hardheim aufnehmen könnte.

Wie geht es nun weiter? Die Eltern haben inzwischen Initiative ergriffen.

Bei einer Umfrage vor einigen Jahren, als das Thema schon einmal aktuell war, hatten sich die Eltern mit großer Mehrheit für die Beibehaltung des Horts und damit gegen eine Ganztagsschule ausgesprochen. Aber entspricht das Ergebnis noch der aktuellen Situation oder haben sich der Bedarf und das Stimmungsbild inzwischen geändert? Schließlich werden auch die flexiblen Betreuungszeiten in den Kindergärten immer mehr nachgefragt.

Um das zu klären, startete die Elterninitiative eine Bedarfsumfrage. „Wir wollen uns als Eltern direkt an den Bürgermeister und den Gemeinderat wenden in der Hoffnung, die Entscheidungsträger vielleicht doch noch umzustimmen, damit der Hort erweitert wird“, formulierte Sabrina Henn ihr Anliegen im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten.

Um die Wünsche der Eltern und den aktuellen Trend zu eruieren, wurden vorab die Eltern aller Kindergartenkinder vom Gemeindekindergarten sowie St. Franziskus in Hardheim, St. Josef in Schweinberg und des Grammer-Firmenkindergartens angeschrieben. Abgefragt wurde der Bedarf an Hortplätzen ab welchem Datum und für wie viele Kinder. „Es geht uns nicht um die Ganztagsschule an sich“, so Sabrina Henn. „Sondern wir haben die Sorge, dass es 2019 definitiv keine Betreuung für unsere Kinder geben wird.“

Schließlich gebe es sogar unter den jetzigen Erstklässlern noch Kinder, die auf der Warteliste für einen Hortplatz stünden.

In Bretzingen und Gerichtstetten erhielten die Kindergartenleitung Fragebögen, die Briefe wurden in den Einrichtungen öffentlich ausgehängt.

Die ausgefüllten Fragebögen mussten bis spätestens gestern in eine der eigens dafür aufgestellten Boxen eingeworfen werden. Sie werden nun ausgewertet und das Ergebnis soll – voraussichtlich in der Gemeinderatsitzung am 12. November, dem Gemeinderat präsentiert werden.