Hardheim

Am 1. Mai in Hardheim Gottesdienst in der Josefskapelle

Gedenken an den heiligen Josef als „den Arbeiter“

Archivartikel

Hardheim.Am 1. Mai wurde traditionell in der Josefskapelle eine Messe zu Ehren des heiligen Josefs – des Arbeiters – gefeiert. Dies ist ein Überbleibsel der früher oft verbreiteten Flur- und Bittprozessionen. Hierbei wird zu Gott um die Fürsprache und zum Schutz vor Unwettern gebetet.

Voll besetzte Kapelle

Der Leiter der Seelsorgeeinheit, Pfarrer Andreas Rapp, zelebrierte die Messe in der voll besetzen Kapelle. In seiner Predigt charakterisierte er Josef als keinen großen Theologen, sondern als einen Mann, der mit seiner Hände Arbeit sein Geld verdiente und seine Familie ernährte.

Zu dieser Arbeit gehörte großes Mühen und sicherlich viel Fachkenntnisse, aber auch viel nüchterner Alltag, die der heilige Josef in großer Treue und Zuverlässigkeit ausgeübt habe.

Um Familie gekümmert

„Dabei war er kein großer Theologe und von ihm ist kein einziges Wort bekannt“, so Pfarrer Rapp. Bekannt sei, dass er auf Gott gehört habe, sich in Liebe um seine Familie kümmerte und das getan habe, was Gott von ihm verlangte. „Er war ein Mann der spürte, dass Gott mitten im alltäglichen Leben bei ihm war und dadurch auch ein ganz geerdeter Mensch war, der als Zimmermann mit Holz umgehen konnte und hinlangte, wo er gebraucht wurde.“

Josef, der Arbeiter, lade deshalb auch die Menschen von heute dazu ein, ihre alltägliche Arbeit nicht in einem lustlosen Trott zu erledigen, sondern auch im Kleinen und alltäglichen Gottes Sinn suchen. Anschließend startete die 1. Mai-Wanderung der Kolpingfamilie Hardheim mit einer stattlichen Anzahl an Teilnehmern.

Der Weg führte über den alten Wallfahrtsweg nach Walldürn zum Flurkreuz von Werner Blaschke zur Wohlfahrtsmühle und anschließend zum alten Schießstand. Hier klang die Wanderung mit einem gemütlichen Beisammensein aus. Bei der Josefskapelle handelt es sich um eine alte Wegkapelle aus dem Jahr 1718. Bei ihr trennen sich der alte Wallfahrtsweg nach Walldürn und die frühere Straße nach Amorbach.

Vor der Kapelle steht ein Wegkreuz aus dem Jahr 1608, dessen Kreuzarme zugleich die Wegweiser nach Walldürn (Walthdürn) und Amorbach darstellen. An der Kapelle endet der „Stationenweg“, der 1901 durch die Pfarrgemeinde errichtet wurde und von der „Steinemühle“ zur Josefskapelle führt. Aus geomantischer Sicht handelt es sich um einen alten Kraftort. En