Hardheim

Projekt „Wort-Schöpfung“ der Erzdiözese Natascha Bienert aus Hardheim unter den Preisträgern / Abschlussveranstaltung in Freiburg

Glaube, Sehnsüchte, Glück und elf Wortkünstler

Archivartikel

Freiburg/Hardheim.Die Höhepunkte des Projekts „Wort:Schöpfung“ der Erzdiözese Freiburg konnten Interessierte am Donnerstagabend in der Johanneskirche Freiburg erleben. Beim Abschluss der Veranstaltungsreihe brachten junge Wortkünstler christliche Themen rund um Glaube, Liebe und Hoffnung in kreativer Sprache zum Ausdruck.

Jasmin Brückner (Halle), Natascha Bienert (Hardheim) und Artem Zolotarov (Mainz) wurden als Preisträger ausgezeichnet und trugen ihre Wort-Schöpfungen vor. Die Texte der insgesamt elf Ausgezeichneten waren aus 72 eingereichten Werken ausgewählt worden.

Jurymitglied Monsignore Georg Austen, Generalsekretär des Bonifatiuswerks, das die Preisgelder zur Verfügung stellt, erklärte in seiner Ansprache: „Im Alltag fällt es vielen Menschen schwer, über ihren Glauben, ihre Empfindungen, Sehnsüchte und Sorgen zu sprechen. Daher ist es umso wertvoller, dass die Poeten durch ihre eigenen Ausdrucksformen mitgeteilt haben, was sie bewegt, was sie lieben, was sie fragen, was sie glauben und hoffen.“

Durch den Abschlussabend des Projekts leitete der erfahrene Poetry Slam-Moderator Johannes Elster. Mit dabei waren bekannte Slammerinnen wie Fee aus Berlin (deutsche U-20-Meisterin von 2013) und Andreas Rebholz aus Ulm.

Marco Michalzik aus Darmstadt präsentierte Auszüge aus seinem neuen Album „Ikarus“, das Poesie mit elektronischen Klängen von Manuel Steinhoff unterlegt. Der Abend wurde organisiert in Kooperation mit dem C-Punkt Freiburg, der Studienbegleitung der Katholischen Hochschulgemeinde Edith Stein Freiburg und der evangelischen Studierenden Gemeinde Freiburg.

Die Preisträger

Jasmin Brückner aus Halle wurde für ihren Text „Überfahrt“ ausgezeichnet, eine persönliche Bilanz der eigenen Glaubensgeschichte. Die Laudatio hielt SWR3-Moderator und Jury-Mitglied Michael Wirbitzky.

Weihbischof Dr. Peter Birkhofer würdigte Preisträgerin Natascha Bienert aus Hardheim mit den Worten: „Der Text ‚Wer bin ich‘ ist eine persönliche Auseinandersetzung mit der Frage nach Identität.“ Er überzeuge durch seine angenehme, rhythmische Sprachmelodie. „Zudem gelingt es der Künstlerin, mit persönlichen Selbstaussagen die großen Fragen der Anthropologie aufzugreifen.“ Im Unterschied zu den zehn anderen Gewinnern habe Bienert keine Bühnenerfahrung und gehöre so „zu den ganz frischen Newcomern“.

Jurymitglied Nils Max von der Popakademie Baden-Württemberg überreichte den Preis an Artem Zolotarov (Mainz). Dessen Text „Heimat“ ist nach Meinung der Jury eine „lyrische Selbstreflexion der eigenen Herkunft und Identität“.

Georg Austen würdigte Anna Teufels Text „Zwei Würfel“, der die Sicht einer demenzkranken Frau schildert, die mit ihrer Enkelin ein Würfelspiel spielt. Sie kommt aus Karlsruhe.

Nils Max überreichte Elisabeth Schwachulla aus München den Preis für Ihren Text „Was du Liebe nennst“ - eine „emotionale Kampfansage gegen die Banalisierung und Vermarktung von Liebe“.

Weihbischof Birkhofer beschrieb „Göttlicht“ von Leah Weigand (Marburg) als „starkes Bekenntnis für einen Gott, der den Menschen in dunklen Momenten an seine Berufung zum Leuchten erinnert“.

Michael Wirbitzky würdigte „Die Abschaffung des Menschen“ von Micha Kunze aus Stuttgart als eindringliche Gegenüberstellung des Schöpfungshandelns Gottes und des menschlichen Handelns:

In Abwesenheit wurden folgende Künstler geehrt: Tobias Sauer (Trier) mit dem Text „Ich weiß nicht, was Gott ist“; Celina Spanier (Mannheim) mit dem Text „6.01 Uhr in der Früh“; Laura Gommel (Heidelberg) mit dem Text „Einer von den guten Jungs“ und Simon Maage (Gießen) mit dem Text „Wunschkonzert“.

Eine Reihe von Dichterwettstreit-Veranstaltungen („Poetry Slams“) machten das Projekt „Wort:Schöpfung“ der Erzdiözese aus, meist an besonderen Orten wie der Jugendkirche Fautenbach, der Popakademie Baden-Württemberg und der Katholischen Hochschulgemeinde in Karlsruhe. Wie Jurymitglied und Poetry Slam-Fan Nils Max von der Popakademie Baden-Württemberg auf den Punkt brachte: „Poetry Slam ist wie ne Tüte Gemischtes für zwei Mark – Es gab, gibt und wird nie etwas Besseres geben!“ pef