Hardheim

Krankenhausverband Hardheim-Walldürn Jahresrechnung 2017 festgestellt / Steigende Patientenzahlen aus dem Main-Tauber-Kreis und Kreis Miltenberg

Für eine „schwarze Null“ reichte es nicht

Archivartikel

Hardheim.Nachdem die Bilanzen für das Krankenhaus Hardheim und für das Geriatriezentrum St. Josef in Walldürn in den beschließenden Ausschusssitzungen vorberaten worden waren, erfolgte die Feststellung der Jahresrechnung 2017 für das Krankenhaus Hardheim und das Geriatriezentrum St. Josef in Walldürn einstimmig.

Bürgermeister Volker Rohm teilte mit, dass es leider nicht möglich gewesen sei, die Jahresbilanz für das Krankenhaus Hardheim mit einen „schwarzen Null“ abzuschließen. Der Zuschussbedarf zu Lasten der Trägergemeinden stieg gegenüber dem Vorjahr um 92 000 Euro an.

Rohm zeigte die aktuelle Situation des Hardheimer Krankenhaus als Haus der Grundversorgung auf. Durch eine sich ständig weiter öffnende Schere von steigenden Löhnen und Kostenanstieg auf der einen Seite und Einsparungsvorgaben auf der anderen Seite werde ein enormer Kostendruck verursacht.

Der Bürgermeister hielt eine Steigerung der Verweildauer im Krankenhaus und der Erhöhung der Patientenzahlen für möglich. Die seit Jahren von den Kostenträgern gewünschte Entwicklung bei der sogenannten „Ambulantisierung“ hatte zunehmende ambulante Behandlungen und Therapieformen zur Folge, die in vielen Bereichen den stationären Krankenhausaufenthalt ablösten.

Die nahezu unverändert 106 Mitarbeiter teilten sich 64 Sollzeitstellen. Rohm betonte mit Nachdruck, dass die gut ausgebildeten und hoch motivierten Kräfte, die größtenteils über viele Jahre dem Haus angehören und eine enorme persönliche Identifikation zum Haus beweisen, auf keinen Fall zum Sündenbock einer Fehlentwicklung der Politik gemacht werden dürfen.

In den Ärzten, Pflege- und Küchenpersonal, Verwaltungskräften und Hausmeister sah er die Garanten für die Überlebensfähigkeit des Hauses mit der durch ihre Tätigkeit garantierten Zufriedenheit der Patienten. Zunehmend falle es – wie im Geriatriezentrum in Walldürn – schwer, neue Kräfte für den Einsatz im Pflegeberuf zu finden.

Das Bemühen um die Sicherstellung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum als angestrebtes hehres Ziel möchte Rohm durch entsprechende Förderung auch von Land und Kreis unterstützt wissen. Trotz ungünstiger Rahmenbedingungen ließ er Optimismus erkennen. Davon zeugt auch die beschlossene Erweiterung des Hardheimer Krankenhauses für rund vier Millionen Euro. Es sei dies ein deutliches Zeichen für den Glauben an eine gute Zukunft des Hauses. 2017 seien alle Bemühungen unternommen worden, diesen Herausforderungen zu begegnen. Als wichtigen Baustein stufte der Verbandsvorsitzende die im Juni 2017 ausgesprochene Fördermittelzusage des Regierungspräsidiums über 1,48 Millionen Euro für den Bettenanbau ein.

Als Anerkennung des Landes für die Bemühungen zur Sicherstellung der stationären medizinischen Versorgung im ländlichen Raum erhofft sich Bürgermeister Rohm einen weiteren hohen Zuschuss für den Umbau der OP-Nebenräume sowie der Erweiterung der Praxen. Er dankte in diesem Zusammenhang dem Freundes- und Förderkreis, der sich mit einem sehr hohen Betrag, nämlich 200 000 Euro, an den Investitionsmaßnahmen beteiligt.

Mit Dr. Arne Bieling sei das Spektrum der chirurgischen Endoprothetik erfolgreich erweitert worden und neben Hüften und Knien werden nun auch Schultern auf höchstem Niveau operiert .

Zusammenfassend konstatierte Rohm, dass das Jahr 2017 Anlass gibt, trotz manch widriger Umstände am eingeschlagenen Weg festzuhalten. Dies vor allem im Bemühen, in Hardheim auch weiterhin eine Säule der wohnortnahen medizinischen Versorgung zu erhalten und diese auszubauen. Er ist überzeugt davon, dass von den vorgesehenen Investitionsmaßnahmen positive Signale für die Zukunft des Hauses ausgehen..

Bürgermeister Schreglmann (Külsheim) kam auf die positive Entwicklung der Patientenzahl aus dem Main-Tauber-Kreis und aus dem Landkreis Miltenberg im Krankenhaus Hardheim zu sprechen und erinnerte an die Tatsache, dass das Krankenhaus Hardheim für rund 20 000 Menschen des engeren und weiteren Umkreises im Krankheitsfall erster Anlaufort ist. Schreglmann wünscht sich für Külsheim und dessen Umgebung die Fortsetzung der wertvollen Arztvorträge des Krankenhauses Hardheim, die vom Freundes- und Förderkreis „Unser Krankenhaus“ initiiert, organisiert und durchgeführt werden.

Dankesworte richtete Rohm an Krankenhausverwalter Ludwig Schön, dessen Stellvertreter Benjamin Knörzer, an Christian Seitz für die Erstellung des Zahlenwerks sowie alle Beschäftigten für ihr Engagement. Z