Hardheim

Fastentriduum in Hardheim Festpredigten von Monsignore Johann Schäfer / Rückblick auf den Bau der Pfarrkirche vor 125 Jahren und auf deren Renovierung

Erneuerung der Kirche war das Thema

Hardheim.Monsignore und Geistlicher Rat Johann Schäfer, der von 1972 bis 1995 Pfarrer in Hardheim war, hielt in diesem Jahr die Festpredigten anlässlich des Fastentriduum. Eingeladen hatte ihn dazu der aktuelle Leiter der Seelsorgeeinheit Hardheim-Höpfingen im Madonnenland, Pfarrer Andreas Rapp.

Die große Beliebtheit des früheren Hardheimer Seelsorgers zeigte sich auch noch nach über 20 Jahren bei der Anzahl der Gottesdienstbesucher.

Das Fasten-Triduum in Hardheim ist ein alter Brauch der auf das frühere Fastnachts-Triduum zurückgeht (die FN berichteten) und von Pfarrer Schäfer 1972 auf den Beginn der Fastenzeit verschoben wurde. Das diesjährige Fasten-Triduum stand im Zeichen des 125-jährigen Bestehens der Pfarrkirche St. Alban welche im Volksmund als „Erftal-Dom“ bezeichnet wird.

In der Fastenzeit werden die Christen eingeladen ihren Glauben zu erneuern, und auch das Gemeindeleben zu aktivieren und als Christen den Glauben neu zu leben. Deshalb blickte Pfarrer Schäfer in seinen Predigten auf seine Erfahrungen vor 25 Jahren bei der Erneuerung der Pfarrkirche zurück und setzte damit Impulse und Ideen für eine heutige Erneuerung angesichts der vielen Probleme der Seelsorgeeinheit.

Die Erneuerung der Pfarrkirche „aus Steinen“ ging seinerzeit einher mit einer Erneuerung der „Kirche aus Menschen“. Die Vorfahren haben den Erftaldom als Zeugnis ihres Glaubens hinterlassen. Sein Erhalt ist das Bekenntnis und Zeugnis der jeweiligen Generation für die Erneuerung deren Glaubens. Das sah auch Pfarrer Schäfer so und er nahm die Herausforderung und Verpflichtung damals an im Bewusstsein, dass eine Erneuerung nur gelingen kann, wenn sie von der zusammenhaltenden Gemeinde innerlich mitvollzogen wird.

Die erste Predigt fand am Aschermittwoch mit dem Thema „Erneuerung ist kein Luxus“ statt. Schäfer blickte auf seine Anfänge als junger Pfarrer zurück. Die Zeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil war ebenfalls eine Zeit der Erneuerung und eine Herausforderung für die damals jungen Priester. In der Region waren dies damals Rudolf Bschirrer (Schweinberg), Dieter Heck (Höpfingen und Waldstetten) und Johann Schäfer (Hardheim).

„Der beginnende Priestermangel machte eine Zusammenarbeit nötig, damals entstand schon die Idee einer großen Seelsorgeeinheit“, so Pfarrer Schäfer. Er erinnerte daran, wie bereits zehn Jahre nach einer Renovierung eine erneute Renovierung des Erftaldoms nötig wurde, und wie schließlich der Pfarrgemeinderat ebenfalls zu der Überzeugung gelangte, dass die Erneuerung (Renovierung) kein Luxus war, sondern eine dringende Notwendigkeit zum Erhalt der Pfarrkirche.

Im Rahmen der Vorbereitungen und Planungen der Renovierung sei die Gemeinde zusammengewachsen. „Ein Prozess, der sich über Jahre hinzog.“

Die zweite Fastenpredigt am Freitag stand unter dem Thema „Diese Aufgabe schaffen wir nie“. Schäfer berichtete von seinen Wanderungen in den Bergen und dass viele Menschen beim Anblick eines Berggipfels bereits kapitulieren und meinen, das schaffen sie nie. Er erinnerte daran, dass es immer einen Weg zum Gipfel beziehungsweise zum Ziel gebe. Man müsse ihn nur entdecken und ihn sich zeigen lassen und dann viele kleine Schritte unternehmen.

„Ähnlich war und ist es bei der Erneuerung unsere Kirche – damals wie heute – und war es bereits beim Bau der Pfarrkirche in den Jahren 1891 bis 1899 gewesen.“

Schäfer berichtete von seinen Erfahrungen und nannte Beispiele, dass selbst bei großen Aufgaben er die Gemeinde zur Mitarbeit eingeladen hab und immer genug Helfer da gewesen seien. Viele Firmen und freiwillige Helfer hätten sich in den Jahren 1980 bis 1994 für die Renovierung eingesetzt und mitgeholfen, dass alles gelungen sei.

Der Monsignore nannte Beispiele in der heutigen Zeit im familiären Bereich, im Freundeskreis und bei den Vereinen und Gruppen der Seelsorgeeinheit, wie mit kleinen Schritten, die jeder einzelne tun könne, etwas Großes und Ganzes gelingen könne. Jeder könne seinen Beitrag leisten, könne an der Erneuerung der heutigen Seelsorgeeinheit mitarbeiten.

Die dritte Fastenpredigt fand am Sonntag unter dem Motto „Unsere Kirche soll wieder Bilder bekommen“ statt. Pfarrer Schäfer erinnerte daran, wie kahl und schmucklos die Kirche nach der Renovation in den 1960er Jahren aussah und wie der Wunsch nach einer mit bunten Bildern geschmückten Kirche entstand und konsequent unter der Beteiligung der ganzen Gemeinde umgesetzt wurde. Innerhalb eines Jahres war der ganze Geldbetrag durch Spenden beisammen.

Schäfer erinnerte an die geistreichen Gespräche mit dem Kirchenmahler Franz Xaver Braunmiller, der mit 82 Jahren dieses Projekt begann und die Fertigstellung noch erleben durfte. Er starb wenige Tage vor dem feierlichen Kirchenpatrozinium.

Anschließend erklärte Pfarrer Schäfer noch den Mosaikbilderzyklus in der Pfarrkirche.

Am Ende des letzten Triduums-Gottesdienstes bedankte sich Pfarrer Andreas Rapp bei Monsignore Schäfer und überreichte ein kleines Präsent. Er habe seine Predigten mit Herzblut gehalten und man merke ihm an, dass er sich mit der Hardheimer Pfarrkirche identifiziere . En