Hardheim

Auszeichnung durch das Innenministerium von Baden-Württemberg Ehrenamtsfreundlicher Arbeitgeber / Abteilungswehr und Unternehmen gleich alt / Firmengründer selbst Kommandant

Firma Eirich ein großer Förderer der Feuerwehr

Archivartikel

Hardheim.Wenn ein Unfall passiert oder es brennt, lassen Feuerwehrleute und DRK-Helfer alles steh’n und liegen und eilen zum Unglücksort, um Hilfe zu leisten. Die Arbeit bleibt liegen – auch im Betrieb. Nicht jeder Chef ist damit einverstanden. Aber die Maschinenfabrik Gustav Eirich in Hardheim unterstützt diesen freiwilligen Einsatz ihrer Mitarbeiter nachhaltig und seit vielen Jahrzehnten. Dafür wurde sie am Mittwochnachmittag von Innenminister Thomas Strobl im Namen der Landesregierung als „ehrenamtsfreundlicher Arbeitgeber“ in Stuttgart ausgezeichnet.

Die meisten Mitglieder von Feuerwehren und sonstigen Hilfs- und Einsatzkräften in Hardheim arbeiten bei der Maschinenfabrik Gustav Eirich. „Die Firma Eirich ist seit ’Ewigkeiten’ ein treuer, insbesondere ideeller Unterstützer der Feuerwehr Hardheim“, so Gesamtkommandant Martin Kaiser in seiner Begründung zum Vorschlag der Auszeichnung.

Rund 80 Helfer angestellt

Von der Abteilung Hardheim, werden etwa 25 Einsatzkräfte bei einem Alarm während des Tages von der Arbeit freigestellt. Von der gesamten Feuerwehr Hardheim mit ihren 200 Mitgliedern in sechs Einsatzabteilungen sind rund 40 Personen bei dem traditionsreichen Familienunternehmen beschäftigt.

Ebenso sind Feuerwehrangehörige von weiteren Gemeinden und Städten, wie auch anderer Hilfsorganisationen (DRK und DLRG) dort angestellt. In der Summe etwa 80 Mitarbeiter.

Von 1872 bis 1877 war Gustav Eirich selbst Kommandant der Feuerwehr. Auch die Feuerwehrführung besteht zum wesentlichen Anteil aus Beschäftigten der Maschinenfabrik Gustav Eirich. Durchgängig seit 1971 werden die Feuerwehrkommandanten – derzeit Martin Kaiser – und teilweise auch die Abteilungskommandanten und Stellvertreter durch Mitarbeiter der Firma Eirich gestellt.

Garant für die Einsatzfähigkeit

„Das Unternehmen ist ein wichtiger Garant für die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr Hardheim und damit für die gesamte Bevölkerung sowie für alle Verkehrsteilnehmer auf den stark befahrenen Straßen im Tagesalarm“, so der Kommandant.

„Das Stellen einer Zugstärke – allein durch die Abteilung Hardheim – welche in der gesamten Flächenkommune in alle Abteilungen zufährt, ist bis heute im gesamten Neckar-Odenwald-Kreis, aber auch in vielen anderen Bereichen in Baden-Württemberg, eine oftmals bewunderte Leistungsstärke. Viele anderen, auch größeren Kommunen, stellen heute im Tagesalarm keinen kompletten Löschzug mehr durch eine Abteilung.“

Zu keinen Zeiten gab oder gibt es Probleme oder Nachteile durch eine Feuerwehrzugehörigkeit – weder bei Einsätzen oder bei Freistellungen zur Wahrnehmung von Ausbildungen, Lehrgängen und Seminaren bei Eirich – auch nicht bei Generationswechseln in der Geschäftsführung des Familienunternehmens.

„Die vom Gesetzgeber vorgesehene Freistellung ohne Nachteile für die Personen funktioniert in Verbindung mit der Wahrnehmung der Dienstpflicht bei der Feuerwehr problemlos auf dem kleinen Dienstweg“, so die beeindruckende und beispielhafte Bilanz.

Ebenso werden Objekte und Gebäude für Übungen bereitgestellt und bei Bedarf können Fahrzeuge des Unternehmens genutzt werden, zum Beispiel zur Unterstützung der Jugendfeuerwehr. Ganz zu schweigen von den vielen Spenden an die Feuerwehr, aber ebenso an andere Hilfsorganisationen, Vereine und die Kirchengemeinde.

Und noch etwas ist erwähnenswert: Die Maschinenfabrik Gustav Eirich feierte 2013 ihr 150-jähriges Bestehen, ebenso wie die Abteilungsfeuerwehr Hardheim. Beide sind damit gleich alt.

Urkunde zum Dank

„Der Innenminister des Landes Baden-Württemberg vergibt die Auszeichnung für ehrenamtsfreundliche private Arbeitgeber im Bevölkerungsschutz in Baden-Württemberg, die im Bevölkerungsschutz engagierte Helfer bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit innerhalb von Baden-Württemberg sowie im Rahmen der Amtshilfe innerhalb des Bundesgebietes in besonderer Weise unterstützen. Das Land will damit die Unterstützung des Ehrenamtes durch Arbeitgeber würdigen und fördern“, heißt es in den Grundsätzen zur Vergabe der Auszeichnung. Diese ist ideeller Natur und wird in Form einer Urkunde vergeben.

Bei der Vergabefeier mit Stehempfang am Mittwochnachmittag im Konferenzzentrum des Ministeriums für Inneres, Digitalisierung und Migration in Stuttgart waren seitens der Geschäftsleitung Stephan Eirich und seine Frau anwesend. Außerdem waren Hardheims Bürgermeister Volker Rohm, Andreas Hollerbach als Kreisvorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes im Neckar-Odenwald-Kreis und der Hardheimer Feuerwehrkommandant Martin Kaiser geladen.

Nach der Begrüßung durch Minister Thomas Strobl folgten Grußworte des Geschäftsführers des Verbandes Südwestmetall, Kai Schweppe, und des Landesvorstandes der Johanniter-Unfall-Hilde, Thomas Hanisch (die FN berichteten in ihrer gestrigen Ausgabe).