Hardheim

Krankenhaus Hardheim II Weichen für eine weitere erfolgreiche Entwicklung sind gestellt / Rückblick, Basisinformationen und Stellungnahme des Bürgermeisters Volker Rohm

„Entscheidung stärkt unsere Gemeinde zukunftsweisend“

Hardheim.Die Bedeutung des Gemeinderatsbeschlusses des Hardheimer Gemeinderates am Montag verdeutlichte Bürgermeister Volker Rohm durch einen Rückblick und Basisinformationen für die zahlreich erschienenen Zuhörer.

„Vor nahezu 20 Jahren stand der Gemeinderat ebenfalls vor einer wichtigen Entscheidung, nämlich wegen fehlender Finanzmittel entweder das Krankenhaus oder das Hallenbad aufzugeben“, erinnerte Rohm. „Nach langer und durchaus kontrovers geführter Diskussion haben sich die damaligen Räte für den Erhalt des Krankenhauses ausgesprochen – eine wichtige und wie sich gezeigt hat, richtige Entscheidung.“

In den Folgejahren sei es gelungen, das kommunale Krankenhaus trotz ständiger finanzieller Engpässe nicht nur zum Wohle der Bürger und deren ärztlicher Versorgung zu erhalten, sondern in vielerlei Hinsicht auszubauen.

Man widerstand den Übernahmebestrebungen durch den Landkreis und entwickelte das Krankenhaus zu einem regelrechten Leuchtturmprojekt und Alleinstellungsmerkmal der Gemeinde Hardheim im Kreis.

„Mit hervorragendem ärztlichen und pflegerischen Personal konnte sich unser Krankenhaus gut entwickeln, die Anbaumaßnahmen des OPs und der chirurgischen Praxis, die Erweiterung des ärztlichen Angebots in allen Disziplinen der Chirurgie, der Inneren Abteilung und der Gynäkologie haben Früchte getragen“, fuhr der Bürgermeister fort. Mit Unterstützung des Freundes- und Fördervereins „Unser Krankenhaus“ konnten viele Maßnahmen angegangen und umgesetzt werden. Auch das jetzige Gremium hat nicht nur vor seiner Wahl, sondern bereits in der Klausurtagung 2014 und den Entscheidungen in den folgenden Jahren alles für die Weiterentwicklung des Hauses getan.

Eigentlich sollte es ein Grund zur Freude sein, konstatierte Rohm, dass alle Bemühungen so erfolgreich waren und es trotz vieler Hemmnisse immer wieder gelungen sei, das Krankenhaus zu einem festen Bestandteil der wohnortnahen qualifizierten medizinischen Versorgung zu entwickeln. „Allerdings kommen wir zunehmend an Grenzen der finanziellen Machbarkeit, da nicht nur das Krankenhaus, sondern mehrere weitere Projekte anstehen wie die Umsetzung des Feuerwehrbedarfsplans, die Sanierungen im Schulzentrum, die Ortssanierung ’Ried’, Breitbandausbau, Baugebieterschließung und die Erweiterung der Kläranlage.“

Unter dem Motto „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“ haben sich die zuständigen Gremien in vielen Sitzungen mit der Problematik beschäftigt. Denn der ursprüngliche Plan, mit einem Generalunternehmer die Maßnahme anzugehen, scheiterte an fehlendem Interesse der angeschriebenen Unternehmen. Eine Umplanung von Massiv- in Modulbauweise und die Trennung der einzelnen auszuschreibenden Gewerke brachte teilweise Erfolg, auf manchem Gebiet aber auch unzureichende und überteuerte Angebote, die eine Durchführung unmöglich machen.

In freien Verhandlungen sei es letztendlich gelungen, einen Weg aufzuzeigen, der zwar mit Opfern verbunden ist, aber das Vorhaben möglich macht, erläuterte Rohm. „Dies bedeutet aber, alles, ja wirklich alles auf den Prüfstand zu stellen und nach Möglichkeiten von Förderungen, Einsparungen oder zeitlichen Verschiebungen zu suchen.“

Die Zeit drängt, da die eingegangenen und verhandelten Angebote zeitlich befristet sind. Und das, obwohl die Zahlen noch nicht „belastbar“ sind: Auf den ersten Förderantrag wurden durch das Regierungspräsidium (RP) 1,48 Millionen Euro an Fördergeldern zugesagt. Trotz eines weiteren Termins beim RP in Karlsruhe am 2. Juli wird sich an dieser Summe nichts mehr ändern lassen.

Der zweite Bauabschnitt ist derzeit in der Prüfung, eine Förderzusage und Nennung der Förderhöhe dafür sei jedoch erst Ende des Jahres zu erwarten, erklärte der Bürgermeister. „Im schlimmsten Fall müssen wir mit rund zwei Millionen Euro an benötigten Eigenmitteln rechnen. Es werden also Monate ins Land gehen, bis hier belastbare Zahlen vorliegen.“ Und selbst wenn man jetzt nicht bauen würde, entstünden Kosten von mindestens 800 000 Euro für bereits erbrachte Planungsleistungen, Brandschutzmaßnahmen und den Bau des dringend benötigten Bettenaufzugs.

„So gesehen stehen wir wieder vor einer großen Entscheidung: Nämlich bei ungewisser Förderhöhe die Erweiterung optimistisch anzugehen und damit auf die Zukunft des Krankenhauses zu setzen, oder die Fördermittel zurück zu geben und bei Vertagen oder gar Verzicht auf die angedachten Maßnahmen auf bessere Zeiten zu hoffen, mit der Gefahr, sie eventuell niemals anzugehen oder noch teurer zu bezahlen.“

Vor diesem Szenario kommt den Auswirkungen auf andere Projekte und die finanziellen Spielräume große Bedeutung zu, sind sich alle bewusst.

„Als Verbandsvorsitzender des Krankenhausverbands Hardheim-Walldürn bin ich davon überzeugt, dass die Entscheidung für die Umsetzung der Maßnahme an sich und beider Bauabschnitte in einem Zug unsere Gemeinde stärkt und zukunftsweisend für eine erfolgreiche Entwicklung ist“, so Rohm abschließend. i.E.