Hardheim

Ganztagsbetreuung an den Hardheimer Kindergärten und Schulen Umfrage der FN zur bevorstehenden Kommunalwahl unter den drei Gemeinderatsfraktionen

„Ganztagsgrundschule Zukunftsmodell für Hardheim“

Hardheim.Im Rahmen ihrer Berichterstattung zu den bevorstehenden Kommunalwahlen befragten die Fränkischen Nachrichten die Vertreter der drei Hardheimer Gemeinderatsfraktionen, Parteien und Gruppierungen zu ihrer Meinung um die ganztägige Kinderbetreuung in den Kindergärten und Schulen der Gesamtgemeinde im Spannungsfeld zu den ständig steigenden Kosten. Im Folgenden die Stellungnahmen.

Für die CDU-Fraktion Michael Messerer: Unsere Gemeinde hat in den vergangenen Jahren, wie es auch von der großen Politik gewünscht ist, die Angebote für die ganztägige Kinderbetreuung sowohl in den Kindergärten als auch am Schulstandort deutlich ausgeweitet. Das Ziel dabei ist, den betroffenen Eltern eine Wahlmöglichkeit zu bieten, ob sie ihre Kinder daheim selbst betreuen oder unmittelbar nach der Elternzeit in ihren Beruf zurückkehren möchten. Leider besteht für viele Eltern aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus diese Wahlmöglichkeit nur auf dem Papier.

Daher spielen die angebotenen Betreuungsmöglichkeiten eine immer größere Rolle bei der Wahl der Schule. Wir stehen mit unserer Schule, ob wir das gut finden oder nicht, im Wettbewerb mit den umliegenden Schulen und sind für das Fortbestehen des Schulstandortes Hardheim auf stabile Schülerzahlen angewiesen.

Leider sind in Zeiten angespannter Finanzen die Möglichkeiten der Gemeinde begrenzt und nicht alles, was wünschenswert wäre, ist derzeit finanzierbar. Die kommunalen Kosten für die Kinderbetreuung sind in den letzten Jahren massiv gestiegen und eine zweite Hort-Gruppe ist leider nicht finanzierbar. Die zusätzlichen Einnahmen aus den Hort-Gebühren würden die Kosten für das erforderliche Personal und weitere Räume bei weitem nicht decken.

Daher unterstützt die CDU-Fraktion das Bemühen der Gemeinde-Verwaltung, unsere Schule als Ganztagsschule zu etablieren. Dies würde für die Eltern bedeuten, dass ihre Kinder bedarfsorientiert ganztägig kostenlos betreut werden. Und auch für die Gemeinde wäre diese Varian-te attraktiv, steht doch hierbei das Land finanziell deutlich stärker in der Pflicht.

Freie Wähler Union Hardheim, Vorsitzender Eric Bachmann: Die Freien Wähler begrüßen die bestehenden Möglichkeiten der ganztägigen Kinderbetreuung, wie den Hort und die offene Ganztagsschule in Hardheim sowie das Bildungshaus (Kindergarten und Grundschule) in Gerichtstetten. Diese Möglichkeiten gilt es beizubehalten und auszubauen.

Speziell im Hort in Hardheim ist es wichtig, die Auslastung der vorhandenen Plätze und personellen Ressourcen genau zu untersuchen und zu optimieren. Hier stehen den Eltern zahlreiche verschiedene Modelle zur Verfügung, zum Beispiel werden auch eine tageweise Betreuung oder verlängerte Öffnungszeiten angeboten.

Die vielfältigen Varianten ermöglichen den Eltern zwar eine flexible und ganz auf ihre individuellen Bedürfnisse ausgerichtete Gestaltung der Kinderbetreuung, allerdings gehen sie mit einem hohen Planungsaufwand einher und binden sowohl finanzielle als auch personelle Ressourcen, die somit in anderen Bereichen der Kinderbetreuung fehlen.

In Bezug auf die zukünftige Entwicklung der Kinder in der Gemeinde ist es unser Ziel, für alle Altersgruppen eine bedarfsgerechte ganztägige Betreuungsmöglichkeit zu schaffen. Eine tragende Rolle kommt dabei der in Hardheim geplanten und derzeit zur Diskussion stehenden Ganztagsgrundschule zu. Hierdurch ergäbe sich die Möglichkeit, die Ganztagesbetreuung kostenneutral auszuweiten. Während das benötigte Schulkonzept bereits vorliegt, werden die betroffenen Eltern in naher Zukunft erst noch über das Vorhaben abstimmen und somit die finale Entscheidung darüber treffen.

Die Freien Wähler befürworten die Einrichtung der Ganztagesgrundschule in Hardheim und wünschen sich ein positives Abstimmungsergebnis, denn damit kann in der Gemeinde eine nachhaltige Kinderbetreuung sichergestellt werden.

Die bereits vorhandenen Einrichtungen unserer Schulen und Kindergärten zusammen mit dem flexiblen Angebot des Horts und dem zukünftigen Ganztagesgrundschulbetrieb sind aus der Sicht der Freien Wähler das Zukunftsmodell für Hardheim mit seinen Ortsteilen.

Manfred Böhrer für die SPD-Bürgerliste: Die ganztägige Kinderbetreuung stellt einen Teil unserer Schwerpunkte für die nächsten fünf Jahre dar. Gute und flexible Betreuungsmöglichkeiten sind wichtig, damit Hardheim für Familien attraktiv bleibt.

In Hardheim sehen wir akuten Handlungsbedarf, was die Erweiterung des bestehenden Gemeindekindergartens angeht. Es muss der steigenden Nachfrage entsprochen und die Organisation erleichtert werden. So können auch die Gruppen aus dem Dietz-Bau wieder direkt an der „Kindervilla Kunterbunt“ untergebracht werden.

Ein Brennpunkt ist die Betreuungslücke bei den Kindern, die aus dem Kindergarten mit langen Öffnungszeiten in die nur den Vormittag abdeckende Grundschule kommen. Vorerst muss die Gemeinde mit dem Hort diese Lücke unter hohem Aufwand schließen. Wir setzen hier auf eine frühzeitige Informationsveranstaltung zur Möglichkeit einer Ganztagsschule in 2020/2021, wobei die Möglichkeiten der offenen oder gebundenen Ganztagsschule abgewogen werden müssen.

Ein Elternvotum ist wichtig, um die optimale Lösung zu finden. Im Fall einer Entscheidung für eine Ganztagsschule (gebundene oder offene) würden deren Kosten auch vom Land getragen und die Gemeinde langfristig entlastet.

Ein höchstmögliches Maß an Flexibilität und die Abdeckung der Betreuungszeiten vom Kindergarten bis zum Schulabschluss stehen für uns im Fokus. Das Votum der Eltern liegt uns am Herzen und ist für unsere Entscheidungsfindungen maßgeblich. i.E.