Hardheim

Spielplatz in Bretzingen Ortsvorsteher regte die Teilnahme an der „Fanta-Spielplatz-Aktion“ an / Kaspar Wolf enttäuscht / Nur drei Besucher bei Informationsveranstaltung

Eltern zeigten keinerlei Interesse

Archivartikel

Bretzingens Ortsvorsteher Kaspar Wolf war bemüht, dass sich in Bretzingen eine ähnliche Eltern-Spielplatz-Initiative bildet wie in Hardheim. Allerdings erfolglos.

Bretzingen. Fördersummen im Gesamtwert von 198.500 Euro können bei der „Fanta-Spielplatzinitiative“ gewonnen werden, um eingereichte Spielplätze zu sanieren. Anmeldeschluss ist der morgige 31. Juli, das Online-Voting beginnt am 30. August - der Bretzinger Spielplatz am SVB-Sportheim wird wohl nicht dabei sein.

Konzept soll beibehalten werden

Unter keinem allzu guten Stern stand jedoch die von Ortsvorsteher Kaspar Wolf am Donnerstag in die Wege geleitete Informationsversammlung: Ganze drei Zuhörer – darunter eine Mutter – bekundeten ihr Interesse an diesem Thema. Kompakt ging Wolf auf die eigentliche Intention ein und stellte die von ihm selbst edierte Projektbeschreibung vor. Laut dieser soll das bisherige Konzept des Spielplatzes mit Wasserlauf, Sandkasten, Schaukeln, einer Rutsche, Möglichkeiten zum Klettern und Ballspielen sowie dem angeschlossenen Zeltplatz im Wesentlichen beibehalten werden.

Jedoch nagte der Zahn der Zeit an den Geräten: So muss der inzwischen versandete Wasserzulauf erneuert werden; auch im Bereich des Brunnentrogs und der Wasserrinne stehen Instandsetzungsarbeiten an - sie müsste saniert und wieder mit attraktiven Spielgeräten versehen werden. „Es böte sich zum Beispiel an, wieder Elemente wie eine Matschwanne, ein Goldgräbersieb, eine archimedische Spirale oder Ähnliches zu installieren“, schlägt Ortsvorsteher Kaspar Wolf vor. Als Materialien könne er sich Edelstahl oder verrottungsfreien Kunststoff gut vorstellen.

Auf der großen Spielwiese fehle ein zentrales Großspielgerät im Stil eines Kletterturms oder Seilgerüsts; die Betonteile des Ameisenhügels müssten mit weichem Material verkleidet werden; auf dem Boden fehlen Fallschutzmatten. „Vorhandene Kleinspielgeräte müssten entweder aufgearbeitet oder durch zeitgemäßes Spielmobiliar ersetzt werden“, fährt Wolf fort und erinnert an einen weiteren Vorteil des ab 1982 sukzessive erbauten, letztmalig 2007 durch den damaligen Ortschaftsrat sanierten Spielplatzes: Durch seine ruhige Lage abseits viel befahrener Straßen und den größeren Abstand zu Wohnhäusern besitzt das durch die Grillhütte und der angrenzenden Wiese als Bolzplatz ergänzte Ensemble, beste Voraussetzungen, um als schönes Rückzugsgebiet für Kinder- und Jugendgruppen auch als Zeltlager angeboten werden zu können.

Geräte bereits zurückgebaut

„Solange die damals aktiven Eltern mit ihrem Nachwuchs den Platz frequentierten und mit in Ordnung hielten, war im Grunde alles bestens“, blickt der Ortsvorsteher zurück. Nachdem aber deren Kinder dem „Spielplatzalter“ entwuchsen und dahingehend andere Freizeiteinrichtungen aufgesucht werden, setzte der Verfall ein: Diverse Geräte und das Volleyballfeld mussten bereits zurückgebaut werden, da die gültigen Sicherheitsbestimmungen nicht mehr erfüllt wurden. „Diverse weitere Mängel wurden schon bei der Spielplatzüberprüfung im Jahr 2016 beanstandet und müssen eines Tages definitiv angegangen werden“, fügt er an. Genau dafür böte die Fanta-Spielplatzaktion auch den idealen Rahmen.

Enttäuscht findet Ortsvorsteher Kaspar Wolf im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten klare Worte: „Ich selbst will und werde ein solches Projekt sicher nicht allein schultern, wenn von den Bretzinger Müttern und Vätern, den Bürgern aber auch vom Ortschaftsrat niemand zur Mitarbeit bereit ist, beziehungsweise kein Interesse zeigt. Ich fühle mich mal wieder im Stich gelassen von den Bretzingern. Ich wollte, dass sich eine Elterninitiative bildet. Für mich ist die Sache gelaufen. Wenn sie wollen, müssen die Eltern jetzt selbst Initiative übernehmen. Die Gemeinde stellt den Spielplatz zur Verfügung. Ich unternehme von mir aus nichts mehr.“ ad